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Stadt: Baugenehmigung für Prünte-Neubau kommt jetzt „sehr kurzfristig“

„Sehr kurzfristig“ will die Stadt Unna den Investoren des Prünte-Neubaukomplexes an Bahnhof-/Klosterstraße nun ihre Baugenehmigung erteilen. Dies versicherte Bürgermeister Werner Kolter in der letzten Ratssitzung dieses Jahres auf eine Anfrage von FLU-Fraktionschef Klaus Göldner.

Noch am Donnerstagmorgen habe die Stadt mit den Investoren aus Schwerte  in „einem intensiven Gespräch“ noch einige konkrete Dinge besprochen: Dabei ging es laut Kolter um Fragen der Statik oder des Brandschutzes. Sobald diese letzten Detailfragen geklärt sind, können die Bauherren am Entree der Bahnhofstraße loslegen. Geplant ist ein mehrgeschossiger Geschäfts- und Wohnkomplex mit der Drogeriekette Müller als Hauptmieter (wir berichteten).

Prünte Keller Verfüllung

Zuletzt hatten die Investoren mit Siloladungen voll Zement die unterirdischen Hohlräume verfüllen lassen,  die sich bei Probebohrungen am 24. Juni plötzlich in beängstigendem Ausmaß unterhalb der Brache offenbart hatten. Das sorgte zunächst mal für sofortigen Baustopp.

In bis zu 12 Metern Tiefe erstrecken sich die früheren Gewölbekeller des Prünte-Gebäudes in einem Umfang von 1400 Kubikmetern bis bis unter das angrenzende Gebäude. Vorsorglich ließ die Stadt deshalb noch am selben Abend das Nachbarhaus für mehrere Tage evakuieren, da die Standsicherheit des Gebäudes nicht mehr gewährleistet werden konnte.

Prünte Brache Aufi neu

Für lebhafte Diskussionen sorgt seit dem Sommer schon die Parkplatzfrage: Denn auf die zunächst geplante Tiefgarage verzichteten die Bauherren,  die Stadtverwaltung will keinen zusätzlichen Parksuchverkehr im Bereich der Schäferstraße. Deshalb muss der Investor die Parkplätze, die er nicht einrichtet, „ablösen“. Dies geschieht – nach hitziger, kontroverser Debatte in den politischen Gremien – bis zunächst zum Jahr 2018 weiter zum „Dumpingpreis“, wie Freie Liste oder Piraten scharf kritisierten.

Die Stellplatzablöse pro nicht geschaffenen Parkplatz wird durch die Fortschreibung der städtischen Stellplatzsatzung weiterhin mit 2500 Euro festgelegt – nachdem sie einmal mit 9500 bis 11 500 Euro (je nach Innenstadtlage) gestartet war. Die 2500 Euro, monierte insbesondere Piratenfraktionschef Christoph Tetzner, käme einem „Verramschen von Parkplätzen“ gleich, die in der Innenstadt ohnehin extrem rar und kostbar seien.

Margarethe Strathoff, selbst Geschäftsfrau in der Innenstadt, erinnerte bei der Parkplatzdebatte im Sommer kritisch an ihre eigenen Auflagen vor vielen Jahren, als die höhere Ablöse galt: „Wir mussten seinerzeit acht Parkflächen ablösen und über 50.000 DM zahlen.“ Ihre damaligen Verhandlungen mit der Stadt hat Maggie Strathoff „hart und völlig überzogen und sehr ungerecht“ in Erinnerung. Nun kommt die Stadt den Investoren nach Ansicht der Kritiker aber übermäßig entgegen – auf Kosten der Allgemeinheit, im Besonderen aber auf Kosten der Bewohner der direkten Innenstadtbereiche. Denn sie können zwar Anwohner-Parkvignetten kaufen, die sie zum Parken in dem ausgewiesenen Wohnviertel berechtigen: Doch das garantiert ihnen längst noch nicht, dass sie auch einen Parkplatz finden.

Innenstadt West Schäferstr. Schulstraße

Kommentare (2)

  • Jens Jonker via Facebook

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    nuja stadtkern,14. jahrhundert.tiefe gewölbe höhlen…hört sich an wie ne disney verfimung mit nicolas cage ;)………….so aus dem kopf heraus meint ich das unna so 1357 errichtet wurd,weiss aber nicht mehr genau 😉

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  • Heinz

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    Es stinkt nach Korruption ? !
    Warum sollen urplötzlich für Parkplatzablöse nur 2.500 € gezahlt werden, statt der üblichen 9.500 – 11.500 €.
    Wer steht hinter dieser falschen Entscheidung, diese Personen sollten doch mal mit Namen und Gesicht nach vorne treten und begründen warum man vorsätzlich Geld verschenkt bzw. diese möglichen Einnahmen praktisch ablehnt ?

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