Rundblick-Unna » Razzia in Flüchtlingsheim am Westfalenpark: „Straftäter finden – Unschuldige vor Diskreditierung schützen“

Razzia in Flüchtlingsheim am Westfalenpark: „Straftäter finden – Unschuldige vor Diskreditierung schützen“

Am frühen Morgen begann heute in Dortmund eine großangelegte Razzia in der Erstaufnahmeeinrichtung neben dem Westfalenpark (Buschmühle). Die Polizei startete um 05.40 Uhr mit starken Einsatzkräften eine sogenannte  Sammelidentitätskontrolle. Mehrere 100 Polizeibeamte wurden vor den Einsatz abgestellt. Drei Dutzend Männer wurden zur Polizeiwache mitgenommen.

„Uns liegen konkrete Erkenntnisse vor, dass in der Erstaufnahmeeinrichtung vermehrt Straftaten durch allein reisende junge nordafrikanische Männer begangen werden“, heißt es in der Pressemitteilung des Polizeipräsidiums vom frühen Morgen. „Diese Männer halten sich zum Teil mit falschen Identitäten in unserem Land auf.“ Sprich: Sie sollen angegeben haben, syrische Flüchtlinge zu sein, was in vielen Fällen aber offenbar nicht stimmt. Die Ermittler vermuten, dass einige der hier untergebrachten Männer für  Serien-Taschendiebstähle („Antanzen“) und weitere Straftaten verantwortlich sind. Zudem soll es zu kriminellen Übergriffen innerhalb der Flüchtlingsunterkünfte gekommen sein.

Vor Ort wurden 46 junge Männer angetroffen. Alle wurden zur Identitätsfeststellung zum Polizeipräsidium gebracht. Familien und Frauen waren von den Maßnahmen nicht betroffen.

„Derartige Kontrollmaßnahmen werden in unregelmäßigen Abständen wiederholt“, kündigt die Polizei an. Neben dem Auffinden von Straftätern verfolgt sie damit auch ein zweites, nicht weniger wichtiges Ziel:

„Den Schutz von Zuwanderern, die vor Krieg und Terror aus ihren Heimatländern flüchten und tatsächlich einen Anspruch auf Asyl haben. Diese Menschen werden diskreditiert und geraten unter Generalverdacht durch diejenigen Straftäter, die das Asylrecht durch falsche Identitäten und Legenden missbrauchen. Und diese muss der Rechtstaat identifizieren und alle Möglichkeiten des Strafrechts zur Anwendung bringen.“

UPDATE 13 Uhr

Zur Feststellung der Identität wurden alle 46 Männer ins Polizeipräsidium Dortmund gebracht. Alle werden erkennungsdienstlich behandelt. Diese Maßnahmen dauern noch an.

Die Abläufe haben sich wegen acht Verdachtsfällen auf ansteckende Krankheiten erheblich verzögert. Da hierzu erst ärztliche Vorsorgemaßnahmen für die Erkrankten und für polizeiliche Einsatzkräfte notwendig wurden.

Die polizeilichen Maßnahmen dauern noch an.

Bislang konnte eine Person identifiziert werden, die über eine „Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender (BüMA)“ verfügte und gleichzeitig einen Asylantrag mit anderen Personaldaten mitführte. Gegen diesen Mann wird wegen des Verdachts auf mittelbare Falschbeurkundung ermittelt.

Bei einer weiteren Person konnte die Polizei drei Handys sicherstellen. Über die Herkunft der Geräte schweigt sich der Tatverdächtige aus. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts des Diebstahls.

Gegen eine weitere Person liegt ein Haftbefehl in Deutschland vor.

Kommentare (9)

  • HansDampf

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    Kann man sich nur wünschen, das man ähnlich wie in Schweden mit denen umgeht:
    Ausweisen!

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Das gibt auch die aktuell verschärfte Gesetzlage in Deutschland inicht her, HansDampf. Die Voraussetzung bleibt im Mindesten eine Bewährungsstrafe. Zudem nehmen einige nordafrikanische Staaten Straftäter nicht in ihr Land zurück. Daran wird, so hört man, gearbeitet.

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      • wutbürger fürst

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        Um so wichtiger, sie gar nicht erst in unser Land zu lassen.-

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    • wutbürger fürst

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      Endlich scheint sich wirklich was zu tun.

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  • Helmut Brune via Facebook

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    Das sollte ohne Anmeldungen in allen Unterkünften gemacht werden und die, die da geschnappt werden sollten des Landes verwiesen werden und dem Strafrecht ihres Heimatlandes übergeben werden.

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  • Susanne Appelstiel via Facebook

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    Endlich tut sich was 😉

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  • Mike

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    Sehr gute Aktion ! Wie man sieht ist soetwas lange überfällig, aber immerhin macht man nun endlich etwas. Das ist sicherlich auch ganz im Sinne der ganzen echten Flüchtlinge die hierhinkommen um Zuflucht zu finden und nicht um kriminellen Machenschaften nachzugehen.
    Vielleicht sollte man anonyme Meldestellen einrichten wo nichtkriminelle Flüchtlinge die „falschen“ kriminellen Flüchtlinge melden können, es wäre ja im beiderseitigen Interesse.

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  • Birgit Rettich via Facebook

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    DANKE???
    Weiter so•

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