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SPD-Abgeordneter nach Brexit: EU muss sozialer und demokratischer werden

Sozialer und demokratischer müsse die EU nun werden. Für Schadensbegrenzung und einen Politikwechsel in Europa plädiert nach dem Votum der Briten gegen die Europäische Union (Brexit) der in Schwerte geborene SPD-Europaabgeordnete Prof. Dr. Dietmar Köster.

„Die Entscheidung der britischen Wähler ist ein tiefer Einschnitt in der Nachkriegsgeschichte Europas. Zum ersten Mal verlässt ein Mitgliedstaat die EU„, bedauert Köster. „Sie wurde dem Ziel gegründet, endlich Frieden in Europa zu schaffen.“

Dietmar KOSTER - 8th Parliamentary term

Dietmar Köster, SPD.

Man dürfte aber Großbritannien jetzt nicht die Tür verschließen. „Wir sollten aus den Ursachen, die zum Brexit geführt haben, lernen und die EU politisch so ausrichten, dass dieser Ausstieg ein Einzelfall bleibt“, appelliert der Sozialdemokrat. „Dazu braucht Europa einen Politikwechsel: ein umfassendes Solidarprogramm für Bildung, den Wohnungs- und Städtebau sowie den Ausbau des Gesundheitswesens. Das schafft Arbeitsplätze und fördert die Solidarität in Europa.“

Politisch verantwortlich ist für den SPD-Europaabgeordneten vor allem die konservative Regierung Großbritanniens: „Der britische Premierminister David Cameron hat mit seiner Rhetorik in den letzten Jahren reichlich Öl ins Feuer gegossen. Seit Beginn seiner Amtszeit vernachlässigt er die soziale Schieflage im Vereinigten Königreich und führt  politische Misserfolge auf die Europäische Union zurück. Zudem zeigt sich erneut, dass es nichts bringt, politische Position von Rechtspopulisten zu übernehmen,“ so Köster, der damit auf die britische UKIP-Bewegung mit ihrem anti-europäischen Kurs anspielt. „Die rhetorische Kehrtwende Camerons war unglaubwürdig. Wer jahrelang Dämonen heraufbeschwört, nimmt man sein Umschwenken einige Wochen vor der Abstimmung nicht ab.“ 

Wichtig sei es, weiterhin für die europäische Idee der Freiheit, der Gleichheit und Solidarität zu werben. „Nun sollte die Labour-Partei im Bündnis mit Organisationen aus der Zivilgesellschaft die Chance nutzen, soziale und ökologische Alternativen zum gescheiterten Kurs von Cameron aufzeigen.“

Kommentare (17)

  • fürst

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    Erst einmal sollte die SPD wieder sozialer und demokratischer werden!
    Dann klapp ‚s auch mit den Nachbarn.

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    • Helmut Brune via Facebook

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      Es ist ja nicht nur eine Angelegenheit der SPD, es betrifft Alle.

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    • Heiko Blitz via Facebook

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      Die SPD macht aber grad die verlogene Klappe auf ? sie ist für den normalen Bürger doch auch unwählbar geworden und besonders abstoßend finde ich, dass immer mit grün koaliert wird.

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  • Christiane Kramer via Facebook

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    Woher der Wandel SPD ??? Genau das wurde 2013 schon von der AfD verlangt! Ach ja, der Wahlkampf beginnt….

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  • Helmut Brune via Facebook

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    Der Herr Köster kann hier dem David Cameron alles mögliche vorwerfen. Je doch geht auch das am wirklichen Problem unserer Gesellschaft vorbei. Das wirkliche Problem ist doch, daß die europäische Politik völlig am sogenannten kleinen Mann vorbei geht und sich nur auf die oberen Zehntausend richtet. Extrem Reiche bekommen Steuervergünstigungen die mit dem Begriff Demokratisch überhaupt nichts zu tun haben. So wie ich es sehe, muß ich Sarah Wagenknecht rechtgeben in ihrer hier aufgeführten Rede: https://www.youtube.com/watch?v=U9ydCKkEiYs&feature=share&list=PLG4aoPhmPo8VJgG2K1XoJx1178wqPMhmV&index=16

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  • Tobi

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    Die EU ist ein Konstrukt, in dem sich jede Menge Politiker die Taschen voll machen. Politik für den Bürger, wird da nicht gemacht. Die Krisen werden nicht bewältigt. Bei der Eurokrise/Griechenlandkrise, werden nur die Banken gerettet, aber nicht die in Not geratenen Bürger. Bei der Flüchtlingskrise arbeiten die EU Länder nicht zusammen. Da ist jedes Land Egoist. EU Länder nehmen gerne jede Menge Subventionen auf Kosten der einzahlenden Länder. Da verschwindet Geld in dunklen Kanälen. Da werden Richtlinien erlassen, ohne Sinn und Verstand. Das ist ein aufgeblasenes Konstrukt, das kein Interesse an einer wirklichen Lösung von Problemen hat. Die Bürger der Länder interessieren nicht die Bohne. Und da wundern sich solche EU Fürsten, dass Europa nach rechts rückt….

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    • Stefanus Maxus via Facebook

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      Tobi: Absolut! Ausserdem waren und sind ja sowieso nicht alle europäischen Länder in der EU, welche mit „Europa“ ja nun so recht gar nichts zu tun hat. Dass Gejammer der Unternehmer und Politiker ist bestimmt nur der Vorwand, uns Bürger demnächst noch mehr über den Tisch zu ziehen…

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      • fürst

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        Ja, Tobi,Stefanus, auch von mir: absolut!

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  • Stefanus Maxus via Facebook

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    Helmut Brune Absolut richtig! Gerade die SPD hat ihre Ursprungsklientel veraten (Von den Ausbeuterparteien CDU/CSU/FDP erwartet man ja ohnehin nichts Anderes…). Das Geheule der Politiker ist grottenpeinlich! Die europäische Idee wurde zunehmend schneller von den „Altpartien“ pervertiert und mit Füssen getreten, jetzt stellen sie sich als grosse, einsichtig gewordene Retter dar? Vor dem Hintergrund der Statements von Merkel, Juncker, Brok, Schulz&Co mehr als unglaubwürdig!

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  • Hans-Otto Dinse

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    Die Briten stellen ihre nationale Identität über eventuelle wirtschaftliche Vorteile die sie durch die europäische Union haben könnten. Dies gilt für einen Großteil der europäischen Bevölkerung und ausdrücklich auch für mich. Das Glattbügeln europäischer Kultur und Identität und deren Ersatz durch die bunte Zuwanderung von Millionen Arabern und Schwarzafrikanern wird von der überwiegenden Mehrheit ausdrücklich abgelehnt. Jede Volksabstimmung in Europa würde unter diesem Merkelschen Zuwanderungswahnsinn genau so ausgehen wie in England! Merkel ist es die Europa auseinandertreibt. Sie und ihre Claqueure in Brüssel müssen entmachtet werden um Europa wieder zu dem zu machen als was es ursprünglich gedacht war. Eine Vereinigung freier, und in Frieden und Freundschaft miteinander verbundener Heimatländer!

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    • fürst

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      Klare Sicht der „Dinge“, HOD. Wie fast immer bei Ihren Kommentaren, meine absolute Zustimmung.

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  • petter Uhlenbusch

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    Den Brexit kann sich zudem Frau Merkel auch auf ihre Fahne schreiben. Ohne deren (wirklich) grenzenlose „Willkommens-Offensive“, hätte mancher Brite sich den Verbleib in der EU vielleicht noch überlegt. Die zunehmende, ja überbordene Anzahl, an Einbrüchen, Überfällen, Diebstählen und noch schlimmeren Delikten, dürfte auch unseren Nachbarn von der Insel nicht verborgen geblieben sein. Zumal man dort unter Pressefreiheit noch etwas anderes versteht. Mit ein wenig Anstand hätte jedenfalls nicht nur Cameron seinen Hut nehmen müssen.

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  • Dagobert

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    Wenn man die britischen Medien gelesen hat, wird man erfahren, dass der Hauptgrund für den Brexit die verfehlte Asylpolitik (verursacht von der SPD-CDU- Regierung unter Frau Merkel) ist. Somit ist die SPD und Frau Merkel indirekt für den Brexit verantwortlich(nicht das vermeintlich „dumme“ Volk der Briten oder Cameron , der Wort gehalten hat, indem er ein Referendum veranlasst hat). Die SPD benötigt zunächst ein Weiterbildungsprogramm für die eigene Partei, bevor große Töne gespuckt werden können.
    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article156541722/Die-Briten-haben-auch-Merkels-Alleingaenge-abgewaehlt.html

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  • fürst

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    Den von Dagobert eingesetzten Link sollte hier jeder anklicken! Sehr, sehr lesenswert und inhaltlich sicher zutreffend.

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  • Peter Köhler via Facebook

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    Herr Schulz residiert wie ein Fürst in Brüssel. Hat sogar einen eigenen Kammerdiener. Das ist kein modernes Europa das ist Raubrittertum und Versorgungsmentalität aus der tiefsten Vergangenheit. Ist klar, dass diese Leute Angst haben dass die EU irgendwann nicht mehr in ihrer jetzigen Form besteht.

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  • Stefanus Maxus via Facebook

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    Dieser Artikel zeigt, wie erkenntnisresistent genau die Leute sind, die Europa kräftig ruinieren: http://www.derwesten.de/politik/martin-schulz-will-brexit-austrittsantrag-schon-bis-dienstag-id11950653.html Schade, das man solche Figuren nicht zum Mond schiessen kann. Im Weltraumvakuum gibt es keine Schallfortleitung und somit wären wir vor dem dummdreisten Gewäsch dieser Typen geschützt!

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