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Schwertes Bürgermeister kritisiert: Schulische Integration von Asylbewerberkindern klappt so nicht

Zuwanderungs- und Flüchtlingskinder werden teils ohne Sprachkenntnisse in normale Schulklassen gegeben – konzentriert an bestimmt Schulen. So klappt das nicht, kritisiert Schwertes Bürgermeister Heinrich Böckelühr. „Gelebte Integration sieht anders aus.“ 

Böckelühr fordert Landrat Michael Makiolla zur Abkehr vom sog.  „Go In“-Verfahren auf. Go in bedeutet schlicht „hineingehen“ – Kinder von Asylbgehrenden „gehen“ in reguläre Schulklassen hinein. Das funktioniert so aber nicht wirklich, beklagt Böckelühr. Die Kinder würden völlig ungleichmäßig auf die Schulen verteilt. Das überfordere die Lehrkräfte und auch die Kinder. Alle Kinder.

Schon bei der Bürgermeisterkonferenz im Januar hatte Schwertes Stadtchef vor diesem Problem gewarnt. Jetzt unterstreicht er es in einem Schreiben an den Landrat.

 Bis Ende Januar habe Schwerte 112 ausländische Zuwanderungskinder auf die Schulen verteilt: 50 an Grundschulen, 11 an Gymnasien, 9 an Gesamtschulen, 17 an Realschulen, jeweils 11 an die Hauptschule und ans Berufskolleg sowie 3 an auswärtige Schulen. Für 29 Schüler sei noch gar keine Schule gefunden worden.

 Das „Go In“-Verfahren, das vom Kommunalen Integrationszentrum des Kreises geleitet wird, führt laut Böckelühr zu einer Konzentration an bestimmten Schulen: im Primarbereich z. B. mit je 15 Flüchtlingskindern an Albert-Schweitzer- und Friedrich-Kayser-Schule oder in der Sekundarstufe I mit allein 10 Schülern am Friedrich-Bährens-Gymnasium.

Heinrich Böckelühr

„Eine Gleichverteilung, die der schulischen Integration zuträglich wäre, kann damit überhaupt nicht umgesetzt werden“, moniert Heinrich Böckelühr.

Nur noch reine „Auffangklassen“ zu bilden – also Klassen ausschließlich für zugewanderte Kinder? Das stößt ebenfalls an Grenzen, so Schwertes Bürgermeister. Denn wenn in solchen Klassen drei, vier oder mehr  verschiedene Muttersprachen gesprochen würden, überfordere das die Lehrer ebenfalls.

 Böckelühr schlägt eine Kombination beider Verfahren vor: Bevor die Kinder überhaupt an die Schulen verteilt werden, sollen sie die notwendigsten Sprachkenntnisse erwerben. Erst dann sollte man sie – unter Berücksichtigung ihres mitgebrachten Bildungsstandes – zielgerichtet an die passenden Schulen verteilen. „Das hat dann möglichst gleichmäßig auf alle Klassen zu erfolgen“, fordert der Bürgermeister, „damit die Kinder einerseits ihre deutschen Sprachkenntnisse vertiefen und sich andererseits die Lehrer und Mitschüler hinreichend um sie kümmern können.“

Böckelühr bittet den Landrat darum, seine Überlegungen kurzfristig in den Abstimmungsprozess mit der Bezirksregierung Arnsberg einfließen zu lassen.

Kommentare (6)

  • Sven Arnt via Facebook

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    Ein Rufer in der Wüste. Ich hoffe man fängt endlich an in diesem Bundesland, auch mal auf die Profis zu hören. Sonderpädagogen, Sozialpädagogen, Lehrer, Eltern etc. Alle sind von dieser wirklich erbärmlichen und unterfinanzierten „Bildungspolitik“ betroffen und schon seit Jahren schwer gebeutelt. Für mich ist das Totalversagen der Landesregierung, wie leider in vielen anderen Bereichen auch.

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  • Helmut Brune via Facebook

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    Die gewaltigen Kulturunterschiede machen die Integration an sich schon Schwierig. Es kommt da indivduell auf die Hintergründe der Personen an. Manche lernen schnell, andere gar nicht. Ende der 60er- , Anfang der 70er Jahre kamen viele sogenannte Gastarbeiter aus der Türkei hierher. Einige haben sich sehr Gut hier eingelebt, andere überhaupt nicht. Viele, hauptsächlich Frauen sprechen Heute, nach über 40 Jahren immer noch kein Wort Holländisch, weil die Frauen fast nicht aus dem Haus kommen. Im Übrigen treffen sich diese Leute in Gemeinschaftshäusern und Moscheen und bleiben also unter sich. Wirkliche Integration ist also etwas, was man nicht von Heute auf Morgen mal eben so macht.

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    • Sven Arnt via Facebook

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      Und wie sie schon richtig beschreiben, kann es immer nur gelingen, wenn der/die zu Integrierende das überhaupt selbst will. Darin liegt doch auch die immense Herausforderung, grade weil es für die Menschen bedeutet sehr viele Veränderungen für sich hinnehmen zu müssen. Das ist, vollkommen nachvollziehbar, sehr schwer. Grade wenn in diesem Zusammenhang kulturelle oder religiöse Hierarchien in Frage gestellt werden (müssen), damit das Mitleben in einer demokratischen und freien Gesellschaft gelingen kann. Wer das nicht will, dem helfen auch kein Job, Sprachkurse oder Integrationskurse.

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  • Hans Kammler via Facebook

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    Integration ist von diesem menschenschlag nicht zu erwarten. Sie müssten sich ja anpassen und das klappt leider nicht.

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    • fürst

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      Sehe ich genauso.
      Leidtragende werden unsere Kinder und damit unsere Sprache sein.

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  • Jama To via Facebook

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    Mit Peitsche anderen Art dass kann nicht funktionieren!!! Dafür fehlt jeder Voraussetzung! Diese Kinder sind durch das Flucht schon traumatisiert! Und diese ,,Züchtigung“ ist mit nichts mehr zu rechtfertigen! Diese Kinder müssen zu erstmal ruhe bekommen! Ein feste Bleibe! Und vertrauensvolle Personen die denen sowie Deutsche Sprache mächtig ist!!! Aber wenn kümmert dass? Wahrscheinlich nur die Betroffenen Flüchtlinge und denen Eltern. …..

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