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Rettung für Tafel Unna kommt aus Fröndenberg: Stiftung kauft früheren Aldi Dorotheenstraße

Die ideale Immobilie für die Tafel Unna ist gefunden: Es ist der frühere Aldi an der Dorotheenstraße in Königsborn. Und die Rettung – für die Tafel und ihre kreisweit zehn Ausgabestellen – sie  kommt aus Fröndenberg: Allianz-Agenturleiter Helge Rosenstengel, Vorsitzender der Dr. Jürgen Gesling-Stiftung, wird das Discountergebäude mit Stiftungsvermögen erwerben und der Bedürftigeneinrichtung danach zu einem fairen Preis vermieten.

Bei der Tafel in Unna brach bei der Verkündigung der frohen Kunde heute Morgen Jubel aus. „Wir haben sofort vor lauter Freude alle Heizungen voll aufgedreht“, frohlockte Geschäftsführerin Ulrike Trümper, die unsere Redaktion sofort nach Erhalt der erlösenden Nachricht informierte. An Heizkosten spart die Tafel sonst sorgfältigst – heute wurde mal eine Ausnahme gemacht.

Gestern noch hatte die Tafel Land unter und Aufnahmestopp  vermelden müssen wegen der vielen neuen Tafelkunden durch die Flüchtlingskrise.

Tafel Unna Diakonie

Tafel-Chefin Ulrike Trümper (hier bei Besuch der Diakonie und des Landrats) kann ihr Glück über den idealen neuen Standort in Königsborn noch gar nicht fassen.


 

Der Umzug der zentralen Lebensmittelsammelstelle und -ausgabe innerhalb des größten Unnaer Stadtteils Königborn ist für die Sozialeinrichtung in jeder Hinsicht ein einmaliger Glückstreffer, freut sich Ulrike Trümper. Das zentrale Problem der Standortfrage ist gelöst. Aus ihrem gekündigten (und ohnehin immer beengteren) Domizil an der Fliederstraße zieht die Tafel nun schon früher aus, als sie muss – der Mietvertrag mit der Ev. Kirchengemeinde endet am 31. März, schon zum Januar möchte Ulrike Trümper mit der Tafelzentrale aber an die Dorotheenstraße hinüberziehen.

Hier bietet sich der ehemalige Aldi-Markt als Idealstandort an, nickt auch Helge Rosenstengel, den wir am Mittag in seiner Versicherungsagentur in Fröndenberg erreichten.

„Ich habe mir das Gebäude für die Stiftung angesehen und wusste sofort: Das passt wie die Faust aufs Auge. Idealer geht´s nicht.“ Das fand auch ein hinzugezogener Architekt, und das fand entschieden auch Ulrike Trümper, die ihr Glück noch gar nicht fassen kann.

„Das Gebäude steht seit Längerem leer, wurde aber sehr gut gepflegt und immer geheizt„, lobt Helge Rosenstengel die Sorgfalt und Umsicht der privaten Eigentümerin. Neben der sehr guten Erreichbarkeit, der zentralen Lage in Königsborn und großzügigen Parkmöglichkeiten biete sich der einstige Aldi auch vom Raumangebot her als Idealobjekt für Tafel-Zwecke: Dem 650 qm großen Ladenlokal schließen sich noch 200 qm Lagerraum an, schildert Helge Rosenstengel, dessen Stiftung als künftige Vermieterin der Tafel natürlich noch einiges an Umbauten in Angriff nehmen muss.

„Die Tafel ist dabei natürlich auch selbst in der Pflicht“, unterstreicht der Fröndenberger, doch dies ist für den Tafel-Verein selbstverständlich. „Wir suchen schon nach Handwerkern, die uns bei der Renovierung helfen können, Spenden von Baumärkten sind natürlich ebenfalls hoch willkommen…“, wirbt Ulrike Trümper für tatkräftige Unterstützung aller. In Unna und kreisweit.

Wie kam der Kontakt zwischen dem Fröndenberger Stiftungsvorsitzende und der Tafel in Unna zustande? „Ich erfuhr aus der Presse, dass der Tafel die Räume gekündigt worden sind, und kenne die Ehrenamtlichen der Tafel-Ausgabe hier in Fröndenberg“, erzählt Helge Rosenstengel.  Im Frühsommer schaute er sich „das Elend an der Fliederstraße“ an und wusste sofort: Hier besteht dringender Handlungsbedarf.

Zumal „die Tafel perfekt zu den Stiftungszielen passt“,  noch etwas also, was wie die Faust aufs Auge findet: Denn die Stiftung, die der Dortmunder Zahnarzt Dr. Jürgen Gesling 2012 gründete (er starb Ende März – Helge Rosenstengel war mit ihm befreundet), widmet sich per Satzung „bedürftigen, behinderten und alten Menschen“ – haargenau den Kunden der Tafel. „Ein Glücksfall in mehrfacher Hinsicht“, wiederholt Rosenstengel.

Und von „Glücksfall“ spricht auch Ulrike Trümper immer wieder, die heute an der Fliederstraße zur Feier des Tages ausnahmsweise mal richtig durchheizen will – ohne Rücksicht auf die Heizkosten. Ausnahmsweise. Wie andere, die eine Pulle Sekt aufmachen.

 

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