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SPD-Fraktion fordert: PCB-Einleitung über Grubenwässer in die Lippe verhindern

Der Kreisumweltausschuss beschäftigte sich gestern in seiner ersten Sitzung 2016 mit der PCB-Einleitung in die Lippe. Vorausgegangen war eine öffentliche Debatte zu den möglichen Gefahren für die Fließgewässer durch Grubenwassereinleitungen. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen(LANUV) legt jetzt eine Untersuchung zu den Belastungen von Oberflächengewässern und von aktiven Grubenwassereinleitungen mit bergbaubürtigen PCB (und PCB-Ersatzstoffen) vor(Ergebnisse des LANUV-Sondermessprogramms 2015).
Im Kreisumweltausschuss erläuterte dazu Fachbereichsleiter Ludwig Holzbeck. Im Kreisgebiet werden derzeit noch Grubenwässer über die Wasserhaltungen des ehemaligen Bergwerks Haus Aden in Bergkamen unmittelbar in die Lippe eingeleitet. Bis zumJuni 2013 erfolgte außerdem noch eine Einleitung im Raum Hamm über die Wasserhaltung des Standortes Heinrich Robert.
Wesentliche Erkenntnis: In allen mit Grubenwasser beaufschlagten Flusseinzugsgebieten in Nordrhein-Westfalen sind bergbau-gebürtige PCB nachweisbar. Die PCB-Konzentrationen in den derzeit in den Flüssen transportierten Schwebstoffen liegen deutlich unterhalb der nach Gesetz einzuhaltenden Norm von 20 IJg/kg TS. Allerdings weisen die vom LANUV gewonnenen Proben eine ansteigende Tendenz auf.
Auch wenn die Grenzwerte eingehalten werden, ist die fortgesetzte Einleitung von mit PCB-belastetem Grubenwasser umweltrelevant. PCB sind sehr langlebig und reichern sich deshalb in der Umwelt an. Stoffverbote bezwecken, dass es mittel- bis langfristig zu einer Entlastung der Umwelt kommt.
Für die SPD-Fraktion erklärte die umweltpolitische Sprecherin Simone Symma, dass grundsätzlich der Verursacher aufgefordert ist, den PCB-Eintrag ganz zu verhindern. Das Land muss hier handeln, technisch ist dies durchaus möglich. Die Entlastung der Umwelt hat Vorrang und muss schnellstmöglich erreicht werden, so die Sozialdemokraten.
Auschussvorsitzender Norbert Enters nahm diesen Antrag auf und bat auch im Namen der anderen Fraktionen die Kreisverwaltung eine entsprechende Initiative gegenüber dem Land zu formulieren.

Kommentare (2)

  • Mike

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    Wenn es technisch machbar ist, sollte es dringend gemacht werden. Wurden da nicht teils auch noch viel schlimmere Gefahrstoffe eingelagert ?
    Das Problem wird sein, wie in so vielen Fällen, wo es keine massive Lobbyarbeit gibt oder was nicht im Fokus unserer Regierung steht bekommt keine Geldmittel, da heisst es dann mal wieder kein Geld da…

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    • Stefanus Maxus via Facebook

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      Die RAG/DSK hat auch Filterstäube und anderes als Verfüllstoff genutzt. Ausserdem ist über Jahrzehnte Hydraulikflüssigkeit im normalen Betrieb ausgetreten und jede Menge Maschinen- und Elektrotechnik einfach unter Tage stehen gelassen worden. Das wird möglicherweise noch ein teures Vergnügen für die Nachwelt!

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