Rundblick-Unna » Selbst ernannter „ISIS-Kämpfer“ ruft in Wimbern Staatsschutz auf den Plan

Selbst ernannter „ISIS-Kämpfer“ ruft in Wimbern Staatsschutz auf den Plan

Lautstarke Randale eines volltrunkenen Asylheim-Bewohners haben in Wickede-Wimbern kurzzeitig den Staatsschutz auf den Plan gerufen. Denn der 34 jährige Nordafrikaner, so wurde inzwischen vom Dortmunder Polizeipräsidium bestätigt, behauptete gegenüber einer syrischen Familie, ein „ISIS-Kämpfer“ zu sein. Die zum Krawall herbeigeeilte Kreispolizeibehörde Soest schaltete aufgrund dieser möglichen Terrorbedrohung den Staatsschutz ein.

Das Ganze passierte schon am 22. Oktober, wurde aber erst jetzt durch das Onlineportal  „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“ bekannt gemacht. Danach hatte ein stark alkoholisierter Libyer – zu dem Zeitpunkt in der Massenunterkunft in Wimbern untergebracht – in der Ortsmitte randaliert und Streit mit anderen Leuten angefangen. Der 34 Jährige aus Nordafrika soll dabei auch einen unbeteiligten Passanten verletzt haben. Dies wurde von der Polizei bestätigt, seinerzeit aber nicht gemeldet.

Ein örtlicher Geschäftsmann berichtete dem  Wickeder Journalisten, dass der volltrunkene Mann – noch bevor er auf der Straße herumschrie und mit abgebrochenen Glasflaschen Passanten drohte – schon in seinem Ladenlokal mit Pöbeleien begonnen habe. Unter anderem habe er eine syrische Flüchtlingsfamilie „angemacht“, die gerade als Kundschaft im Geschäft war: Auf Arabisch habe sich der Nordafrikaner den Syrern gegenüber als „ISIS-Kämpfer“ zu erkennen gegeben. Er soll die Familie beschimpft, als ungläubige und minderwertige Menschen beleidigt haben: In Syrien habe er gegen Leute wie sie gekämpft. Versstehen konnte der Ladeninhaber die Tirade deshalb, weil er selbst libanesische Wurzeln hat und des Arabischen mächtig ist

Nachdem der 34-jährige Libyer im Polizeigewahrsam ausgenüchtert war, wurde er zu dem Vorfall befragt. Dabei konnte der Staatsschutz keine Verbindungen des Nordafrikaners zu der islamistischen Terrormiliz feststellen. Er bekam eine Anzeige wegen Körperverletzung.  Geprüft werden noch die möglichen Tatbestände Volksverhetzung, Verstoß gegen das Vereinsgesetz, Bildung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland sowie illegaler Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland.

Der 34-jährige Libyer ist inzwischen wieder auf freiem Fuß. Er wurde laut Bezirksregierung Arnsberg in eine andere Unterbringungseinrichtung verlegt.

Zur Kriminalität im Umfeld der Massenunterkunft Wimbern insgesamt zitiert das Portal Wickede.ruhr  den Bezirksregierungssprecher Christoph Söbbeler. Dieser erklärte gestern (5. 11.): Bis auf einen geringen Anstieg der Ladendiebstähle gäbe es durch die Flüchtlinge aus der Massenunterkunft in Wimbern keinen wesentlichen Anstieg der polizeilichen Kriminalitätsstatistik in Wickede.

Für die Kreispolizeibehörde Unna sagte das Leiter Hans Volkmann bei zwei Bürgerversammlungen zu Flüchtlingsunterkünften ebenfalls: Sowohl am Mittwochabend in Fröndenberg wie auch einige Wochen zuvor in Bönen erklärte der Polizist, Flüchtlingsheime seien „kein Hort des Verbrechens“ und in ihrer Umgebung kein signifikanter Anstieg von Kriminalität festzustellen. In einem kürzlichen Gspräch mit unserer Redaktion bestätigte zugleich Polizeisprecherin Ute Hellmann, dass  es z. B. in der Landesstelle Unna-Massen  relativ häufig Einsätze wegen Auseinandersetzungen der Bewohner untereinander gebe: Diebstähle, körperliches Aneinandergeraten und häusliche Gewalt.

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