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Private Spenden für Fröndenberger Rathausmalerei: Am 12. 6. soll´s losgehen

Die langweilige Fassade des Fröndenberger Rathauses II von einem Lüpertz-Schüler künstlerisch verschönern lassen – „Bewegte Figuren“ sollen darauf herumtanzen. In knapp 8 Wochen soll es losgehen mit der künstlerischen Fassadenmalerei.

Der Plan sorgte Ende 2015 zunächst für einen Aufschrei in Fröndenberg, vor allem weil noch SPD-Chef Martin Streich höchstselbst in seiner Neujahrsansprache bekräftigte: „Am Geld wird es nicht scheitern.“ Und das kurz vor der geplanten Grundsteuer-Explosion dank gähnend leerer Haushaltskassen.

Nun, die Grundsteuer ist gestiegen und  wird weiter steigen, das ist beschlossen. Das umstrittene Rathausfassadenkunstwerk soll aber nichtsdestoweniger ebenfalls Gestalt annehmen. Aber „kostenneutral“ für die Stadt(kasse) und somit für den Steuerzahler.

Die WP berichtete vor einigen Wochen über dem Stand der Finanzierung. 15 000 Euro kostet die Realisierung der Lemke-Fassadenkunst. „Die private Finanzierung … hat gute Chancen, eine Erfolgsgeschichte zu werden“, glaubt die Zeitung optimistisch. „Der Initiativkreis Fröndenberg unterstützt das 15 000-Euro-Projekt mit einem Tausender!“ Die Kulturstiftung der Provinzial-Versicherung soll für die Fassadenmalerei ebenfalls 2000 Euro locker gemacht haben.

Freilich fehle damit weiterhin Geld, reichlich Geld, weitere Spender seien daher willkommen.

Am 12. Juni geht es los. Eingeplant sind zweieinhalb bis drei Monate. „Wie lange die Arbeiten dauern“, ahnt Barbara Streich, „hängt auch vom Wetter ab.“

Infos: b.streich@online.de“.

„Bewegte Figuren“ sollen die Fassade des Rathauses II schmücken; Patrick Lemke, ein Schüler des „Himmelmann-Trichterkünstlers“ Markus Lüpertz, wollte und sollte (soll und will)  auf der Rathausfassade ein Kunstwerk malen, das  „von der Landschaft inspiriert“ sei. Und dieses Bild solle nicht in einem Museum eingeschlossen werden, sondern für alle sichtbar sein, Teil des Alltags sein: für vorbeifahrende Autofahrer, vorüberflanierende Fußgänger, vorbeiradelnde Radtouristen auf dem Ruhrtalradweg…

(Grafik: Stadt Fröndenberg)

Das Lemke-Projekt markiert einen neuen Weg in der Kulturfinanzierung. In Zeiten knapper Kassen verfügen Kommunen wie Fröndenberg nur über bescheidene freie Mittel. Politik und Verwaltung neigen im Zweifel dazu, lieber Vereine als Kunst zu fördern. Im Fall Lemke ging die Fröndenberger Politik sogar so weit, dass das Gemälde weder direkt noch indirekt mit öffentlichem Geld gefördert wird.

Spenden für Honorar und wetterfeste Farben

So kamen den Kunstfreunden Dr. Martin Streich und seiner Ehefrau Barbara auf die Idee, ein privates Netzwerk zur Finanzierung des Wand-Bildes aufzubauen. Dass das politisch engagierte Ehepaar lokal wie regional bestens verdrahtet ist, schadete dabei keineswegs. Der örtliche Kunstverein hat ein Spendenkonto bereitgestellt – fürs Honorar, aber auch für die wetterbeständigen Farben.

Derweil nimmt das Werk zunehmend Gestalt an. Seit 2015 arbeitet der in Fröndenberg aufgewachsene Berliner Künstler an Entwürfen. Inzwischen steht ein Start-Termin. Am 12. Juni geht es los. Eingeplant sind zweieinhalb bis drei Monate. „Wie lange die Arbeiten dauern“, ahnt Barbara Streich, „hängt auch vom Wetter ab.“

>> INFO

Das Lemke-Projekt braucht weiter Spenden-Geld. Auch kleine Beträge sind willkommen.

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