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Radler in der Fußgängerzone: Politik wenig begeistert

Der Vorstoß der Freien Liste Unna, die Fußgängerzone auch tagsüber für Radler frei zu geben – statt wie bisher nur von abends bis frühmorgens – wurde und wird von unseren Lesern  ungestüm diskutiert; die Meinung ist überwiegend ablehnend.

(http://rundblick-unna.de/freie-liste-will-unnas-fussgaengerzone-fuer-radler-freigeben/)

Und auch politische Mitbewerber sehen den Vorschlag skeptisch. Eine Fußgängerzone heiße nicht ohne Grund „Fußgänger“zone.

Martin Bick 1

FDP: Unfälle und Ärger programmiert

FDP-Fraktionsvorsitzender Martin Bick antwortete uns als Erster auf unsere Anfrage, was er von dem FLU-Antrag hält. „Ich halte nichts von diesem Vorschlag“, schreibt der Liberale unumwunden. „Nur weil sich heute niemand daran hält und es niemand kontrolliert, muss man das nicht legalisieren.

Ich befürchte ein heilloses Chaos. Denn heute ist eben auch schon zu beobachten, dass manche Radfahrer doch recht rücksichtslos durch die Fußgängerzone preschen. Hier sind Unfälle und Ärger  vorprogrammiert.

Fußgängerzonen sollten, so wie es die Straßenverkehrsordnung auch grundsätzlich vorsieht,  ausschließlich Fußgängern vorbehalten bleiben. Und wer will denn dann die vorgesehen Schrittgeschwindigkeit überwachen, wenn es jetzt schon keiner macht.  Aus meiner Sicht keine gute Idee.“

Rudolf Fröhlich

CDU: Gleich Wohnungseinbrüche mit legalisieren?

Für die CDU stellt Fraktionschef Rudolf Fröhlich fest: „Die Idee halte ich nicht für gut. Die Begründung ist fragwürdig: Nur, weil sich einige Radfahrer nicht an Verbote halten, das Verbot aufheben?
Überspitzt dargestellt, könnten wir ja dann auch den Wohnungseinbruch gleich mit legalisieren…
Ich halte eine generelle Freigabe für gefährlich (besonders auf der abschüssigen Bahnhofstraße)! Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern  sowie Unfälle wären vorprogrammiert. Ich gehe nämlich davon aus, dass sich derzeit die Masse der Radfahrer an die bestehenden Verbote hält. Eine Freigabe würde zu einer starken Zunahme des Radverkehrs in der Fußgängerzone und damit zu Gefahren und Konflikten führen.
Das Potenzial für Unna als fahrradfreundliche Stadt ist deshalb meines Erachtens nicht in der Fußgängerzone zu suchen, zumal wir ja durchaus zu bestimmten Zeiten, in denen erfahrungsgemäß wenig Fußgänger unterwegs sind, das Befahren erlaubt haben. Das zeigt ja auch, dass man sich vorher schon Gedanken darüber gemacht hat über Lösungen, welche die Interessen von Fußgängern und Radfahrern unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit für beide in Einklang zu bringen.“
Christoph Tetzner Piraten
Piraten: Das Problem ist die Raserei
Piraten-Fraktionsvorsitzender Christoph Tetzner findet die Grundidee der FLU eigentlich gar nicht so schlecht. „Nun ja, der Antrag ist gut“, meint er. „Dennoch sollten dann Radwege ausgewiesen werden in der Fußgängerzone, also Bereiche, wo die Radler fahren dürfen.
 Auch sehe ich es als Problem an, was man jetzt schon beobachten kann, wenn die „Fahrt frei“ gegeben ist – also abends ab 19 Uhr –  dass dort in einer unangemessenen Fahrgeschwindigkeit gerast wird. Damit würde neben den Schlaglöchern ein weiteres Risiko für die Fußgänger entstehen.
Für einen eigenen Fahrbereich, wie oben angesprochen, ist die Fußgängerzone meines Erachtens zu schmal.“
Die Fraktionsvorsitzenden von SPD, Grünen und Linkspartei antworteten nicht auf unsere Anfrage.

Kommentare (32)

  • Sven Arnt via Facebook

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    Also ganz ehrlich, da sind doch vollkommen vermeidbare Konflikte vorprogrammiert. Ich radle ja auch sehr gerne, aber die Fuzo sollte auch den Fußgängern vorbehalten sein. Für jeden Radfahrer ist es wohl kaum ein Problem die Fußgängerzone zu umfahren.

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    • Christel Heinze via Facebook

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      vor allem kann man die kleinen Kinder „anleinen“, denn sie laufen schon mal kreuz und quer und werden dann umgefahren. Zumal die Fuzo nicht gerade sehr breit ist, da viele Aufsteller, Warenkörbe oder Stühle mit Tische an den Seiten vor den Schaufenstern stehen.

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  • Pia Grzegorczyk via Facebook

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    Leider halten sich einige Radfahrer nicht an das Verbot und so manches mal habe ich besorgt ansehen müssen, wie ein Radfahrer knapp an meinen Kindern vorbei saust. Ich möchte jetzt natürlich nicht alle über einen Kamm scheren, aber ich fürchte das das Aufheben des Verbots für noch weniger Achtsamkeit bei einigen führen wird. Und der Umweg über die Schäferstraße und Flügelstraße (je nach dem wo man hin will) ist ja auch nicht wirklich groß.
    Meine Kinder müssen ihre Fahrräder übrigens auch durch die Fußgängerzone schieben, wenn sie damit unbedingt mit in die Stadt wollen.

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  • Martin Trillhose via Facebook

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    Irgendwann kommen die noch auf die Idee und geben die FuZo für Autos und Motorräder frei, bishin zu Schiffen und Flugzeugen – nene, sollte so bleiben wie bisher. 😉

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  • Rundblick Unna via Facebook

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    Hier zum Nachlesen der erste Bericht mit dem ausführlichen Antrag der FLU – und Dutzenden Kommentaren: http://rundblick-unna.de/freie-liste-will-unnas-fussgaengerzone-fuer-radler-freigeben/

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  • Verena

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    Ich bin gerade (Sonntag) um 12.15 Uhr in der Fußgängerzone gewesen. Da radelte eine 50jährige in Sonntagsspazierfahrtgeschwindigkeit seelenruhig die Bahnhofstr. hoch. Es waren fast keine Fußgänger dort und niemand fühlte sich durch die Dame auf dem Rad gestört.
    Hier wird so getan, als wenn auf einmal hunderte Radfahrer darauf warten, endlich dort die Mitmenschen umzufahren, bevor sie in Wohnungen einbrechen.
    Will sagen, es herrscht jetzt schon eine friedliche Koexistenz zwischen Radfahrern und Fußgängern dort.
    Vielleicht möche der Polizist Fröhlich ab Montag dort mal rasende Radfahrer kontrollieren und Bußgelder kassieren.

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    • Sven Arnt via Facebook

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      Und wie sieht das dann zum Beispiel am Mo oder besser Dienst aus, wenn Markt ist und die Fuzo voll ist. Was soll denn der Vergleich?! Wenn die Fuzo voll ist, dann ist es auch mit der friedlichen Koexistenz vorbei. Es radeln ja nicht nur ältere Damen in Sonntagsspazierfahrtgeschwindigkeit durch die Stadt. Es gibt schlicht überhaupt keine zwingende Notwendigkeit die Fuzo generell für Radfahrer frei zu geben.

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      • J.Müller

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        Dann ist es genaus, wie um 20.00 Uhr an Stadtfrsttagen. Dann dürften die Radfahrer (siehe Schild) machen es aber nicht. Denn Radfahrer sind intelligent und wissen, wann sie das verantworten können.

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  • Herbert

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    Na gut, ich überlege auch noch. Aber eine Diskussion über dieses Thema ist doch ok. Radfahren in der Fuzo mit Wohnungseinbruch zu vergleichen ist aber völlig daneben. Einzige Gemeinsamkeit: Die Polizei bekommt beides nicht in den Griff.

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  • Wolfgang

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    Wenn ich den Rundblickartikel von gestern lese , steht da ein Menge von gegenseitiger Rücksichtnahme und einer versuchsweisen Freigabe mit späterer Auswertung der Erfahrungen. Liest man dagegen aber manche Kommentare , könne man tatsächlich glauben, die FLU eröffnete mit ihrem Vorschlag tatsächlich die Jagt auf Fußgänger. Warum nicht sachlich diskutieren, auch wenn der Vorschlag die eigene begrenzte Vorstellungskraft in Sachen „gemeinsame Nutzung“ von Verkehrsraum übersteigt.

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  • Tobi

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    Ja, die rasenden Radfahrer….
    In der Fuzo kann man gar nicht rasen!!!! Selbst, wenn man wollte.
    Jeder, der dort schneller als Schleichtempo unterwegs ist, stolpert oder stürzt in Schlaglöcher oder fliegt über hochstehende Steinkanten ?
    Deshalb wundere ich mich schon sehr über die Behauptungen dort ständig rasende Radfahrer ohne Bremsen zu sehen, die in Überschallgeschwindigkeit die Bahnhofstr runterfliegen, bevor sie vom Königsborner Tor verschluckt werden.

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  • Dennis Groß

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    Hahahahahahahahaaaa….
    Keine Fahrräder in der Fußgängerzone, weil die so rasen. Aber dann Tempo 30 für die Innenstadt und den Verkehrsring….und Stau im Kreisel, weil es nur noch eine Spur gibt. Unsere Verkehrspolitiker in Unna, stricken den Verkehr der Zukunft !!!

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  • Petra Hösel via Facebook

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    Geht gar nicht

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  • Luise Mönnighoff via Facebook

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    Mir reicht es schon das die Bürger steige freigegeben wurden und man dort von Radfahrern die weder mit Licht noch mit klingel einen fast umfahren und jetzt auch noch in der Fußgängerzone ich sage nein

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  • Edmont Dantés via Facebook

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    Gut wenn man mitbekommt das die Amtsträger sich um wirklich wichtige Dinge kümmern

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  • Oskar B.

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    Genau. Und der Rest kümmert sich lieber um Posten oder Kündigungen.

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  • Axel Ehwald via Facebook

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    Hier wird ein Eindruck gegen Fahrradfahrer erweckt, der erinnert mich stark an Schwerte. Sachlich festhalten möchte ich gerne, wer mit dem Fahrrad zu einer Uhrzeit wo es verboten ist, eine Fußgängerzone befährt, der begeht eine Ordnungswidrigkeit. Wer einen Wohnungseinbruch verübt, begeht laut Strafgesetzbuch, eine Straftat. Eine Ordnungswidrigkeit mit einer Straftat zu vergleichen, dann kann ich gleich Äpfel mit Birnen vergleichen. In Schwerte darf man von 09.00 – 19.00 Uhr die Fußgängerzone nicht mit dem Fahrrad befahren. Außerhalb dieser Uhrzeit ist es gestattet und wird durch Verkehrsschilder am Eingang zur Fußgängerzone angezeigt. Anfang 2013 erlaubte sich dann die Stadtverwaltung in Schwerte ( unter der Gesamtverantwortung des CDU – Bürgermeister ) folgenden – “ Schildbürgerstreich “ – und hängte noch zusätzliche Verkehrsschilder mit dem Text – “ Vernünftige fahren hier nicht mit dem Rad – den anderen ist es verboten “ – auf ( kann hier leider keine Bilder der Verkehrsschilder anhängen ) . War sachlich natürlich falsch, weil es laut dem anderen Verkehrsschild ausdrücklich von 19.00 – 09.00 Uhr gestattet war. Ergebnis, landete im Beschwerdeausschuss ( immer diese Fahrradfahrer ) und die Schilder mussten wieder abmontiert werden ( ich kenne da jemand im Rathaus in Schwerte, die ärgert sich bestimmt heute immer noch ). Die Schilder liegen seit dem vermutlich beim Bauhof in einer Ecke und es wurden für die Anschaffung ca. 180,- Euro – “ verbrannt “ – ( wenn ich richtig informiert bin, dann war an dieser Aktion auch die CDU in Schwerte beteiligt ). Schwerte hat es ja. Nicht unerwähnt lassen möchte ich, ich habe schon Autofahrer erlebt, die sich nicht an die STVO halten, Fußgänger bei ROT über die Fußgängerampel gehen sehen und mir ist auch schon eine Rollatorfahrerin in die Hacken gefahren. Sucht euch ein anderes – “ Feindbild “ – als Radfahrer. Ob der CDU – Bürgermeister in Schwerte ein Freund von Radfahrern ist, möchte ich ausdrücklich nicht bewerten bzw. beurteilen. Fakt ist, Schwerte hat als eine der letzten Städte im Kreis Unna erst im März 2011 eine Radstation bekommen, hat keinen – “ Drahteselmarkt “ – , ist erst seit 2015 Mitglied in der AGFS , die bundesweite Aktion – “ STADTRADELN “ – suche ich in Schwerte vergeblich und Schwerte hat auch erst seit 2011 wieder eine Ortsgruppe des ADFC. Schon seit 2012 fährt auch nicht mehr der FahrradBus ab Schwerte. Wenn ich den Sachverhalt richtig verstehe, dann ist Unna beim Thema Fahrrad eindeutig vorne und seid in Unna bitte auch zukünftig zu den Fahrradfahrern lieb. Wer mal Herrn Carsten Morgenthal mit dem Fahrrad in der Fußgängerzone in Unna sieht, darf mich gerne informieren. :-) DANKE !

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  • Jörg

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    CDU – die Verbotspartei !
    Radfahren überall – verboten, Theater auf Westfriedhof – verboten, Geld für Lindenbrauerei – verboten…die verbieten sich sogar eigene Bürgermeisterkandidaten :o)))

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  • Ildi-Bildi Segesdy via Facebook

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    Radler in der Fußgängerzone?? Viel zu gefährlich, insbesondere für die Kinder!! No go!!!!

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