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RSV Unna: Spitzenergebnisse und Pech

+++ Franziska Koch U17-Gesamtsiegerin beim TFJV Mountain Bike Etappenrennen in Frankreich +++ Jon Knolle im Nationaltrikot Dritter in der Nachwuchswertung +++ Lotte Becker mit Mannschaft nur auf dem 9. Platz +++

Glück und Pech liegen stets nah beieinander. Franziska Koch vom RSV Unna hat sich bei der «Trophée de France de Jeunes Vététistes» (TFJV) in Orbey-Lac Blanc in den Vogesen den Gesamtsieg
in der U17-Klasse gesichert. Am Finaltag des Etappenrennens stand das
Downhill-Rennen (Abfahrtsrennen) auf dem Programm. Franziska Koch musste aufgrund ihres komfortablen Vorsprungs nach dem Cross-Country-Rennens vom Vortag nicht volles Risiko in dieser gefährlichen Disziplin gehen. So fuhr sie die siebtschnellste Zeit und feierte damit überlegen den Gesamtsieg der
weiblichen Jugendklasse.
In der Mannschaftswertung belegte ihr Nationalteam Rang 2. Die Bundestrainer Marc Schäfer und Thomas Freienstein waren mit ihrer und der Teamleistung hoch zufrieden. Auf dem Rückweg aus den französischen Vogesen gewann Franzi quasi nebenbei auch noch ein schweres Straßenrennen in der U17 Klasse durch die Kaiserstuhl-Berge in Achkarren. Derzeit scheint die Top-Athletin in allen Disziplinen des Radsports kaum schlagbar, wie ihre 3 Deutschen Meistertitel der Saison nachhaltig belegen.

Erstmals im Nationaltrikot startete in der U18 Klasse Jon Knolle bei der 22.
Niedersachsen-Rundfahrt.
Mit dem Nationalteam musste er sich gegen 21 internationale Mannschaften über 4 Etappen im Großraum Osnabrück behaupten. Nach einer guten Leistung in seiner Spezialdisziplin Zeitfahren hoffte der 16jährige Unnaer auf eine vordere Platzierung im Straßenrennen in Wallenhorst. Doch ein Reifenschaden, der eine 10 km lange kräftezehrende Verfolgungsjagd hinter dem Feld auslöste, verhinderte einen Spitzenrang, da genau in dieser Zeit sich eine 12köpfige Spitzengruppe vom Feld löste und den Sieg unter sich ausmachte. Da auf der letzten Etappe die Norweger, die alle Führungstrikots erobern konnten, das Feld zusammen hielten, kam es zu einem Massenspurt, bei dem der junge Unnaer im Mittelfeld ankam. Mit dieser Leistung eroberte er sich trotzdem einen Platz auf dem Siegerehrungspodest. In der Nachwuchswertung für die Fahrer des jüngeren U18 Jahrganges (weißes Trikot) kam Jon auf den dritten Rang und erhielt einen Pokal mit Blumenstrauß. Ob Bundestrainer Wolfgang Ruser mit der Leistung des Gymnasiasten bei der Rundfahrt zufrieden war, wird sich zeigen, wenn es um die Nominierung der
Teilnehmer an der Junioren Europameisterschaft in Nizza geht.
Der Vize-Europameister im Bahnfahren, Felix Happke, vertrat die Farben des RSV- und NRW-Straßenteams bei einem Rennen in Belgien und kam auf einen guten 8. Rang.
Beim Bochumer-Sparkassen-Giro führte
RSV Senior Sven Harter als Derny-Schrittmacher eine holländische Spitzenfahrerin bis aufs Treppchen. Im Hauptrennen kämpfte Justin Wolf vor vielen tausend Zuschauern gegen den Gewitterregen, die hochkarätigen Tour de France Fahrer, wie John Degenkolb und die Defekthexe. Gleich zweimal musste er auf Rang zwei liegend mit einem
Hinterradplatten das Rad wechseln
und kam so noch auf Platz 8 und auf eine
verdiente Spitzenplatzierung.


Und was gibt es aus Rio zu berichten?

Für Olympia gehe ich durch das Tal der Tränen“ Diesen Satz sagte Charlotte Becker, die ihre große Karriere mit dem Sieg bei der „Deutschen“ in Fröndenberg 1996 beim RSV Unna begann, nach ihrem
schweren Sturz beim Giro de Italia Anfang Juli.
Vier Wochen vor den Olympischen Spielen schien der Traum von der zweiten Olympiateilnahme nach London ausgeträumt. Bei dem schweren Sturz brach sie sich dabei ein Stück des Oberarmknochens und zog sich einen Riss im linken Schulterblatt einen Sehnenriss zu. Nach erfolgreicher Operation saß sie 3 Tage später schon wieder auf dem Home-Trainer, um sich auf die Spiele in RIO vorzubereiten. Auch der Bundestrainer hoffte, dass „Lotte“ wieder frühzeitig fit würde und hielt ihr ihren Platz im Vierer frei.

Mit einer unwahrscheinlichen Energie schaffte sie das eigentlich unmögliche.
Schon nach 3 Wochen trainierte sie mit dem Team auf der Bahn und am 11. August stand sie am den Start der Team Verfolgung in Rio. 9 Teams hatten sich in den letzten 4 Jahren für die Spiele qualifiziert. Als zweites Team nahm die Mannschaft „Deutschland“ das Rennen auf. 4000 m mussten gefahren werden. Die ersten 8 Mannschaften erreichten die nächste Runde. Eigentlich kein Problem für das Team. Am Anfang lief es für die deutsche Mannschaft sehr gut.
Charlotte Becker sollte kurz vor der 1000 m Marke eine lange Führung fahren um sich dann für die weiteren Läufe zu
schonen. Bis dahin ging der Plan auf.
Auf den letzten 750 m fiel aber die Mannschaft völlig auseinander und kam nur auf den 9. Gesamtrang. Völlig enttäuscht mussten die Mädels mit ansehen, wie die Engländerinnen mit Weltrekordzeit die Goldmedaille holten. Das hatten sie sich anders erträumt und für „Lotte“ ging damit die diesjährige Pechsträhne auch in RIO weiter. Das Deutsche Bahnradteam hatte dennoch einen Grund zur Freude. Nur einen Tag später fuhr Kristina Vogel die Bronzemedaille ein. Und in den nächsten vier Tagen kann noch so manche Gelegenheit auf Edelmetall wahr genommen werden.

 

Auf dem Bild: Jon Knolle bei seinem ersten Nationalmannschaftseinsatz

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