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Schutzwände gegen Gaffer und Filmchendreher auf Autobahnen kaum im Einsatz – dafür immer öfter Knöllchen

Die neuen Schutzwände gegen Gaffer auf Autobahnen sind im Kreis Unna, Dortmund und Hamm bisher erst ein einziges Mal eingesetzt worden: Bei einem schweren Lkw-Unfall im Juni auf der A2 am Kamener Kreuz. Vor fast vier Monaten wurden die Abschirmungen angeschafft.

Der Grund, warum sie so sparsam eingesetzt werden, ist nicht etwas, dass es so wenige Unfälle gibt. Doch die Polizei muss die Wände bei jedem Unfall erst aktiv anfordern und dann auf ihre Anlieferung warten. Die Schutzwände lagern in den Autobahnmeistereien; diejenigen für das östliche Revier befinden sich in Werl, Lüdenscheid und Münster. Bis sie am Unfallort aufgestellt sind, können annäherend zwei Stunden verstreichen – das ist für einen eiligen Rettungseinsatz meist eine zu lange Zeit.

Statt dessen verpasst die Polizei Unfallgaffern inzwischen rigoros Knöllchen – aus Sicht unserer Leser längst noch nicht rigoros genug. Da sich die (unsägliche) Unsitte immer mehr einbürgert, von der Gegenfahrbahn aus das schreckliche Ereignis mit Handy oder Smartphone zu fotografieren oder gar zu filmen, wurden bei verschiedenen Unfällen in der jüngeren Zeit Dutzende Bußgelder an die Gaffer verteilt, die im Übrigen ja auch sich selbst und ihre Mitverkehrsteilnehmer haarsträubenden Gefahren aussetzen.

Bei einem schweren Lkw-Unfall im Juni auf der A2, bei dem ein junger Lkw-Fahrer sein Leben verlor, bremsten Filmchendreher auf der Gegenspur ihre Fahrzeuge fast bis zum Stillstand (!) herunter. Nur durch viel Glück gab es dadurch keine schweren Folgeunfälle. Die Polizei äußerte sich noch am Abend des Unfalls fassungslos über soviel senstationslüsterne Gedankenlosigkeit und fehlendes Mitgefühl. Sie schrieben vor Ort fast ein Dutzend Ordnungswidrigkeitenanzeigen, die die gaff-gierigen Fahrzeugführer einige Tage später per Post erreichten: Fürs Fotografieren und Filmen von der Gegenfahrbahn setzt es momentan 60 Euro. Plus einen Punkt in Flensburg.

Kommentare (5)

  • Andrea Zinsenhofer via Facebook

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    Ja, vor einiger Zeit auf der A1 kurz nach der Raststätte Remscheid schwerer Unfall auf der Gegenseite. 5 er BMW auf der linken Spur unserer Seite geht voll auf die Bremse und der Beifahrer filmt. Ekelhafte Menschen, die sich am Leid anderer so ergötzen. Zum Glück fuhr an dem Tag mein Mann und wir waren auf der Mittelspur. Ich bin dort ehrlich gesagt immer links unterwegs und wäre dem sicherlich dann auch noch aufgefahren

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Übel, Andrea Zinsenhöfer. Umso unverständlicher ist diese grassierende Gafferei und Filmerei! :-(

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    • Andrea Zinsenhofer via Facebook

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      Ich persönlich kann das auch nicht nachvollziehen. Ich befahre täglich die A1 und dort passieren leider sehr oft Unfälle. Statt auf der Gegenseite einfach der Blick nach vorn gerichtet wird, wird abgebremst und gegafft. Schlimm sowas.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Statt 60 Euro Bußgeld wäre da eher das Dreifache fällig. Und oder Fahrsperre.

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  • Andre Sander via Facebook

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    Leider sind manche Strafen viel zu gering. Die Strafen sollten sich an den Verdienst orientieren mit einer Untergrenze. Bewusst keine Obergrenze, denn sonst würde man Reiche bevorteilen.

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