Rundblick-Unna » Stadt will alle Sporthallen möglichst schnell wieder freigeben – Restarbeiten in der Ferienzeit

Stadt will alle Sporthallen möglichst schnell wieder freigeben – Restarbeiten in der Ferienzeit

In ganz so rasantem Tempo wie die ersten Sporthallen (Schiller- und Hellweg-Realschule in Massen) werden die übrigen noch gesperrten Hallen wohl nicht wieder freigegeben. Unnas Technischer Dezernent Ralf Kampmann gab im Haupt- und Finanzausschuss einen Sachstandsbericht ab.

An Kostenschätzungen wolle man sich nicht beteiligten, entgegnete Kampann auf die Anfrage Klaus Göldners (FLU), wie teuer das alles werde: immerhin 15 von 19 Unnaer Turnhallen reparieren zu lassen. Die Stadt schaue im Anschluss an die Arbeiten, wie sie die Finanzierung hinbekommen könnte. Ob aus dem laufenden Etat oder als Sondermaßnahme, sozusagen außerplanmäßige Ausgabe.

Göldner hakte nach: War da Pfusch am Bau zugange damals beim Hallenbau? Viele Gebäude stammen aus den 70ern, manche sogar noch aus den 60er Jahren. Seine Großstadtkollegen, antwortete Kampmann, würden die Pfusch-Theorie wohl bejahen. Statt die Deckenplatten fachgerecht zu verschrauben, wurden sie damals lediglich festgenagelt – zu allem Überfluss noch senkrecht statt wenigstens quer, was ihr Haltbarkeit zumindest noch ein bisschen erhöht hätte.

Unna ist wahrlich nicht als einzige Stadt von plötzlichen Turnhallensperrung betroffen: In Bochum fiel eine Decke herunter, weil sie mangelhaft befestigt war. Ähnliche Mängel hat die Stadt vor zwei Wochen bekanntlich auch in zahlreichen ihrer eigenen Sporthallen feststellen müssen, weshalb derzeit noch 13 der 19 Hallen gesperrt sind und in Schuss gebracht werden müssen.

Die „Taskforce Turnhalle“ des städtischen Immobilienmanagements will schnell weiterarbeiten, damit die Schulen und Vereine die Hallen so schnell wie möglich wieder für ihren Sport nutzen können. Danach könne man überlegen, ob man wieder Dämmungen oder Platten anbringt. Das passiert dann aber in den Schulferien. Jetzt gilt erst mal: Fix die Hallen wieder freigeben.

Status vom heutigen Morgen, 1. 9.:

=gesperrt                = freigegeben

Schule Halle  Zustand
Grundschulen
Falkschule Turnhalle  
Grilloschule Turnhalle  
Grundschule Hemmerde Turnhalle  
Grundschule Lünern Turnhalle  
Harkortschule Turnhalle  
Katharinenschule Turnhalle  
Liedbachschule Turnhalle  
Osterfeldschule Turnhalle  
Schillerschule Sporthalle  ab 27.08.
Schule am Friedrichsborn Turnhalle  
Sonnenschule Turnhalle  
weiterführende Schulen
Anne-Frank-Realschule Turnhalle  
Ernst-Barlach-Gymnasium Turnhalle  
Ernst-Barlach-Gymnasium 3-fach Sporthalle  
Hellweg-Realschule Turnhalle  ab 28.08.
Pestalozzi-Gymnasium Turnhalle (blaue Halle)  
Peter-Weiss-Gesamtschule Turnhalle  
Peter-Weiss-Gesamtschule 3-fach Sporthalle  
Schulzentrum Nord zwei 3-fach Sporthallen  

 


Kommentare (5)

  • Helmut Brune via Facebook

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    Die machen ja wirklich Dampf. Übrigens war es in den 70-ern durchaus Gang und Gebe, daß Deckenplatten genietet oder genagelt wurden. Erst später stellte sich heraus, daß das nicht Sicher genug war. Seitdem wird geschraubt.

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  • Manfred Schneider

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    Ein bekannter Handwerker sagt, dass Deckenplatten auch früher schon verschraubt wurden. Und wer genagelt hat, hat diese schräg angebracht und nicht senkrecht.
    Aber wie immer muss erst was passieren, bevor man Verbesserungen befolgt.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Ja, Manfred Schneider, immerhin untersuchen jetzt dutzendweise Städte vorsorglich ihre Hallen, bevor dort ebenfalls etwas passiert.

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  • Pemado Mape Dose via Facebook

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    Ach, sogar Anfang der 90’er wurden die Deckenplatten in einer Bahnhofshalle mit U-Nägel drangetackert. Ich hatte mit anderen Bauarbeiten im Bahnhof zu tun… aber mit meinen Kollegen seeehr viel Glück gehabt, dass wir in die Mittagspause gegangen sind. Kaum waren wir aus dem Gebäude… schon krachte die komplette, frisch angebrachte Konstruktion mit lauten Kaaawwwuuumsss runter. :-

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