Rundblick-Unna » Stadt Fröndenberg erzielt Einigkeit mit campenden Flüchtlingen – Bürgermeister Rebbe: „Wir konnten ihnen deutlich machen, was geht – und was nicht geht“

Stadt Fröndenberg erzielt Einigkeit mit campenden Flüchtlingen – Bürgermeister Rebbe: „Wir konnten ihnen deutlich machen, was geht – und was nicht geht“

Nach der kalten Herbstnacht bei 8 Grad auf der Fröndenberger Rathaustreppe hat Bürgermeister Rebbe heute Morgen mit den campenden Flüchtlingen Einigung erzielt.

Rebbe, der unter Dolmetscherhilfe eines arabischen Arztes aus Frömern mit den Männern aus Syrien und dem Irak sprach, fasste das Ergebnis am Nachmittag gegenüber unserer Redaktion mit klaren Worten zusammen: „Wir haben diesen Männern, die dort im Freien auf der Rathaustreppe übernachtet haben, deutlich gemacht, was geht und was nicht geht. Meine Position habe ich mit Hilfe des arabischen Arztes unmissverständlich formuliert: Überzogenes Anspruchsdenken schadet. Es wirkt sich negativ auf die Stimmung in der Bevölkerung aus, und es schadet den anderen Flüchtlingen, die zu uns kommen oder die schon bei uns leben.“

Als überzogen kritisiert Rebbe die Forderung der arabischen Männer z. B. nach Einzelzimmern bzw. danach, nur mit Menschen aus ihrem eigenen Kulturkreis zusammen untergebracht zu werden. „Wir tun hier in Fröndenberg wirklich für die hier lebenden Flüchtlinge, was wir nur können“, unterstreicht der Bürgermeister. „Sowohl der Flüchtlingspatenkreis als auch meine eigenen Leute im Rathaus. Wir alle arbeiten am Limit.“

Die Position und die Situation der Stadt habe er mit Hilfe des arabischen Arztes den jungen Männern verständlich machen können, bilanziert Rebbe das Gespräch. „Es sei mir wichtig, zu betonen, dass die Männer unsere Sicht nachvollzogen und verstanden haben. Sie kehren als Übergangslösung nach Altendorf zurück, bis wir eine Möglichkeit gefunden haben, sie ausschließlich zusammen mit arabischen Landsleuten unterzubringen. Daran arbeiten wir.“

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Die sieben jungen Männer aus Syrien und dem Irak waren, wie gestern Abend exklusiv von uns berichtet, aus der ihnen zugewiesenen Flüchtlingsunterkunft in Fröndenberg-Altendorf wieder ausgezogen, nachdem sie eine Nacht dort verbracht und die Zustände dort als unzumutbar empfunden hatten. Ihr „Protestcamp“ mitten auf der Rathaustreppe hatte noch in der Nacht eine Flut extrem kontroverser Kommentare nach sich gezogen, die von rassistischen Anfeindungen bis hin zum mitleidigen Angebot reichten, jetzt sofort heiße Suppe zu den Flüchtlingen zu bringen: Das gesamte Meinungsspektrum wurde abgedeckt, einschließlich zorniger Vorwürfe an unsere Redaktion, dieses nächtliche „Protestcamp“ öffentlich gemacht zu haben.

Der Rundblick-Bericht wurde heute vom Nachrichtensender ntv aufgegriffen – mit einem dazu gestellten Foto der Bundeskanzlerin.

Für Fröndenbergs Bürgermeister ist es natürlich „absolut kein Zustand, dass Kriegsflüchtlinge draußen vor unserem Rathaus schlafen!“. Deutlich sagte er uns, dass er dieses Verhalten der sieben Männer nicht gutheißen kann.

„Bei allem Verständnis dafür, was diese Menschen auf ihrer Flucht und vorher in ihren Heimatländern erlebt haben: Sie kommen als Asylbewerber zu uns, und wir tun wirklich alles, was wir nur tun können.“

Flüchtlinge Asylbewerberheim Altendorf

Die von den Männern heute Nacht geäußerte harte Kritik an der Flüchtlingsunterkunft in Altendorf (Bild oben) sei ihm völlig unverständlich. „Es ist eine einfache Unterkunft, und es ist klar, dass dort keine Hotelstandards herrschen. Aber gerade auch hier engagiert sich in ganz hohem Maße der Patenkreis um Christa Büscher“, betont der Bürgermeister. „Das Ehrenamtlichen-Engagement in Fröndenberg ist beispielhaft. Dafür mein Dank und höchsten Respekt, auch an meine eigenen Mitarbeiter, die ebenso am Limit arbeiten. Wir alle tun unser Möglichstes, diese Ausnahmesituation zu händeln.“

230 Flüchtlinge leben momentan in Fröndenberg, bis zum Ende dieser Woche sollen noch ca. 30 dazukommen, weiß Rebbe. Ein öffentlicher Aufruf, freie Wohnungen für Flüchtlinge bereit zu stellen, sei vergangenen Woche sehr erfolgreich verlaufen, freut sich Fröndenbergs Bürgermeister:  „Unser ausdrückliches Ziel ist die dezentrale Unterbringung, vor allem von Familien. Daran werden wir weiter arbeiten.“ 

Kommentare (29)

  • Hanno

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    Seht Ihr ! Die erste Erpressung war doch schon erfolgreich. Forderung wird demnächst vom BM erfüllt. Gratuliere !!! Was kommt als nächste Forderung ? Alle Christen als Nachbarn verbannen ? Geschächtetes Fleisch zu essen ?

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    • Ex Fröndenberger

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      Das ist hier doch kein Wunschkonzert. Statt froh zu sein in Deutschland aufgenommen worden zu sein, werden Ansprüche gestellt??? So wird es gedankt? So hart wie es klingt, ab ins Fluzeug und sofort zurück mit denen.

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  • Mike

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    Zitat: „Sie kehren als Übergangslösung nach Altendorf zurück, bis wir eine Möglichkeit gefunden haben, sie ausschließlich zusammen mit arabischen Landsleuten unterzubringen. Daran arbeiten wir.“

    Und genau das ist falsch, man MUSS ihnen von vornherein klarmachen, daß man sich integrieren muss, es geht hier um ein Miteinander und nicht um neue „Kleinstaaten“ in Deutschland aufzubauen.

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    • Helmut Brune

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      Das hat was, was der Mike da sagt. Viele der Flüchtlinge kennen wahrscheinlich nur die Kultur, in der sie aufgewachsen sind und sind davon überzeugt, daß ihre Forderungen etwas völlig Normales sind.

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    • Cora

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      dafür hast Du vom mir 100 Punkte

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  • Rundblick Unna via Facebook

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    Zur Verdeutlichung: Die Stadt arbeitet daran, die arabischen Männer mit Landsleuten zusammen unterzubringen. BM Rebbe erklärt, warum: Er möchte keine Eskalationen provozieren.

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    • Yvonne Baumgardt via Facebook

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      Ich wundere mich grade, wenn wir als Deutsche sagen, wir möchten nicht mit dem oder dem Landsmann zusammenleben, dann sind wir N….s. Angeblich sind wir hier alle Multikulti und jeder ist willkommen, aber die, die wir hier aufnehmen, akzeptieren andere Rassen oder Glauben nicht. Wo soll das hinführen?

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    • Svense Kennze via Facebook

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      So ganz kann man den Einwand von Frau Yvonne Baumgardt tatsächlich nicht von der Hand weisen. Ich frage mich schon, wie es gelingen soll den Menschen unser Wertegefüge beizubringen. Das wird ja mit Zwang schwer sein, die kann man ja nur aus Überzeugung annehmen. Schwierig.

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  • j.wachenfeld

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    andere würden hoch springen wenn sie so eine unterkunft wie in Altendorf bekommen würden

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  • WeissNicht

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    Ja, ein wenig „Härte“ hätte hier gut getan. Sofern die betreffenden Personen jetzt zurückkehren kann es nicht derart schlimm gewesen sein.

    Bei dreckigen und verwahrlosten Unterkünften, wenn dies nicht von den Flüchtlingen selbst zu vertreten war, hätte ich noch Verständnis.

    Dass die Vermischung fremder Kulturkreise Spannungen erzeugt (innerhalb der Unterkunft) kann ich zwar nachvollziehen, aber an dieser Stelle sind nicht die deutschen Behörden gefordert Abhilfe zu schaffen, sondern die Bewohner sind gefordert sich anzupassen. Our house, our rules. (und dieses Sprichwort gilt auch im arabischen Raum).

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  • Ra

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    Diese Ansprüche sind echt der Hammer. Ein bisschen Dankbarkeit, hier aufgenommen zu werden und in FRIEDEN leben zu dürfen sollte vielleicht (ein wenig) angebracht sein. Solche Unterkünfte sind nun mal keine Hotels und sollen nur als Übergang dienen…vielleicht kommt daher die Bezeichnung „Übergangswohnheim“??? Man muss sich manchmal nicht wundern, wenn sich die Meinungen teilen!

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    • Mike

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      Evtl. gibt es in Syrien und im Irak eben auch Wirtschaftsflüchtlinge und nicht nur Kriegsflüchtlinge, für Kriegsflüchtlinge ist so ein Verhalten nach allem was man so hört eher untypisch

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  • Rene Decker via Facebook

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    ich kann da nur noch mit dem Kopf schütteln,es ist so lächerlich

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  • Marion Knoepfel

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    Ich kann mich nur noch wundern,bald verlangen sie noch DEUTSCHE Putzfrauen die ihnen alles sauber machen,ich glaub ich bin im falschen Film (Land) hab mein Leben lang gearbeitet für eine kleine Rente,ich kann mir auch Wünsche die ich habe nicht leisten,man muss zufrieden sein was man hat oder bekommt

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    • Cora

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      „die ihnen alles sauber machen“ und die Gardinen aufhängen. Das gabs schon vor einigen Jahren in Königsborn.

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  • Svense Kennze via Facebook

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    Hmmm. Gut das der Dialog gesucht wurde, auch gut das Positionen klar gemacht wurden. Die Unterkunft in Altendorf kenne ich nicht, auch nicht deren Zustand. Wie gesagt Howi fand ich jetzt auch nicht so klasse. Was die Forderung der Jungs nach Einzelzimmer und Unterbringung nur mit arabischen Menschen anbelangt wurde Ihnen ja erklärt, dass es so nicht geht und da muss ich auch sagen, das ist schon ziemlich weltfremd und überzogen.

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  • Jama To via Facebook

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    Größten Teil dieser ,,Flüchtlinge“ waren schon in Lager an der Grenze! Das heißt in Sicherheit!
    Ob Europa richtig handelt, stellt sich die Frage? …

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  • Dominik Brauckmann via Facebook

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    Wenn sie so gerne mit arabischen Landsleuten zusammen gebracht werden wollen, dann ab nach hause. Da haben sie dann genug landsleute.

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  • tom

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    Anzahl der Polizeibeamten in Deutschland ca 265 000
    Aktive Soldaten: ca 180 000
    dass 80% der Flüchtlinge Männer sind nur 2015 ca 800 000

    ziehen eine gigantische Streitmacht in Europa zusammen

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  • Alina Gre via Facebook

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    Robin Lorger

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  • Anette Kaufmann

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    Integration beginnt bereits in den Aufnahmelagern!!! Das Zusammenlegen – auch später – mit arabischen Landsleuten z. B. , wie der BM bemüht ist, programmiert weitere Konflikte in nicht vorhersehbarem Ausmaβ! Daher ist die Zusage des BM nicht zu akzeptieren, widerspricht sie doch dem Integrationsgedanken und ggf. seinem Amtseid, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden!

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  • Rundblick Unna via Facebook

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    Eine – letzte – deutliche Ansage an Patrick Tobias Bruelheide. Jetzt ist Schluss. Wir lassen hier weder andere beleidigen noch uns selbst. Der Kommentar wurde gelöscht, beim nächsten Mal wird der User gesperrt. Schönen Gruß von der Redaktion!

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    • Falk Gero via Facebook

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      Hier wird in wenigen Minuten echte Demokratie gelebt : = (

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      … du scheinst deine Definition von Beleidigung sehr großzügig auszulegen! So, und jetzt zur Sachkrititk! „Wir“ haben nicht „gesagt, dass die Flüchtlinge kooperativ sind“, sondern wir haben mit dieser Einschätzung den Bürgermeister von Fröndenberg zitiert! Das ist ein Unterschied! Unseren Eindruck von dem Treffen mit den Männern in der Nacht haben wir – natürlich subjektiv! – wiedergegeben! Und „WIR“ müssen uns hier überhaupt nicht argumentativ rechtfertigen und gegen Lügenvorwürfe wehren, wir haben dargestellt, was an dem Abend vor dem Rathaus passiert ist und wie am nächsten Tag der BM reagiert hat. Wer nicht in der Lage ist, dies zu differenzieren, sucht sich im eigenen Interesse besser ein anderes Medium, das seine persönliche Auffassung von Demokratieverständnis angemessener bedient. So, und nun einen schönen Tag.

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    • Falk Gero via Facebook

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      Wieso seid ihr nicht objektiv?

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Unser Gespräch mit den Männern an jenem Abend war sehr angenehm. Sie haben geschiidert, warum sie lieber draußen schlafen. Gegenüber dem BM zeigten sie sich am nächsten Tag einsichtig. Wo ist jetzt das Problem? Wir werden hier ganz gewiss nicht uns weitgehend unbekannten Menschen pauschal unlautere Machenschaften unterstellen. Wir haben schlussendlich sehr deutlich die Kritik des BM an dem überzogenen Anspruchsdenken der Männer dargelegt.

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  • Jama To via Facebook

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    Die Flüchtlinge werden durch einige Medien nach Europa gelockt! Wenn Die dahinten unsere TV Programme ansehen, wo einige sich mit Schokolade baden, Goldblättchern in Lebensmitteln essen und einige so unsinnige Sahen tun, bekommen Die Flüchtlinge ein Eindruck das hier zu Lande pure Reichtum und Luxus herrscht!
    Natürlich, dass können sich nur weniger Menschen leisten, aber so was wird nicht in der Medien gezeigt!

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  • Heidi Baumgart via Facebook

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    Wenn er selbst mit ihnen gesprochen hat,Kompliment.Leider nicht selbstverständlich. Geht doch…

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