Rundblick-Unna » SPD-Kündigungsstreit geht weiter: Keine Einigung – Risadelli lehnt Vergleich ab

SPD-Kündigungsstreit geht weiter: Keine Einigung – Risadelli lehnt Vergleich ab

Keine Einigung – sondern Weiterklage. Der aus Bürgermeister Kolters Sicht „ziemlich kluge Richtervorschlag“ in der Kündigungscausa Risaelli (wir berichteten) überzeugt die gekündigte SPD-Fraktionsgeschäftsführerin nicht. Sie wird dem von Arbeitsrichter Dr. Guido Mareck vorgeschlagenen Vergleich mit der SPD-Fraktion nicht zustimmen.

Damit klagt Risadelli weiter gegen ihre fristlose Kündigung am 17. November vorigen Jahres, die der Fraktionsvorsitzende Volker König allein aussprach. Ob er das durfte oder ob er dafür vielmehr einen Fraktionsbeschluss hätte einholen müssen, dies wird nun in der nächsten Runde dieser „Endlos-Causa“ das Arbeitsgericht beschäftigen.

Risadelli Kammertermin 5

Um die Sache zu einem Abschluss zu bringen, hatte Richter Dr. Mareck beim Kammertermin am 6. September (oben) den streitenden Parteien einen Vergleich vorgeschlagen: Ordentliche Kündigung mit vertraglich festgesetzter Frist und damit Ende des Arbeitsverhältnisses zum 30. Juni 2016, 4900 Euro Abfindung und ein wohlwollendes Arbeitszeugnis.

Volker König und sein Anwalt stimmten dem Vergleich in der Sitzung zu, Bärbel Risadelli bat sich mit ihrem Anwalt Bedenkzeit aus. Die bekam sie bis zum 27. September. Schon eine Woche vor Ablauf der First hat sich die 60jährige Sozialdemokratin aus Mühlhausen nun entschieden. Nein, sie macht weiter.

Sie will diese aus ihrer Sicht ungerechtfertige und ungerechte Kündigung nicht kampflos hinnehmen, auch nicht zu den vorgeschlagenen Bedingungen. Die Ablehnung des Vergleiches geht am heutigen Dienstag ans Arbeitsgericht.

Risadelli Gütetermin 3

Risadellis Anwalt Andreas Keunecke (oben im Gerichtssaal mit Bärbel Risadelli) machte eine klare Aussage: Er sieht seine Mandantin als Herrin des Verfahrens und will voll und ganz hinter ihr stehen. Mit Bärbel Risaelli teilt der Anwalt die Auffassung, dass grundsätzlich geklärt werden müsse,  ob König alleine berechtigt war, der Fraktionsgeschäftsführerin  zu kündigen. Egal wo das letztlich geklärt werden müsse. Damit deutet die Klägerseite an, dass sie notfalls bis zur letzten Instanz gehen wird.


Frank Artmeier

Bärbel Risadellis Ortsverein Mühlhausen-Uelzen wird von den Zerrüttungen innerhalb der Unnaer SPD nun ebenfalls voll mit erfasst. Frank Artmeier, der erst vor zwei Jahren Bärbel Risadelli als Vorsitzender „beerbte“, wird seinen Vorsitz im Dezember niederlegen. Er bestätigte uns das kurz mit „ja, das ist richtig“. Zu den Gründen im Detail will er später Stellung nehmen.

Schon vor zwei Wochen hatte die stellv. Oberstadtvorsitzende Margarethe Strathoff ihren Vizevorsitz zurückgegeben. Sowohl Strathoff wie Artmeier zählten – und zählen – zum entschiedenen Unterstützerkreis der hinausgeworfenen Bärbel Risadelli. Maggie Strathoff machte die Gründe für ihren Rücktritt in einer ausführlichen Stellungnahme noch am Abend der Vorstandssitzung publik.

Links zu vorgangegangenen Berichten:

http://rundblick-unna.de/vergleich-im-kuendigungsstreit-spd-risadelli-trennung-zum-30-6-gutes-zeugnis-und-abfindung/

http://rundblick-unna.de/vergleich-im-kuendigungsstreit-spd-risadelli-trennung-zum-30-6-gutes-zeugnis-und-abfindung/

http://rundblick-unna.de/schluss-mit-intrigen-und-geruechten-kolter-fordert-mit-aller-schaerfe-wieder-kraftvolle-spd/

facebook logo

Petra Ehlert Gute Entscheidung

Rundblick Unna Wolfgang kommentiert via Rundblick Unna: Die Show geht also weiter. Das wird der örtlichen SPD wohl den Rest geben. Neben dieser Causa und den internen Querelen verkommt die Politik bei den Sozialdemokraten auch weiterhin zur Nebensache.
Margarethe Strathoff Da stimme ich Ihnen voll zu. Das wollte keiner von uns und ich bedauere die Entwicklung wirklich. Das Problem an der ganzen Sache ist, dass sich nie richtig hinter
„verschlossen Türen“ ausgesprochen wurde. Von mir aus auch gestritten. Der seinerzeitige Mediator hätte mal mit der Ursache anfangen müssen. Eine vertane Chance.
Stefanus Maxus Den allerletzten Rest geben sich die Sozis dann mit CETA….
Martina Tsatsoulis Ring frei für die nächste Runde! Sehr gut Bärbel Risadelli!
Nicht im Sinne unseres Bürgermeisters, da hat er wohl Pech gehabt!
Und es gibt so viele die hinter Dir stehen! Auch Genossen!
Stefanus Maxus Sehr gut! Zeigt dem König mal, wie klein sein Reich ist!!!! Ich drücke die Daumen!

Melanie Köhnemann Eine wirklich tolle Frau.. Hut ab..

Kommentare (13)

  • Margarethe Strathoff

    |

    Chapaue. Richtig. Unterstütze dich weiter ! Deine Maggie. .. mit richtigem Namen : Margarethe Strathoff geb . M. Simons

    Antworten

  • Helmut Brune

    |

    Ich kann Bärbel Risadelli hier nur beipflichten. Wenn diese Kündigung Unrechtmäßig war, sollte sie auf ihrem Recht bestehen. Der Kündigungsgrund, nämlich diese weitergeleitete E-Mail, wurde ja schon bei dem Gütetermin nicht als solcher Anerkannt. Inzwischen handelt diese „Causa “ ja wohl mehr von der gekränkten Eitelkeit des Herrn König, als von gravierenden Fehlern, die Bärbel Risadelli gemacht haben soll. Die Sache muß von Beginn an glasklar auf den Tisch kommen und nicht mit billigen Schlichtungsversuchen unter den Teppich gekehrt werden. Ich wünsche Bärbel Risadelli allen erdenklichen Erfolg.

    Antworten

  • Magdalena

    |

    Freue mich! Alles Andere wäre contra produktiv. Frau Strathoff und Frau Risadelli! Unseren Respekt vor der Wahrheit und ihren Mut. Viel Kraft, Erfolg und Gerechtigkeit Frau Risadelli. Das brauchen die Menschen. Im Sinne ihrer Partei und wahren Genossen.

    Antworten

  • Wolfgang

    |

    Die Show geht also weiter. Das wird der örtlichen SPD wohl den Rest geben. Neben dieser Causa und den internen Querelen verkommt die Politik bei den Sozialdemokraten auch weiterhin zur Nebensache. Nutznießer könnte die CDU sein, wenn sie nicht selbst so schwach wäre. Jetzt hilft nur noch ein konsequenter Neuanfang mit glaubwürdigen Leuten, die nicht sich selbst, sondern die Sache in den Mittelpunkt stellen.

    Antworten

  • fürst

    |

    Bravor! Frau Risadelli. Das hatte ich mir von Ihnen erhofft!

    Antworten

  • Oskar B.

    |

    Na ja Frau Strathoff. Vielleicht sollten Sie „Alle Achtung“ schreiben, da Sie offensichtlich das französische Wort „Chapeau“ nicht richtig schreiben können. Macht nichts, aber peinlich wär’s mir schon. Ihnen scheint jedoch nichts peinlich zu sein, wie Ihre zahlreichen Kommentare belegen.

    Antworten

    • Silvia Rinke

      |

      Bitte verzichten Sie auf persönliche Beleidigungen, Oskar B., vor allem, wenn Sie hier selbst unter Pseudonym auftreten. Danke.

      Antworten

    • Margarethe Strathoff

      |

      Hut ab!

      Antworten

  • Silvia Rinke

    |

    Hallo Oskar B., hier ist noch eine weitere Antwort auf Ihren Kommentar, die über Facebook kam.
    Thomas Gragen schreibt:
    So langsam reicht es! Wer oder was gibt hier solchen Leuten das Recht Frau Strathoff oder anderen hier so runter zu machen!? Was habe sie denn schon hier in unserer Stadt erreicht oder gemacht !! Suchen sie sich doch eine andere Plattform um Menschen zu diskreditieren. Einfach nur Arm und total über!!

    Antworten

  • Marco Jedschat

    |

    Möchte nur mal Herrn König zitieren, der hier im RUndblick am 14.11.14 unter anderem folgendes sagte ich zitiere: „Ich sehe mich eher als Moderator und Teamplayer. Seit ich Stadtverbandsvorsitzender bin – es sind jetzt zwei Jahre – habe ich immer versucht, die Partei zu einen. Grabenkämpfe hinter den Kulissen gibt es immer mal… und dass kontrovers diskutiert, auch mal gestritten wird in einer Partei, macht demokratische Meinungsfindung aus und ist auch wichtig, um eine Partei lebendig zu halten. Bei alldem war und ist aber immer mein Ziel, dass sich die SPD als Einheit sieht. Man diskutiert, man zofft sich auch mal – und dan man sich auf eine gemeinsame Position und trägt sie so auch nach außen.“ Zitat Ende.

    Da kann man nur sagen Herr König, da haben sie sich an ihre eigenen Vorsätze und Worte nicht gehalten.

    Antworten

  • Mike

    |

    Die absolut richtige Entscheidung, nur so kann geklärt werden ob es rechtmässig war oder nicht, mit dem Vergleich wäre jemand ungeschoren davongekommen und die Sache nie aufgeklärt worden zumal die Abfindung in der Tat verdammt klein ist im Vergleich zu anderen Fällen.

    Antworten

  • w.kaufmann

    |

    In die Thematik bin ich erst spät eingestiegen, aber was in dieser kurzen Zeit alles zutage gekommen ist, ist unglaublich. König als Teamplayer. Da hat er wohl den Zusatz vergessen! Solange alle nach meiner Pfeife tanzen. Das Frau Risadelli nun den Vergleich ablehnt, ist die logische Konsequenz. Auch wenn ich es anders erwartet habe, sehe ich diesen Entschluss sehr positive. Nur sie kann den König in die Schranken weisen. Die Fraktion scheint dafür zu schwach oder was auch immer zu sein. Wer jetzt da noch einschreiten könnte, um dem miesen Spiel ein Ende zu bereiten, wäre die neue Stadtverbandsvorsitzende. Diese Partei kann diesen SPD Saboteur normalerweise nicht halten. Leider wird die deutlich erkennbare Vetternwirtschaft das verhindern. Dass nun auch wie Frau Strathoff, auch der OV Vorsitzende aus dem Ortsverein von Frau Risadelli, aussteigt, sollte doch den hohen Funktionären zu denken geben. „Böse Zungen behaupten, das sie das nicht können!“ König unterwandert die Ortsvereine, die eigentlich autark sein müssen. Die kommenden Wahlen lassen grüßen. Anmerkung: Wer einen Fehler findet, darf ihn behalten.

    Antworten

Kommentieren