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Lkw-Fahrer sah Stauende zu spät: Unfall mit 4 Lkw am Kamener Kreuz mit Schwerverletztem

Seit Mai hat es am Kamener Kreuz keine schweren Lkw-Unfälle mehr gegeben – bis es heute Morgen wieder ganz schlimm krachte. Vier Lastwagen waren nach bisherigen Meldungen an der Kollision auf der A2 in Fahrtrichtung Dortmund beteiligt, mindestens ein Fahrer wurde schwer verletzt, musste aus seinem Führerhaus befreit werden, in das er eingeklemmt war – ein Rettungshubschrauber wurde zur A2 gerufen. Der Verkehr staute sich auf über fünf Kilometern Länge.

Nach einer Serie schwerer Lkw-Unfälle im Frühjahr und Frühsommer – mit dem schrecklichen Höhepunkt eines getöteten Lastwagenfahrers – wurden am Kamener Kreuz Hinweistafeln installiert, die in mehreren Sprachen zur Sicherheit auffordern; zum Abstandhalten bei Stau, konkret. Monatelang passierten danach keine schweren Unfälle am Kreuz. Bis erst heute wieder.

UPDATE 17.30: Der Unfallbericht der Polizei liegt vor:

Ein Lkw-Unfall mit vier Fahrzeugen ist die Ursache für die stundenlange Sperrung der A 2 in Fahrtrichtung Oberhausen – zwischen Bönen und dem Kamener Kreuz.

Um kurz nach 9 Uhr heute Morgen hatte sich der Verkehr hinter einer Kuppe gestaut. Ein 61-jähriger Lkw Fahrer aus Frielendof bemerkte dies und bremste seinen Sattelzug bis zum Stillstand ab.

Ein nachfolgender Lkw Fahrer aus Rheda-Wiedenbrück, 39 Jahre, bremste ebenfalls rechtzeitig. Er befand sich allerdings noch im Bremsvorgang, als er im Rückspiegel bemerkte, dass ein weiterer nachfolgender Lkw durch einen Unfall in Richtung seines Sattelzuganhängers geschoben wurde. Der 39-Jährige lenkte seinen Sattelzug darauf hin auf den mittleren Fahrstreifen. Trotzdem kam es zum Zusammenstoß.

Auf sein Heck prallte der Sattelzug eines 60-jährigen Fahrers aus Schlangen. Hierbei verformte sich das Führerhaus so stark, dass der Fahrer eingeklemmt und von Rettungskräften befreit werden musste.

Bei dem Unfallverursacher handelt es sich um einen 50-jährigen polnischen Lkw Fahrer. Er gab in seiner Vernehmung an, dass er das Stauende zu spät bemerkt hatte. Trotz Bremsens gelang es ihm nicht, einen Zusammenstoß mit dem Lkw vor sich zu verhindern.

Drei der vier Fahrer blieben unverletzt, der Eingeklemmte wurde nach seiner Rettung zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus transportiert.

Bei dem Unfall entstand ein geschätzter Sachschaden von rund 30.000 Euro.

Für die Dauer der Unfallaufnahme und Räumung der Unfallsperre blieb die Fahrbahn in Richtung Oberhausen bis um 11 Uhr komplett gesperrt, ab dann wurde zunächst der linke Fahrstreifen frei gegeben. Gegen 13.20 Uhr wurden dann die beiden anderen Fahrstreifen ebenfalls für den Verkehr wieder frei gegeben. Es gab nicht unerhebliche Verkehrsbehinderungen und Stau.

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