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Pöbelei, Beschimpfungen, rohe Gewalt: Der Wahnsinn in Zügen und auf Bahnhöfen

Eine allgemeine Verrohung bzw. spürbaren Werteverfall bekommen Einsatzkräfte der Bundespolizei immer drastischer zu spüren –  bei ihren täglichen Einsätzen auf Bahnhöfen und in Zügen. Und ebenso werden auch Mitarbeiter der Bahn immer wieder Opfer von Beleidigungen, Bedrohungen und Körperverletzungen.

Die Bundespolizei fasst dazu gleich vier Vorfälle an einem einzigen Tag (Dienstag, 22. 11.) abschreckend zusammen:

   - Gegen 15:00 Uhr wurden Einsatzkräfte zu einem Intercity im Dortmunder Hauptbahnhof gerufen. Dort mussten sie 6 betrunkene Engländer
(19-25 Jahre) von der Weiterfahrt ausschließen: Die Briten hatten sich zuvor verbal so aggressiv gegenüber den 
     Bahnmitarbeitern verhalten, dass die Polizei einschreiten musste. Da die Männer keine Straftaten 
     begangen hatten, war die Zugfahrt für sie zu Ende. 
     Die Engländer befanden sich auf der Anreise zum Champions League Spiel Gladbach-Manchester City.
   - Um 15:20 Uhr verpasste ein 32-jähriger Bochumer im Dortmunder HBF einen Zug. 
     Daraufhin entlud er seine gesamte Wut auf einen 20jährigen 
     den Bahnmitarbeiter, beschimpfte ihn als "Hurensohn". Als der DB-Mitarbeiter seinerseits mit der Polizei drohte, 
     bekam er zur Antwort: "Wenn du das tust, schlag ich Dir den Schädel
     ein!" Die Polizei leitete gegen den durch zahlreiche Gewaltdelikte 
     polizeibekannten Mann (32) ein Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung
     und Bedrohung ein.
   - Im ICE 516 (Düsseldorf - Duisburg) beleidigte gegen 19:00 Uhr 
     ein 59-jähriger Reisender aus Bonn die 25-jährige Zugbegleiterin so wüst, dass sie ihn des Zuges verwies. Er stieg aus und gleich
in ein anderes Abteil wieder ein. Schließlich nahm ihn beim nächsten Halt die Bundespolizei 
      in Empfang. Ein Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung ist eingeleitet.
   - Und nochmal im Dortmunder HBF, 21:00 Uhr: Ein 27-Jähriger aus Hattingen, schon mehrfach im HBF durch
Straftaten aufgefallen und ohne Reiseabsichten, pöbelte zwei Bahn-Security-Mitarbeiter als "Fickfehler" 
an und bespuckte sie. Auch gegen diesen (wegen Drogendelikten
     polizeibekannten) Mann wurde ein Ermittlungsverfahren wegen 
     Beleidigung eingeleitet.

- Separat bericheten wir einen weiteren Vorfall, ebenfalls vom Dienstag: In einer Eurobahn nach Hammm schlug ein 23jähriger Fahrgast
einen Zugbegleiter brutal ins Gesicht und bespuckte ihn, als er seinen Fahrschein zeigen sollte. Der 23jährige Syrer wurde nach kurzem
Verschwinden gefasst. Ein Strafverfahren wurde eingeleitet, Haftgründe bestanden nicht. Der Zugbegleiter musste ins Krankenhaus.

Und noch ein sehr schlimmer Vorfall von etwas weiter weg - Bahnhofsplatz Köln, hier wegen seiner Brutalität und Widerwärtigkeit hinzugefügt:

Dienstagnachmittag trat ein 30-jähriger Kölner aus bisher ungeklärten Gründen auf einen am Boden liegenden Obdachlosen ein und hielt ihm eine Tüte übers Gesicht. Die Polizisten überwältigten den Tatverdächtigen, fesselten ihn und verbrachten ihn zur Dienststelle. Das 59-jährige Opfer stand unter Schock.  Er wurde er zur Behandlung in ein Krankenhaus verbracht. Der Beschuldigte verweigerte die Aussage, hatte 1,72 Promille intus. Er ist polizeibekannt und wurde heute dem Haftrichter vorgeführt.

Am frühen Mittwochmorgen kam es zu einem erneuten Übergriff auf den 59-Jährigen, bei dem das Opfer eine Kopfverletzung erlitt: Krankenhaus. Der Täter diesmal: ein 42jähriger Bulgare, 2,06 Promille. Er bestritt den Tatvorwurf der gefährlichen Körperverletzung und wurde nach Vernehmung wieder entlassen.

Kommentare (10)

  • Willy

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    Früher bin ich öfter mal mit der Bahn in die große Stadt (DO) gefahren, jetzt nur noch mit dem eigenen Fahrzeug.

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  • Andrea

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    Was ist das bloß für eine kranke Welt!

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  • Mike

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    Das sind die Folgen der Kuscheljustiz

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  • Karl

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    Das ist der absterbende Kapitalismus.

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  • Mattes

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    Da soll mir nochmal einer unserer Fahrgäste sagen, wir würden den ganzen Tag die „Eier schaukeln“! Das sagen nur die, die am Wochenende oder in der Woche Abends nicht mitbekommen, was in den Zügen und Bahnhöfen abgeht.

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    • Silvia Rinke

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      Ich werde Ihre Anmerkungen gern noch einmal separat herausgreifen! Würden Sie mir Ihren Wohnort verraten?

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      • Mattes

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        Ich wohne in Hagen und bediene die RB40, RB91 und RE16 der Abellio Rail zwischen Essen, Iserlohn und Siegen.

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        • Silvia Rinke

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          Danke schön! Ihr Einverständnis voraussetzend, werde ich Ihre Erfahrungen dann noch mal aufgreifen! VG!

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          • Mattes

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            Das können Sie gerne machen.
            Bisher kann ich mit knapp 7,5 Jahren Erfahrung als Zugbegleiter dienen.
            Trotz der ansteigenden Übergriffe mag ich diesen Job.
            Liebe Grüße

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            • Silvia Rinke

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              :-) Das ist schön, dass Sie Ihren Beruf immer noch gern ausüben. Alles Gute weiterhin!

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