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Randale nach Apres Ski-Party in Warmen: Polizei erlebte „hochaggressive Stimmung“ – Deutsche, Polen und Türken beteiligt

„Die Stimmung draußen vor der Halle am frühen Morgen war extrem aggressiv.“ So beschreibt Kreispolizeisprecher Thomas Röwekamp (im Bild) den Polizeieinsatz Samstagnacht vor der Ruhrland- Schützenhalle in Fröndenberg-Warmen, wo es nach der  Apres Ski-Party – definitiv erst danach, wie heute deutlich wurde – zu körperlichen Angriffen und schließlich einer Massenschlägerei kam. http://rundblick-unna.de/randale-bei-party-in-schuetzenhalle-froendenberg-auch-polizisten-mehrfach-angegriffen/

Der Zusammenfassung vom Sonntagnachmittag fügte der Polizeisprecher heute auf Anfrage unserer Redaktion noch einige Informationen hinzu, die gleich nach der Erstberichterstattung auch viele unserer Leser umtrieben. Zugleich baten wir den technischen Veranstalter um eine Schilderung aus seiner Sicht (siehe den unteren Abschnitt des Berichts).

Thomas Röwekamp Portrait

1. Von wem gingen diese Krawalle aus? Gerieten unterschiedliche Landsmannschaften aneinander?

Nein, sagt Thomas Röwekamp. Wie die Kollegen vor Ort den Einsatz schilderten, gingen hier nicht verschiedene Gruppen aufeinander los; statt dessen entwickelten sich die Auseinandersetzungen mit der finalen Prügelei aus einer Gemengelage unterschiedlichster Landsmannschaften. „Deutsche, Polen, türkisch Stämmige… alles durcheinander“, beschreibt Röwekamp den Kreis der Beteiligten. Der absolut uneinsichtige Rädelsführer, den die Polizei nach der wüsten Prügelei nach Partyende schließlich festnahm und ins Gewahrsam brachte, war ein Deutscher aus Fröndenberg.

2. War die Eskalation nach dem ersten Einsatz nicht absehbar, hätte die Polizei die Unruhen bei der Feier nicht schon früher unterbinden müssen?

Dass die Party (die in den vergangenen Jahren friedlich und zwischenfallsfrei verlief) derart aus dem Ruder laufen würde, ließ sich beim ersten Polizeieinsatz absolut nicht absehen, schildert Thomas Röwekamp die stufenweise Eskalation. „Im Prinzip war sehr viel Alkohol und waren wohl auch Drogen im Spiel. Dann kam es zu einem ersten Polizeieinsatz wegen Körperverletzung.“ Wie berichtet war das gegen 1.30 Uhr – ein 20jähriger Mendener wurde laut Zeugen draußen von einem brutalen Trio geschlagen und am Boden liegend weiter getreten. Der junge Mann musste ins Krankenhaus. „Er wollte selbst aber keine weiteren Angaben zu dem Angriff machen und auch die Beteiligten nicht nennen“, macht Röwekamp die Schwierigkeit für die Polizeikräfte deutlich, schon hier einen Überblick zu bekommen, was überhaupt unter welchen Beteiligten passiert war.

3. Die Schlägerei nach der Party auf dem Vorplatz und Aggressionen gegen Polizisten:

Nach dem Ende der Party ab 3.30 Uhr uferte die Apres Ski-Feier  in weitere Körperverletzungen und schlussendlich der Keilerei auf dem Weg zwischen Vorplatz und Hauptstraße aus. Daran beteiligt waren verschiedenste Landsmannschaften, die draußen beim Eintreffen der Polizei „eine ganz exrem aggressive Stimmung“ verbreiteten und bedrohliche Gewaltbereitschaft erkennen ließen, schildert der Polizeisprecher die Szenerie.  „Die Kollegen gingen zwischen die Prügelnden, und daraufhin kam es schließlich zu Widerstandshandlungen gegen die Kollegen.“ Zu verbalen Beleidigungen, körperlichen Angriffe, nur sehr widestrebendes Befolgen von Platzverweisen.

Schließlich wurde noch gespuckt; gegen Beamte, gegen einen Streifenwagen. „Spucken“, sagt Thomas Röwekamp deutlich und hörbar nachdenklich, „ist das Letzte.“ Sein knappes Fazit zu diesem Wochenend-Einsatz vor der Ruhrtal-Schützenhalle: „Beunruhigend und nicht schön.“


 

Jan Lekic, technischer Dienstleister seit 7 Jahren (verantwortlich für Musik, Lightshow..), erlebte die Partynacht wie folgt:

„Ich finde superschade, was passiert ist. Aber um es ganz deutlich zu sagen – die Stimmung IN  der Halle mit ca. 700 bis 750 Besuchern war den ganzen Abend super und die Party lief toll!! Es gab keinerlei Zwischenfälle IN der Halle und auf der Party selbst, da ist auch keine „Stimmung gekippt“, wie es die Westfalenpost heute behauptet. Die Ausschreitungen haben sich draußen abgespielt, und zwar erst, nachdem ich die Party wie abgesprochen um 3.30 Uhr regulär beendet hatte.

Alle gingen ruhig nach draußen. Zu der Eskalation kam es auf dem Weg zwischen Vorplatz und Straße. Ich finde es ganz schlimm, wenn durch so etwas im Nachhinein eine Veranstaltung durch in den Dreck gezogen wird, die jedes Jahr das Highlight für die Jugend in Fröndenberg ist und diesmal noch besser besucht war als im vorigen Jahr. Ich habe den Abend von Beginn an bis zum Schluss erlebt und kann nur sagen: Es ist nichts, aber auch gar nichts während der Party in der Halle passiert. Und die Security, mit der ich seit vielen Jahren bei den verschiedensten Veranstaltungen zusammenarbeite, hat einen super Job gemacht!

Kommentare (14)

  • fürst

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    „….derart aus dem Ruder laufen würde, ließ sich beim ersten Polizeieinsatz noch nicht absehen, schildert Thomas Röwekamp die stufenweise Eskalation…“

    Nicht absehbar,
    wie Silvester in Köln, Stuttgart ….

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  • Dagobert

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    Welche Überraschung ! Ist man denn wenigstens gegen die „Spucker“ vorgegangen ? Vermutlich nicht, somit haben die Herrschaften gelernt, dass „Spucken“ nicht geahndet wird und werden bei nächster Gelegenheit weiterspucken .

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    • fürst

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      Mit (Aus-)Spucken vor der Polizei kann m.E. der Tatbestand der versuchten Körperverletzung und/oder der Beleidigung als erfüllt angesehen werden. Auch ich nehme nicht an, daß entsprechende Verfahren eingeleitet worden sind, fürchte, daß nicht einmal Personalienfeststellung erfolgte.

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    • Dagobert

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      Die (An-)Spuckerei ist nicht nur ekelig, sondern wirklich Körperverletzung(Infektionsgefahr). Die Polizisten tun mir leid und sollten so ein Verhalten auch entsprechend verfolgen und als Arbeitsunfall melden. Vermutlich wünscht die Polizeileitung aber in so einem Fall lieber eine „Deeskalation“, weil bestimmte Personen erst recht ausrasten, wenn die Personalien aufgenommen werden. In Zukunft werden sich solche Taten häufen, wenn keine strafrechtliche Verfolgung stattfindet. Aber der Typ mit dem Nazi-Tatoo am Hintern soll 8 Monate in den Knast gesteckt werden, damit unsere Justiz auch mal Härte demonstrieren kann……

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  • Mike

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    Es ist erschreckend wie wenig Respekt es überhaupt noch gegenüber der Polizei gibt, früher gab es auch mal Prügeleien, als die Polizei kam war dann aber Ruhe.
    Unsere Kuscheljustiz wirkt leider, Täter brauchen ja heute vor nichts mehr Angst haben, insofern wird der Respekt gegenüber den Beamten immer weiter Abnehmen, solange die Justiz da nicht endlich mal gegensteuert.

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  • Helmut Brune

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    Also doch wieder das zusammentreffen verschiedener Kulturen, was dann gegenseitige Agressionen auslöst. Ich weiß, daß das Rassistisch klingt, ist aber niemals so gemeint. Es zeigt sich ja immer wieder, daß bei diesen Ausschreitungen fast nie alleine Deutsche beteiligt sind. Es sei denn es handelt sich um eine Links/Rechts Demonstration. Die Gewaltbereitschaft ist meiner Meinung nach bei Südländern höher als bei den Nordlichtern. Für alle Deutlichkeit, ich meine keineswegs alle Südländer, nur eben die, die so Gewalttätig sind.

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    • Mike

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      Es steht nirgendwo, daß verschiedene Kulturen der Auslöser waren, noch das es verschiedene Landsgruppen waren die aufeinander losgingen, Hauptagressor war ein Deutscher.
      Um es mal kurz zusammenzufassen, diese Vollhonks gehören mal wegesperrt oder empfindlich bestraft, das deutsche Justizsystem ist eine Lachnummer geworden, das höchste Gut, die körperliche Unversehrtheit hat keinerlei Stellung mehr, denn wer keine Gema zahlt kommt in den Knast, so schlimm sieht es inzwischen aus. Würde Körperverletzung richtig bestraft, sähe es sicherlich anders aus.
      Das es gewisse Leute evtl. gar auf Krawall angelegt hatten, zeigt ja der erste Angegriffene der keine Angaben zu den Tätern machen will. Sowas gabs früher auch, dafür ist die Security da solche Leute erst garnicht reinzulassen.
      Schade, das durch sowas tolle Veranstaltungen kaputt gemacht werden.

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      • Silvia Rinke

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        Ja, Mike, das waren betrunkene aggressive Vollpf…en, sorry, die drauf aus waren, ihre Aggressionen rauszulassen. Hoffentlich wird die Veranstaltung dadurch nicht dauerhaft und unwiderbringlich geschädigt.

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  • fürst

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    Ich finde es erbärmlich, daß man Entschuldigungen oder Erklärungen vorwegschicken, einfügen oder nachtragen muß, um nicht mißverstanden zu werden. Das deutet klar auf eine bereits im Kopf stattfindende, unwürdige Zensur hin. Gezügelte „Meinungsfreiheit“.

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  • S. Maritz

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    Die Segnungen der „bunten“ Republik …

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  • Celine

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    Die Security war mehr als unfreundlich!
    Vorallem einer ist aufgefallen der vorne an der Einlass Kontrolle Stande. Er hat zu uns „verpisst euch Ihr Kinder“ „halt dein maul“ „haltet eure fressen“ etc. Gesagt nach dem wir drinnen im abgesperrten Bereich mit Freunden geredet haben die rausgeflogen sind. Letzte Frechheit von ihm. Sonst war die Security auch nicht gerade gut? Wieso sie nicht jeden vernünftig absuchen nach Drogen? Drinnen hat man doch auch das dealen mit bekommen.
    Im ganzen war es aber ein super Party bloß ich würde ein anderes Security unternehmen nehmen beim nächsten mal.

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    • Silvia Rinke

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      Hallo Celine, bisher hatte der Veranstalter mit dieser Security sehr gute Erfahrungen gemacht. Auf eine solch negative Entwicklung war man nicht vorbereitet. Man wird mit Sicherheit daraus Konsequenzen ziehen. Solche „Ansprache“ wie von dir beschrieben geht natürlich gar nicht.

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  • Celine

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    Hallo Silvia,
    Ja der Veranstalter konnte von dem ganzen ja gar nichts mit bekommen weil dies sich ja draußen angespielt hat. Aber meiner Meinung nach redet man so nicht wenn man Uniform trägt.

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    • Silvia Rinke

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      Nein, absolut nicht, da hast du völlig Recht, Celine. Geht – GAR – nicht.

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