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Richard Kramer jetzt seit 9 Tagen vermisst – Vorerst keine Hubschraubersuche mehr – Hinweise weiter dringend erbeten

Seit neun Tagen ist Richard Kramer jetzt verschwunden.  Nach tagelanger intensiver Suche nach dem vermissten Senior aus der Einrichtung Haus Volkermann in Kamen herrscht inzwischen auch bei der Kreispolizeibehörde Unna eine gewisse Ratlosigkeit.

Alle Möglichkeiten, den alten Herrn zu finden, seien momentan ausgeschöpft, sagte uns heute Mittag Polizeisprecherin Vera Howanietz auf Anfrage. „Wir haben mehrere Male mit Spürhunden die gesamte Gegend abgesucht und auch immer wieder den Polizeihubschrauber eingesetzt“, erinnerte sie an die intensiven Bemühungen, die angelaufen waren, als Richard Kramer am Dienstagnachmittag voriger Woche nicht wieder ins Haus Volkermann an der Heerener Straße – wo er wohnte – zurückgekehrt war.

Vermisster Richard Kramer Kamen

Kurzzeitig hatte es Hoffnung gegeben, als sich am Mittwoch eine Zeugin aus dem Nordkreis meldete. Diese war sich ziemlich sicher gewesen, so die Polizei, dass sie den vermissten 81Jährigen in Lünen gesehen hatte. Er sei zu Fuß in Richtung Brambauer unterwegs gewesen. Gefunden wurde Richard Kramer nach diesem konkreten Hinweis aber leider auch  nicht.

Eine weitere vermeintliche Sichtungsmeldung führte zu den Feldern entlang der Heerener Straße – dort meinte ein Hinweisgeber eine Person entdeckt zu haben, die der vermisste Senior hätte sein können. Die Polizei schickte wieder ihren Hubschrauber los, doch erneut mussten die Einsatzkräfte ergebnislos zurückkehren. Keine Spur von Richard Kramer.

Da der alte Herr leicht demenzerkrankt ist, fuhr die Polizei auch immer wieder die Strecke zu seiner früheren Wohnanschrift in Kamen; denn Alzheimerpatienten neigen dazu, zu vertrauten Orten zurückzukehren, die sie noch von früher kennen. Doch auch an seinem früheren Wohnort wurde der alte Herr nicht gefunden.

Dass Menschen verschwinden, auch für länger, kommt immer wieder vor, bestätigt Vera Howanietz. „Manche Menschen möchten ja auch gar nicht wiedergefunden werden.“ Um einen solchen Vermisstenfall handelte es sich z. B. im vorletzten Jahr bei einer jungen Studentin aus Massen, die an ihrem Studienort in Paderborn eines Morgens spurlos verschwand – zuletzt wurde die junge Frau dort mit gepackter Reisetasche am Bahnhof gesehen. Die Polizei beendete die wochenlange Fahndung damals mit der klaren Feststellung: „Sie möchte nicht gefunden werden. Bei einer erwachsenen Frau ist das zu akzeptieren.“

Immer wieder kommt es leider auch vor, dass Menschen mit Suizidabsichten verschwinden. Ebenso kann es natürlich auch sein, dass sich gerade ältere, demenzerkrankte Menschen beim Spaziergang verirren und nicht mehr nach Hause finden. Wenn sie wie Richard Kramer in einer Senioreneinrichtung untergebracht sind, ist dem Heim daraus schlecht ein Vorwurf zu machen, unterstreicht auch die Polizeisprecherin. „Man sperrt die Bewohner ja dort nicht ein. Dafür braucht es einen richterlichen Beschluss.“ Eine leichte Alzheimererkrankung sei kaum ein Grund für einen so durchgreifenden Schritt.

Zuweilen fährt ein Mensch auch einfach in einem Zug auf und davon – auch unabsichtlich: So verschwand im vorigen Sommer eine ältere Frau aus Hagen spurlos nach einem BVB-Fußballspiel im Signal Iduna Stadion. Die Polizei suchte die Gegend im Radius von 50 km mit dem Hubschrauber ab, bis die alte Dame am nächsten Mittag unterkühlt, aber ansonsten wohlbehalten an einer Bahnhaltestelle im Dortmunder Westen gefunden wurde. Sie war schlicht im Gedrängel in eine falsche Bahn gestiegen – und hatte die Nacht, von ihrem BVB-Schal gewärmt, an der Haltestelle verbracht. Dort wurde sie am Mittag von einer aufmerksamen Passantin gefunden.

Die Hoffnung, sagt Polizeisprecherin Vera Howanietz, darf man auch im Fall von Richard Kramer nicht aufgeben. „Wir bitte weiterhin die Bevölkerung um Hinweise, die dabei helfen könnten, Richard Kramer zu finden.“  Tel. 02303 – 921-o (oder jede Polizeiwache vor Ort).

 

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