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Räuberinnen drangsalierten Rentnerpaar – Zeuge (69) bewies Kondition und Courage

Sogar eine drohende brennende Zigarette ins Gesicht schreckte diesen couragierten Zeugen nicht. Ein 69jährger Mann aus Lippstadt hat gestern Nachmittag eine flüchtende Kriminelle gefasst, die zusammen mit einer Komplizin kurz zuvor ein Seniorenehepaar (78 und 81 Jahre) berauben wollte. Die eine Frau entkam, die zweite – durch den Zeugen Ergriffene – nahm sich die Polizei vor. Um sie danach wieder laufen zu lassen; lassen zu müssen.  

Das Ehepaar wurde m 15 Uhr direkt nach dem Verlassen einer Volksbankfiliale von zwei unbekannten jungen Frauen zunächst angesprochen und dann sofort massiv körperlich bedrängt. Eine Täterin versuchte mehrfach in die Handtasche der 78-jährigen Rentnerin zu greifen. Die alte Dame presste jedoch ihre Tasche fest unter ihren Arm und verhinderte so den Zugriff. Währenddessen bedrängte die zweite Frau den 81-jährigen Ehemann und versuchte in seine Westentasche zu greifen, in der sich erkennbar die Geldbörse befand. Obwohl der Rentner die junge Frau mehrfach wegstieß, ließen die Täterinnen nicht von dem Ehepaar ab.

Bis der Zeuge auf den Plan trat – ein 69-jähriger Mann – und sich energisch einmischte. Die Täterinnen gaben auf und rannten davon, der 69-Jährige hinterher. Nach einem kurzen Spurt konnte der offenbar gut trainierte Senior die flüchtenden Frauen einholen. Er packte sich die eine, ein anderer Zeuge griff sich die zweite. Doch diese entwand sich seinem Griff und rannte weiter.

Im eisernen Griff hielt hingegen der 69-Jährige die andere Frau gepackt, während er die Polizei informierte. Dabei wehrte sich die junge Frau wie wild, versuchte sogar, dem  69-Jährigen eine glimmende Zigarette ins Gesicht zu drücken. Doch der Zeuge hielt sie fest. 

Bei der Frau handelte es sich um eine 22-jährige Französin ohne festen Wohnsitz in Deutschland. Sie wurde vorläufig festgenommen.

Leider war der beispielhafte Einsatz des älteren Zeugen letztlich nutzlos. Denn nach Vernehmung und erkennungsdienstlicher Behandlung entschied die Staatsanwältin, dass kein Antrag auf Untersuchungshaft gestellt würde.

Die zweite Täterin konnte unerkannt entkommen. Sie war etwa 20 Jahre alt, 155 bis 160 Zentimeter groß und schlank. Sie hatte lange Haare, trug einen Hut und Jeans.

Kommentare (11)

  • Mike

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    Super vom Zeugen, solche Leute brauchen wir viel mehr !!!

    ABER unsere Justiz mal wieder, kann man die nichtmal wegen Beihilfe verklagen ? Unser lächerlich lasches Rechtssystem fördert und proviziert ja gerade die Kriminalität indem Straftäter quasi ungestraft oder mit lächerlichen Strafen davonkommen, ist doch kein Wunder, daß Deutschland von Kriminellen überschwemmt wird und die Politik schaut tatenlos zu, es wird Zeit, das Wahlen kommen.

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  • Andrea Schulz via Facebook

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    „Denn nach Vernehmung und erkennungsdienstlicher Behandlung entschied die Staatsanwältin, dass kein Antrag auf Untersuchungshaft gestellt würde.“
    Kann mir jemand erklären, warum so entschieden wurde? Ist so nicht nachvollziehbar ?

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Andrea Schulz: Das Unverständnis auch der Polizei über diese Entscheidung ist aus der Pressemitteilung unschwer herauszulesen.

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  • fürst

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    „Französin“ glaube ich nicht. Französisch sprechende Zigeunerin, gehe ich von aus.
    Ich verstehe die Justiz nicht mehr. Früher reichten „Auslandskontakte“ oder „ohne festen Wohnsitz“ für U-Haft. Die Staatsanwälte und Richter machen sehr großzügig von ihrem ihnen zustehenden rechtlichen Ermessen Gebrauch. Zumindest bei bestimmten Personenkreisen.

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    • Mike

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      Die Justiz entlastet sich einfach selber, anders ist das nicht mehr nachvollziehbar, die Justiz fördert so aktiv die Kriminalität und behindert dadurch auch massiv die Arbeit und Motivation der Polizei.

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      • fürst

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        Ja, sehe ich auch so, Mike. „Strafvereitelung im Amt“, denn vielen wird ja Gelegenheit zur Flucht geboten bzw. zum Untertauchen. Das Untertauchen wiederum muß ja auch finanziert werden. Also werden zum weiteren Lebensunterhalt weitere Straftaten begangen.
        Richter und Staatsanwälte tun, was die Politik wünscht. Dafür reichen indirekte Willensbekundungen, denn nachweisbar darf das nicht werden.

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  • Stefanus Maxus via Facebook

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    Ich bin mittlerweile der festen Überzeugung, daß so wie in jeder anderen Bananrepublik auch, erhebliche Teile der Richter- und Staatsanwaltschaft mit der organisierten Kriminalität, freiwillig oder gezwungen, unter einer Decke stecken.

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  • Susanne Appelstiel via Facebook

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    Traurig, von der Justiz zum weitermachen animiert :-(

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