Rundblick-Unna » Schon vor Christi Geburt siedelten Menschen am Schürenfeld – Ab 2017 soll gleichwohl Baustart für Gewerbegebiet sein

Schon vor Christi Geburt siedelten Menschen am Schürenfeld – Ab 2017 soll gleichwohl Baustart für Gewerbegebiet sein

Schon vor mehr als 2000 Jahren haben Menschen auf dem Fröndenberger Schürenfeld gesiedelt: Durchaus bahnbrechende archäologische Funde kann der Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) vermelden. Ungeachtet dieser Aufsehen erregenden heimathistorischen Erkenntnisse gehen die Planungen fürs künftige Gewerbegebiet an der Unnaer Straße (B233) nahe Billmerich unverändert weiter.

Die Stadt Fröndenberg bereitet derzeit zusammen mit der Wirtschaftsförderung Kreis Unna (WFG) das Bebauungsplanverfahren vor. Parallel dazu erfolgt der Flächenkauf, und ab übernächstem Jahr können dann die Bagger rollen, vermeldet die WFG am heutigen Mittwoch. „Mit den ersten Erschließungsarbeiten ist ab 2017 zu rechnen.“

„Wir freuen uns, dass wir jetzt – nach Abschluss der archäologischen Untersuchungen – mit der weiteren Planung fortfahren und unseren selbstgesteckten Zeitplan einhalten können“, betont WFG-Geschäftsführer Dr. Michael Dannebom. An der B233 soll auf einer Fläche von rund 10 Hektar ein Gewerbegebiet für kleine und mittlere Unternehmen entstehen. Das ist nicht unumstritten.

Schürenfeld

Mitglieder der Bürgerinitiative bei der Übergabe der Unterstützungsunterschriften gegen das Gewerbegebiet Schürenfeld.

Schürenfeld

Die Bürgerinitiative gegen das geplante Gewerbegebiet hatte mehr als die erforderlichen Unterstützungsunterschriften gesammelt, um zu erreichen, dass die Pläne im Rat noch einmal neu aufgerollt würden. Das geschah auch, freilich mit unverändertem Ergebnis. Der Fröndenberger Rat steht mehrheitlich hinter dem Gewerbegebiet. Die BI lehnt es aus Umweltgründen ab, wegen des Mehrverkehrs, aufgrund der hohen Erschließungskosten sowie weil es schlicht nicht notwendig sei. Sorgen wegen der zusätzlichen Verkehrsströme auf der ohnehin schon lebhaft befahrenen Unnaer-/Iserlohner Straße herrschen auch in Billmerich, wo die Gewerbeplanungen der kleineren Nachbarstadt  entsprechend aufmerksam verfolgt werden.

Im vorigen Jahr hatten die die Archäologen des LWL bei Geländebegehungen erste Anhaltspunkte dafür entdeckt, dass auf der Fläche an der B233 schon vor Christi Geburt Menschen gesiedelt hatten. Jetzt haben umfassende archäologische Untersuchungen Gewissheit gebracht. Dokumentieren konnten die Archäologen Spuren von Pfosten, die als hellgraue Verfärbungen in der Erde erhalten blieben. Diese Pfosten haben einstmals Häuser getragen, in denen Menschen und Tiere unter einem Dach lebten. Zu den weiteren Funden gehören Gruben, in denen die Bewohner der Siedlung vor mehr als 2.000 Jahren ihren Alltagsmüll entsorgten: zerbrochene Keramik, die für den täglichen Gebrauch bestimmt war, Speiseabfälle, ausgediente Werkzeuge und vieles mehr.

„Wir haben damit jetzt erstmals Nachweise für eine größere Ansiedlung der Eisenzeit in der Region nördliches Sauerland/Übergang zum Hellweg“, freut sich Prof. Dr. Michael Baales, Leiter der Außenstelle Olpe der LWL-Archäologie für Westfalen. Einer künftigen Gewerbenutzung steht dies, wie gesagt, nicht entgegen.

Schürenfeld

Kommentare (3)

  • Helmut Brune via Facebook

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    Hier sieht man wieder, wenn da irgendwo eine ungenutzte Naturfläche ist, gibt es immer irgendwelche Leute, die das ausnutzen wollen um finanzielle Gewinne zu erzielen. Persönlich habe ich da immer Fragezeichen denn wenn da erst einmal Industrie angesiedelt ist, ist es zu Spät. Wir Menschen brauchen die Natur, weil wir selbst ein Teil davon sind. Das ist viel Wichtiger als der Gewinn von einer handvoll Einzelpersonen.

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  • Stefan Werner

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    Bei dem, was uns bei jedem neuausgewiesenen Industriegebiet oder Autobahnneubau oder Logistikpark oder…. von den „interessierten Kreisen“ an Arbeitsplätzen versprochen wird, müssten mittlerweile alle Menschen hier in Deutschland zehn Jobs haben. Wer glaubt denn an so einen Blödsinn noch?

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  • Andreas Gidom via Facebook

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    Geld gier kennt bei manchen keine Grenzen ihnen sind die Vergangenheit und die Damit verbundenen Hinterlassen SchafftenFoellig egal Hauptsache der Rubel rollt Aber das ist unsere Heimat Geschichte und vielen wollen mehr erfahren von dem Ort wo sie Wohnen Ein Stück Heimat

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