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Sparweihnacht in Fröndenberg

Der Werbering sah nicht ein, wieso er jedes Jahr alleine zahlen und tun und machen soll, die Stadt sah nicht ein, wieso sie plötzlich hektisch Spitz auf Knopf einspringen sollte. Im Ergebnis präsentiert sich Fröndenbergs Weihnachtsbeleuchtung in der Stadtmitte in diesem Jahr als Sparversion und passt somit zum Haushalt.

Der Christkindlmarkt setzte am letzten Adventswochenende schlussendlich ein Glanzlicht in die City, doch vor- und hinterher regierte und regiert Schlichtheit, man könnte es auch Tristesse nennen – blickte man über die schmucklose, abenddunkle Alleestraße.

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Im Himmelmannpark nur ein paar Gehminuten weiter glänzt das Kettenschmiedemuseum in bunter Lichterpracht, das hat hier einmal mehr der Förderverein zustande bekommen. Auf dem Marktplatz verbreiten zumindest die illuminierten Arkadenbögen dezente Vorweihnachtsstimmung, und das Bücherparadies Kern sorgt mit einem originellen und liebevoll dekorierten „Weihnachtsgeschenkefahrrad“ nebst Lichterketten für einen echten Hingucker.

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Dagegen strahlt die Haupt(einkaufs-)straße von Fröndenberg – vom großen Weihnachtsbaum neben dem Eiscafé Cortina abgesehen – überhaupt nicht. Sie strahlt statt dessen die neue Bescheidenheit aus. Ähnlich wie ein Blick um die Ecke des Marktes…

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So schaut Werberingvorsitzender Wolfgang Hüttner auch selbst mit leisem Seufzen zu den Nachbarn rüber zur anderen Ruhrseite… oder alternativ zu denen jenseits der Wilhelmshöhe, denn sowohl Menden wie auch Unna kriegen es – buchstäblich – entschieden besser auf die (Lichter-)Kette.

Rathaus Unna Weihnacht

Blick nach Unna. Hier sorgen die Stadtwerke für üppige Beleuchtung – doch die Kreisstadt ist natürlich auch fast dreimal so groß wie Fröndenberg.

Kreisel beleuchtet

Hingucker im Vorbei- bzw. Drumherumkreiseln: In Unna wird auch der (zwangskastrierte) Ex-Doppelkreisel am Kreishaus mit einem üppigen Sternschweif illuminiert.

Beleuchtung Lendringsen (2)

Blick nach Lendringsen: In Mendens größtem Stadtteil, der aber immer noch gerade mal halb so groß ist wie Fröndenberg, sorgt die Werbegemeinschaft für Glanzlichter. Große Lichterornatmente hängen funkelnd über der kompletten Einkaufsstraße und finden sich vereinzelt an den Fassaden wieder. Die Schaufenster sind ebenfalls weihnachtlich geschmückt.

„Selbst ein einzelner Stadtteil wie Lendringsen bekommt so eine schöne Weihnachtsbeleuchtung hin. Im nächsten Jahr soll das bei uns wieder anders werden“, beschließt der Vorsitzende des Fröndenberger Werberings.

Diese hatte in den Vorjahren stets für blickfangtauglichen Lichterschmuck auf der Alleestraße gesorgt; doch Wolfgang Hüttner sieht nun endlich auch einmal die Stadt in der Pflicht. „Ich sage es klipp und klar: Die 800 Euro für die Alleestraße können und wollen wir nicht mehr allein ausgeben“, macht Hüttner seinen Standpunkt und den seiner Händlerkollegen deutlich. „Ich sehe nicht ein, dass immer nur der Werbering zuständig sein soll.“

Da es freilich müßig ist, sich über verschüttete Milch aufzuregen, fasst man nun schon gute Vorsätze fürs neue Jahr. „Wir wollen uns mit dem Bürgermeister im Sommer zusammensetzen und gemeinsam über ein neues Konzept beratschlagen“, kündigt der Werbering-Vorsitzende mit Blick auf die schon nächste Weihnachtszeit an. Diese Gespräche stehen allerdings unter striktem Sparvorbehalt: Bekanntlich ist der Streit-Haushalt für 2016 noch gar nicht beschlossen, bis Februar ringen die Oppositionsfraktionen im Rat noch mit Verwaltung und SPD verbissen um die Grundsteueranhebung.

Und in dieser Weihnachtszeit erfreuen sich die Fröndenberger eben an dem, was sie privat so alles auf die Kette kriegen – und das ist, wie man so sieht, auch eine Menge Schönes. :-)

 

Kommentare (8)

  • Helmut Brune via Facebook

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    Wir haben Heutzutage doch LED- Beleuchtung, die nur noch einen Bruchteil an Energie verbraucht als Normale Glühlampen. Eine schöne Weihnachtliche Atmosphäre darf doch nicht wegen ein paar lumpigen Euro’s verloren gehen. Das darf auch ruhig mal „unpolitisch“ gelöst werden.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Die Tristesse war auch ein wenig mangelnder Vorplanung geschuldet, Helmut Brune – da Weihnachten ja immer so plötzlich kommt.. :-)

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    • Helmut Brune via Facebook

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      Da hast du natürlich Recht. Dieser Überraschungseffekt! Der Dezember ist gerade mal halb vorbei und auf einmal: Schwupp, ist Weihnachten.

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  • Christian Knospe

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    Wie….ist schon Weihnachten ?

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  • Herta Heinert via Facebook

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    Selbst bei einer energiesparenden LED-Beleuchtung wird der Kämmerer der Stadt den Rotstift angesetzt haben, möglicherweise gibt’s nur noch eine Notbeleuchtung

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  • Andre As via Facebook

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    An der Weihnachtsbeleuchtung darf man nicht sparen.

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