Rundblick-Unna » Sehr unterschiedlicher Zulauf zu Rudelguck-Events: Fehlt das „Schland-Gefühl“?

Sehr unterschiedlicher Zulauf zu Rudelguck-Events: Fehlt das „Schland-Gefühl“?

Auf dem Platz der Kulturen in Unna herrschte prima Stimmung bei überraschend freundlichem Wetter und befriedigender Besucherzahl – siehe Bild (Fotorechte: SWU). Hingegen kommen einige große beworbene  XL-Rudelguck-Events in den benachbarten Großstädten nach wie vor nicht aus dem Quark.

So blieb auch beim spannenden ersten K.O.-Spiel der deutschen Elf gegen die Slowakei gestern Abend der Friedensplatz in Dortmund luftig-leer – für die Veranstalter eine enttäuschende Resonanz.

Knapp 1600 Zuschauer sahen das Spiel und bejubelten das 3 zu 0 für Jogis Jungs, für sage und schreibe 11.000 ist auf dem Platz jedoch Platz. „Von Feierlaune war hnterher so großartig auch nichts zu spüren“, bilanzierten zwei Besucher aus Unna enttäuscht, die sich das Achtelfinale „in voller Hütte im Wohnzimmer des BVB“ anschauen wollten und eher ernüchtert vom Platz zogen.

Ob es am Eintritt liegt (in diesem Jahr erstmals – 3 Euro kostet er), ob an den recht stattlichen Getränkepreisen von 5 Euro pro Bier – die mangelnde EM-Euphorie gerade in der Fußballstadt Dortmund wird im Netz rauf- und runter diskutiert.

Ganz klar lag es gestern am Wetter! Haben selbst in der Stadt geguckt und relativ kurz vor Anpfiff hat es dermaßen geschüttet, dass man dann doch lieber drinnen gucken wollte“, meint ein User in einer Dortmunder Facebookgruppe. „Und diese 3 Euro… meine Güte…wer die nicht übrig hat, sollte auch nicht in der Stadt beim Fußballgucken ein Bier trinken gehen. Wenn das Wetter mal schöner und/oder beständiger wäre, würde sich auch dieser Platz mal füllen.“ 

Andere widersprechen: 3 € ist ein Punkt“, meint ein Fußballfan, „dann ist diese EM nicht wirklich berauschend. 2006 war die Begeisterung sehr hoch. Lag sicher daran, dass die WM in Deutschland ausgetragen wurde.“ Eine junge Frau stimmt zu: „Zu Hause mit Freunden gucken ist günstiger…  es sind zwar “nur“ 3 Euro Eintritt, die ja neu eingeführt wurden, aber auch das läppert sich, wenn man die Preise für Essen und Trinken mit berechnet.“

 Pragmatisch sieht es hingegen dieser junge Mann: „Ich zahle gerne diese 3 Euro. Und das dass Bier da teurer ist, finde ich auch. 5 Euro sind schon hart. Aber wozu gibt´s die Halbzeit? Schnell raus, zum Kiosk und fertig!“

In der WELT erschien vorige Woche eine nachdenkliche Analyse zur bisher mangelnden EM-Euphorie der Deutschen: „Das Schland-Gefühl ist weg.“

EM Haus Nationalflagge

„Schland“-Gefühl in Fröndenberg.

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