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SPD-Krise: Bisher nur einzelne Distanzierungen von anonymem Schmähbrief gegen Strathoff/Risadelli

Die anonyme Hetze gegen eigene Genossinnen bleibt in der Unnaer SPD-Fraktion weitgehend unbeantwortet. 

Von dem zweiseitigen Schmähbrief, den ein namenloses „langjähriges Fraktionsmitglied“ vor 12 Tagen in Wir-Form an Oberstadt-Vizevorsitzende Margarethe Strathoff schickte (wir berichteten), haben sich – obwohl der Brief durchgehend in Wir-Form gehalten ist – bisher nur einzelne Fraktionsmitglieder distanziert. Das sagte uns Margarethe Strathoff heute auf Anfrage.

Auf deutliche persönliche Distanz zu dem mit Fäkalausdrücken gespickten Hetzschreiben (unten abgebildet – angegriffen werden Strathoff selbst sowie gegen die gekündigte Fraktionsgeschäftsführerin Bärbel Risadelli) gingen demnach:

Michael Nicolaiciuc, der Mühlhausener Ortsvorsteher und Ratsherr Paul Raupach (per E-Mail),  Frank Artmeier,  Rosemarie Ahlers, die beiden stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Ingrid Kroll und Gudrun Friese-Kracht, Rolf Stöckel, Prof. Dr. Christian Jänig sowie Marion Genée als sachkundige Bürgerin. 

spd empfang 12

Volker König.

Vom Fraktionsvorsitzenden Volker König, nach dessen fristloser Kündigung der Büroleiterin die Krise in der SPD zum Ausbruch kam, erhielten wir unmittelbar nach Bekanntwerden des Briefes auf Nachfrage folgende Stellungnahme:  Seit Beginn des arbeitsrechtlichen Verfahrens SPD / Risadelli habe ich mich weder mündlich noch schriftlich in irgendeiner Weise geäußert; dies werde ich auch jetzt nicht tun. Meine Darlegung des Sachverhaltes fand innerhalb der politischen, dafür zuständigen Gremien statt. Sehen Sie mir nach, dass ich über den Stil der Auseinandersetzung gerade mit Ihnen nicht diskutieren möchte. Die Möglichkeiten, wie der Arbeitsgerichtsstreit schlussendlich beizulegen ist, wird über die Rechtsbeistände zu regeln sein.“

 

Oberstadt 1

Hartmut Ganzke.

Vehemente Worte geradezu des Abscheus fand hingegen in der Mitgliederversammlung der SPD Oberstadt am Mittwochabend der Landtagsabgeordnete Hartmut Ganzke aus Massen: Er sagte wörtlich über dieses Schmähschreiben: „Wenn bei uns in der Partei eine Person ist, die solch einen Brief schreibt – in dem Scheiße steht, in dem gehetzt wird ohne Ende… diese Person gehört nicht zu uns!“

Margrathe Strathoff, die den anonymen Verfasser wie berichtet zusammen mit Bärbel Risadelli angezeigt hat, äußerte sich gegenüber unserer Redaktion enttäuscht über den geringen öffentlichen Rückhalt.

maggie strathoff

Margarethe Strathoff.

„Ich nehme zur Kenntnis, dass die Fraktion sich nicht dazu äußert, und ziehe daraus meine Konsequenzen“, sagte die frühere Ratsvertreterin. „In erster Linie bin ich über die Ratsmitglieder enttäuscht, dass diese sich nicht äußern. Schließlich repräsentieren sie die Fraktion. Und daher finde ich es sehr bedenklich, dass diese wohl aus Fraktionszwang keine eigene Meinung haben und es zulassen, dass sich offenbar ein  SPD-Mitglied für sie mit äußert: Die Schlusssätze implizieren ja, dass der Schreiberling wohl aus der Ratsfraktion stammt. Das ist das Ungeheuerliche an der ganzen Situation. Hiergegen würde ich mich als Ratsmitglied energisch widersetzen, wenn ich nicht daran beteiligt gewesen wäre.“

In seinem letzten Satz schreibt der namenlose Verfasser (der seinen Brief durchgängig in Wir-Form hält): „Ja dann nimm unsere Meinung zur Kenntnis… wir stehen hinter der SPD… wir stehen hinter unseren mehrheitlichen Beschlüssen… Wir stehen hinter Volker König als unserem Fraktionsvorsitzenden…“

Bärbel Risadelli

Bärbel Risadelli.

Am 3. Mai wird vor dem Arbeitsgericht Dortmund Bärbel Risadellis Kündigungsschutzklage verhandelt. Die Signale der Arbeitsrichterin beim Gütetermin am 29. Januar wiesen klar darauf hin, dass die fristlose Kündigung nicht haltbar ist.

In der Fraktion wird nach Mitteilung von Ver.di-Gewerkschafter und Ratsherr Bernd Dreisbusch mit Hochdruck nach einer – noch halbwegs – gütlichen Einigung gesucht: Man will alle Anstrengungen unternehmen, „den 3. Mai“ mit der absehbaren arbeitsrechtlichen Niederlage für die SPD-Fraktion zu verhindern. Der Termin birgt noch eine Pikanterie am Rande: Zwei Tage vorher feiert die SPD ausgerechnet den 1. Mai – den internationalen Tag der Arbeitnehmerrechte.

Schon in der Oberstadtversammlung wurde davon abgesehen vernehmliche Skepsis daran laut, ob eine solche Einigung zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt noch realistisch ist. Denn alles andere als einer Wiedereinstellung bzw. einem neuen Arbeitsangebot wird die 60jährige gekündigte Büroleiterin allein schon mit Blick auf ihre Rentenansprüche kaum akzeptieren können. 

Anonymer Brief II neuAnonymer Brief I neu

Kommentare (33)

  • Robert Rohmert via Facebook

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    So sind se, die genossen! Und immer in der Hoffnung das was Gutes dabei rauskommt 😀

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  • Jannis Metzidakis via Facebook

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    Warum sollten sich die „Wir“ Unterstützer auch distanzieren? Damit liegt doch auf der Hand…. Wer sich nicht distanziert gehört zum „Wir“.

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  • Mike

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    Eine Partei die sich selber bis aufs Letzte zerlegt, unglaublich wieviel Unfähigkeit es gibt, bis auf die wenigen positiven Ausnahmen.
    Schweigen ist eine stille Zustimmung.
    Und für soetwas werden unsere Steuern verschwendet.

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  • petter Uhlenbusch

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    Selbst im kleinsten Kreise bekommen die ihre Probleme nicht gelöst, wie mag das da erst auf Bundesebene aussehen?

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    • petter Uhlenbusch

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      … aber davon abgesehen… Mark Zuckerberg wird sich in seinen seine Vorurteilen gegenüber Deutschland nach dem Gespräch mit Altmaier sicherlich bestätigt fühlen.. The German Barbarians…. What the Hell :-) obwohl… wenn juckt dieser neureiche Schnösel?… hat der schon seine eigene Meinung bilden können?… vom Geld verdienen abgesehen?… bedeutet Reichtum auch Weitsicht? Naja, Merkel lieben natürlich alle… bis auf ihre (ehemaligen) Wähler 😉

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  • Andy Fischer via Facebook

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    Provinzposse vom Feinsten????

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  • Ralph Bürger

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    Anonyme Briefe dieser Machart sind beleidigend und herabsetzend. Sie als Teil der politischen Auseinandersetzung anzusehen und sich daher inhaltlich damit zu beschäftigen, erübrigt sich ja wohl. Eine Distanzierung ist daher überflüssig. Ich tue das als Mitglied der SPD-Fraktion hiermit trotzdem.
    Es wird angenommen, der/die Schreiber/-in stamme aus der SPD-Fraktion. Wo ist denn eigentlich der Beweis ? ? Und übrigens: Diverse Hassmail-Schreiber in diesen Kommentarlisten, die hier überflüssigerweise unter Pseudonym auftreten, haben durchaus das Potential für anonymes, papiernes Giftzeug (gegen die SPD) aller Art. Die scheuen dann noch die Öffentlichkeit, wie der Teufel das Weihwasser……In der Politik sieht man die natürlich auch nicht, weil sie mit ihren Mitmenschen nämlich nicht zurecht kommen – total krank !

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    • petter Uhlenbusch

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      Tja, so schreiben GenossInnen an GenossInnen, liest sich wie eine Abrechnung unter (ehemaligen Freundinnen). Wahrscheinlich aus engster Umgebung. Die SPD ist wahrlich auch kein Ponyhof 😉

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Ralph Bürger: Zunächst danke für deine Stellungnahme. „Hassmails“ zeige uns bitte definitiv auf. Hassbotschaften löschen wir in der Regel bzw.geben sie gar nicht frei. „Diverse Hassmailschreiber“ verunglimpft pauschal die hier Kommentierenden. Bitte nenne diejenigen, die du meinst, mitsamt den entsprechenden Postings, damit wir überprüfen können, ob es Hassbotschaften sind. Zuweilen geht uns bei der Menge an Kommentaren evtl. auch etwas durch, deswegen begrüßen wir konkrete Hinweise. Danke und VG von der Redaktion.

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    • Jannis Metzidakis via Facebook

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      Her König ist der König und Herr Bürger ist der Bürger…. Er distanziert sich….

      Haben wir somit jetzt hier die Situation „Bürger“ gegen „König“? Also quasi das wofür die SPD eigentlich stehen sollte…

      Antworten

    • Jannis Metzidakis via Facebook

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      Her König ist der König und Herr Bürger ist der Bürger…. Er distanziert sich….

      Haben wir somit jetzt hier die Situation „Bürger“ gegen „König“? Also quasi das wofür die SPD eigentlich stehen sollte…

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    • Martina Tsatsoulis via Facebook

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      Ralph Bürger, grundsätzlich richtig!
      Allerdings: Selbst wenn der Schreiber kein Fraktionsmitglied ist (allerdings scheint sie/er ja bei der ein oder anderen Tagung dabei gewesen zu sein und deswegen denke ich sehr wohl das diese(r) Schreiber(in) bei der SPD involviert ist) und das Schreiben inhaltlich nicht zu diskutieren ist, es wird zumindest durch die ,Wir‘- Form impliziert das sie/er in Vertretung der Fraktionsmitglieder schreibt, sie/er sich sicher ist das die Mitglieder die gleiche Meinung vertreten! Deswegen finde ich es richtig und gut sich von diesem erbärmlichen Schreiben zu distanzieren und ich wunder mich auch etwas das nicht schon mehr Mitglieder klare Worte gefunden habe! Bin erfreut das es bei Ihnen anders ist!
      Ansonsten wird tatsächlich der Eindruck erweckt wer nicht dagegen ist, ist ,wir’!
      Hartmut Ganzke hat klare Worte gefunden und das sehe ich zu 100% auch so! Das war wichtig und richtig!
      Die Kommentare unter Pseudonym finde ich auch immer fraglich und kann sie weniger ernst nehmen als unter richtigem Namen. Einfach nur ,Schlaumeiern‘ ohne Mumm dazu zu stehen!

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    • Manfred Hartmann via Facebook

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      …. eine Frage an den Rundblick Unna, die sich auf einen älteren Artikel bezieht: Wenn von Menschan als „Abschaum“ gesprochen wird, handelt es sich dabei nicht um eine „Hassmail“? http://rundblick-unna.de/kurzer-prozess-montag-beim-klauen-erwischt-dienstag-zu-geldstrafe-verurteilt/#comment-51525

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Hallo, Manfred Hartmann. Über dieses Wort haben wir in dem Zusammenhang, in dem Ines Petzold es verwandte, lange diskutiert. Da die Posterin nicht auf Ihre Aufforderung reagiert hat, habe ich es jetzt entfernt. Ralph Bürgers „Hassmailschreiber“ beziehen sich allerdings auf das Thema SPD. Insofern bitte ich, dass wir hier beim Thema bleiben. Freundlichen Gruß.

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    • Manfred Hartmann via Facebook

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      Herzlichen Dank dafür, dass das Wort „Abschaum“ aus dem Kommentar entfernt wurde und durch drei Punkte ersetzt wurde. Sollte dies die Redaktion des Rundblicks Unna selbst getan haben, müsste das erwähnt werden. Wenn Frau Ines Petzold es selbst gelöscht hat, ist alles o. k. so.

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    • Manfred Hartmann via Facebook

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      Nochmals danke für die Löschung. Ich bleibe gern beim Thema. Der Rundblick hatte ganz allgemein geschrieben. Zitat: “ Hassbotschaften löschen wir in der Regel bzw.geben sie gar nicht frei“. Diese Aussage hat mich gefreut, denn sie wird ja auch für die Zukunft gelten.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Manfred Hartmann – in diesem Fall haben wir es jetzt entfernt, mit einer entsprechenden Information an die Schreiberin und der Bitte, auf solche Ausdrücke künftig zu verzichten. Wir haben mit direkter Ansprache immer noch die besten Erfahrungen gemacht und wünschen uns das auch von unseren Kommenatarschreibern. Schwierig wird es in der Diskussion, wenn sich Formulierungen im Grenzbereich bewegen. Pauschale Löschung von möglicherweise „fragwürdigen“ Postings kommt für uns nach wie vor nicht in Frage. VG.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Manfred Hartmann – diese Aussage galt immer, sie ist mitnichten neu. Wir können dir bei Bedarf einmal einen Einblick in unseren Papierkorb mit gelöschten oder gar nicht erst freigegebenen Hassbotschaften gewähren. Es sind, wohlgemerkt, Hassbotschaften aus BEIDEN Richtungen, geschrieben von Deutschen wie auch erklärterweise nichtdeutschen Postern. Auch das ist Realität. Diese wird jedoch hier niemals stattfinden.

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    • Manfred Hartmann via Facebook

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      Sehr gut, ein mit seinen Leserinnen und Lesern kommunizierender Blog freut sich, wie ich ja weiß, über deren Reaktionen und da helfe ich gern mal mit – falls was übersehen wird. Don’t think twice, it’s allright.

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    • Martina Tsatsoulis via Facebook

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      Jannis Metzidakis , H. R. Bürger distanziert sich von dem anonymen Brief! Nicht mehr und nicht weniger. Das ist gut so! Es geht doch hier nicht um H. Bürger oder sonst irgendwen gegen H. König…

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    • Mike

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      Die ganzen Interna aus dem Brief kann nur jemand aus den SPD Kreisen kennen, kein Externer.

      Davon mal ab würde Niemandem ein Zacken aus der Krone brechen zu sagen, dass das Schreiben nicht die Meinung der SPD wiedergibt, aber da schweigt man sich lieber aus und lässt Fr. Strathoff ohne Rückendeckung dastehen.

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    • Jannis Metzidakis via Facebook

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      Danke Martina Tsatsoulis. Das war satirisch gemeint und sollte den Kampf der momentan in der SPD herrscht symbolisch darstellen…

      Und da ich vorher geschrieben hatte „wer sich nicht distanziert, gehört zum wir“ passte das doch ganz gut. Er hat sich distanziert (gut!). Das Wortspiel Bürger gegen König diente mir als Werkzeug für die symbolische Darstellung.

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    • Thorsten Drees via Facebook

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      Och … ich, als Wortspiel-Liebhaber fand es ganz gut 😀

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    • Martina Tsatsoulis via Facebook

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      Ok Jannis Metzidakis! Mein Fehler?… Sorry, hab ich leider nicht so erkannt. Eigentlich mag ich Satire aber es gibt Tage da hat jeder Mal ein Brett vorm Kopf?…

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  • Günther Klumpp

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    Ich würde mich wie Ralph Bürger auch freuen, wenn Wutbürger, Fürst und Petter hier mit ihren echten Namen aufträten. Dann könnten wir uns ja auch mal zum fröhlichen Streiten um unsere Einschätzungen im Extrablatt am Markt, bei Klüting oder Agethen live treffen. Wäre doch schön, mal echt und nicht nur virtuell, oder?

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    • petter Uhlenbusch

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      Sehr nett gemeint Günther Klumpp. Danke! Aber mit den Grünen setzt ich mich an keinen Tisch. Nicht, das ich die politische Meinungsäußerung scheuen würde, aber unsere Ansichten stehen so diametral zueinander, da gibt es keinerlei Konsens und keinen Funken Hoffnung. einen gemeinsamen Nenner zu finden.

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      • petter Uhlenbusch

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        Sorry…
        Aber mit den Rot/Grünen meinte ich natürlich… man kann sie ja wöchentlich kaum auseinander halten….

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        • petter Uhlenbusch

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          Wasser predigen, aber Wein saufen…
          das mag sicherlich nicht auf Sie persönlich nicht zutreffen, aber Ihre Partei, die Ihnen Ihren politischen Kurs vorgibt hat alle Realitäten seit Jahren aus den Augen verloren. Nach Menschen wie Helmut Schmidt, sucht man in Ihrer Partei vergeblich. Was Ihre Partei uns heute bietet: Rolf Stegner, Hannelore Kraft, oder Sigmar Gabriel… oder IM Jäger :-(, das ist nichts, da träumt man von Willy Brandt, der wäre in der Lage gewesen dieses (Flüchtlings) Problem zu bewältigen… der hatte noch Visionen, die das Herz rührten… die kalten Apparatschiks in der SPD, die heute das sagen haben, berühren nur noch eines: Urängste

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  • Jama To via Facebook

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    Und solche Genossen oder …… sollten regieren!!! Keine gute Beispiel!!!

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  • Dr. Peter Kracht

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    Die Kommentierung von Ralph Bürger ist durchaus löblich: Er distanziert sich von dem infamen anonymen Brief, den die Ex-SPD-Ratsfrau Margarethe Strathoff (SPD) erhalten hat. Anerkennung! Es wäre allerdings zweifelsohne von besonderer Qualität gewesen, wenn sich auch der Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion, Volker König, selbst mittlerweile zu einer Stellungnahme hätte durchringen können. Eine solche habe ich bis heute nicht gelesen.
    Im Gegensatz zu Ralph Bürgers Meinung muss sich ein Historiker und Journalist schon mit anonymen Schreiben auseinandersetzen, sie sind in der Tat „als Teil der politischen Auseinandersetzung anzusehen.“ Deswegen aber schlusszufolgern, SPD-Ratsmitglieder brauchten keine eigene Meinung (das Wahlvolk geht doch davon aus, dass sie eine haben, oder?) öffentlich abzugeben – das halte ich schlicht und ergreifend für der Sache nicht förderlich.
    Ralph Bürger schreibt weiter: „Es wird angenommen, der/die Schreiber/-in stamme aus der SPD-Fraktion. Wo ist denn eigentlich der Beweis??“ Es gibt keinen Beweis dafür, das steht aktuell doch außer Frage! Es gibt allerdings ernstzunehmende Indizien und die DUDEN-Redaktion prüft in Bälde einige mir vorliegende und selbstredend anonymisierte Schreiben/Briefe aus dem lokalen Umkreis, die vom Duktus und des ungewöhnlich/selbstherrlichen Stils her ähnlich dem anonymen Schreiben sind! Das heißt: Der Täter könnte doch ermittelt werden!
    Ich harre in spannender Erwartung des Urteils der DUDEN-Redaktion, das sicherlich mehr beitragen kann zur öffentlichen „Sichtbarmachung“ des unsäglichen Übeltäters als die Untersuchungen der Spurensicherung in Dortmund. Denn Sprachwissenschaftler sind, was kaum einer in der Öffentlichkeit weiß, durchaus pfiffige Burschen in dieser Hinsicht – und noch besser als die Spurensicherung: Die finden zum Beispiel heraus, ob einer Akademiker ist, obwohl er in seinen grauenhaft gestelzten Text fünf- oder zehnmal „Scheiße“ eingebaut hat, um seine wahre Identität zu verbergen. Ich denke, solch einen Fall haben wir hier vorliegen.

    Ich hoffe, dass die Übeltäter hier mitlesen und über den letzten Vers aus Schillers „Die Kraniche des Ibykus“ bitte einmal intensiv nachdenken. Die Gerechtigkeit findet ihre Wege! Darauf gebe ich Brief und Siegel! Und ich kann den Bösewichtern nur raten, bald durch eigenen Mund zu sprechen…

    Doch dem war kaum das Wort entfahren,
    Möcht er’s im Busen gern bewahren;
    Umsonst, der schreckenbleiche Mund
    Macht schnell die Schuldbewußten kund.
    Man reißt und schleppt sie vor den Richter,
    Die Szene wird zum Tribunal,
    Und es gestehn die Bösewichter,
    Getroffen von der Rache Strahl.

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  • Christoph Tetzner

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    Ahoi,
    Nunja, Ralph Bürger zählt für mich definitv zum Kreis der wahren Politiker in UNserer Kreisstadt. Dennoch vermag mir auch hier nur kurz erwähnt sein: er hat sich ja bereits schon einmal von der SPD abgewandt zu den LINKEN… Und nun spricht er gegen und für das System? Spielen da Hoffnungen auf einen Ausschussvorsitz eine Rolle? Unna soll ja 3 Neue Ausdchüsse bekommen… Wenn Ihr doch einfach mal ehrlich sein würdet, dann könnte man euch noch glauben! Eine Positionierung von Ralph fehlt mit bezüglich der Causa Risadelli gänzlich. Jemand der eine tragende Rolle in der SPD übernehmen will, sollte sich auch hier deutlich für die Wähler positionieren!

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  • Magdalena

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    Herr Bürger zeigt als Fraktionsmitglied Flagge, egal, ob er mal bei den Linken war. Haben diese seinerzeit nicht einige Werte der SPD übernommen und wollten die sozialen Werte umsetzen? Siehe Oskar und seine schöne Sarah? Politisch gesehen ist Herr Bürger auf der richtigen Linie und kann nur so punkten. Nur, er muss es glaubhaft umsetzen. Sollte er es nur aus Politgründen und Pfründen schreiben, verliert er an Glaubwürdigkeit. Er hat offenbar die Intelligenz, zu wissen, worauf er sich einlässt. Die Stellungnahme grundsätzlich ist ein erfreuliches Zeichen.

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