Rundblick-Unna » Piraten hissen Flagge für „neue City“: Statt Stümperei und Flickschusterei jetzt Konzept aus einem Guss

Piraten hissen Flagge für „neue City“: Statt Stümperei und Flickschusterei jetzt Konzept aus einem Guss

Graues Betonpflaster, graue Wackelsteine (viele mit grünen Punkten verziert…), abrupt geht die Stolperei in Teer über, dann wieder Naturstein, mal auf einmal ein Stück Granit, plötzlich abrupt in rotes Pflaster wechselnd – das alles  kombiniert mit braunen Pollern, grauen Pollern, dicken, dünnen, klobigen Pollern. Níchts passt zusammen, alles wild und planlos durcheinandergewürfelt, kritisiert Piraten-Fraktionschef Christoph Tetzner.

Christoph Tetzner Piraten

Unnas Innenstadt ist für ihn ein Zufallsprodukt aus Flickschusterei. Das will er im „Arbeitskreis Fußgängerzone“ mit Start am 26. Oktober zusammen mit den anderen Teilnehmern ändern. Ein für alle Mal.

Endlich, zum ersten Mal, müsse jetzt ein sinnvolles Konzept für eine homogene Innenstadtgestaltung erarbeitet werden, fordert Tetzner. Dazu stellte er am Mittwoch seine Überlegungen als Eckpunkte vor. Er will sie ins Auftakttreffen des interfraktionellen Arbeitskreises hineintragen und dort für sie werben.

Fußgängerzone Wackelsteine (1)

Wiedererkennungswert – Einheitlichkeit –  klare optische Trennung der Bereiche (reine Flaniermeilen, Zufahrten, Radwege). Somit Ordnung ins Durcheinander und Orientierung für die Besucher. „Nichts von alldem findet man momentan“, moniert Tetzner. Die aktuelle Innenstadt“gestaltung“ sei Zufallsflickwerk entsprungen. Ein durchdachtes Konzept fehle bis heute. Jetzt sei die Chance da.

Als symbolgebend sieht der Ratspirat den Platz vor der Evangelischen Stadtkirche.

Kirchplatz Stadtkirche

 Einschränkung: der helle Belag sei recht empfindlich. „Doch die Verweilqualität hat sich absolut gesteigert. Der Platz ist sehr schön und ansprechend geworden, nachahmenswert“, lobt Tetzner das gemeinsame Werk der Kirchengemeinde und der Stadt Unna.

kirchplatz eröffnung (12)

Für ein schlüssiges Innenstadtkonzept aus einem Guss sehen die Piraten die lokalen Fachleute als großes Pfund an, mit dem man wuchern solle.

„Wir haben ganz schlaue und gute Architekten in Unna! Das müssen wir für die Fußgängerzonengestaltung nutzen!“, verlangt Christoph Tetzner. Im Arbeitskreis Fußgängerzone sei aus guten Gründen auch das Bauforum vertreten. Ein Planungswettbewerb für die Innenstadtgestaltung – notwendig, um lukrative Fördermittel zu bekommen – solle sich deswegen sehr gezielt an die eigenen Architekten aus Unna richten.

Es muss alles überplant werden. Komplett von der Massener Straße bis zu Rathausplatz hinunter“, fasst Christoph Tetzner seine Vorstellungen zusammen. Als zwingend nötig sieht er in diesem Zusammenhang auch ein einheitliches – sinnstiftendes – Parkraumkonzept an: Bisher biete Unna auch hier verwirrende Vielfalt, Anwohnerparken wechsele mit Parkscheibe, städtischen Parkflächen (mit Kurzeitparken) oder einem großen, privaten Parkplatz (hinter der Mühle Bremme) ohne Kurzzeitparken, den viele Kunden als „Abzocke“ empfinden.

 „Unser Ziel im Arbeitskreis Fußgängerzone muss sein“, fasst Tetzner seine Vorstellungen zusammen: „Ein Ende der Stümperei und der Flickschusterei.“

Fußgängerzone kaputtes Pflaster Sanierung

Kommentare (14)

  • Helmut Brune via Facebook

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    Schön wäre es sicher. Kreative Architekten können da sicher Gutes tun. Die Frage ist, ob der Haushalt der Stadt eine solche Operation zulässt. Außerdem würde ich dann vorher sicherstellen, ob Kanalisation, Rohrleitungen und Kabel alle in gutem Zustand sind. Sonst könnte es sein, daß alles wieder aufgerissen werden muß, was gerade schön fertiggestellt wurde.

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    • Cornelius Blanke

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      Es wäre schon viel gewonnen, wenn sich zukünftige Einzelmaßnahmen an einem auf 10 bis 20 Jahre gültigen Konzept ausrichten könnten. Das beträfe dann Maßnahmen der Öffentlichen Hand ebenso wie die privater Bauherren und Investoren. Und die Versorger müssten auch eingebunden werden, damit neue Straßenbeläge nicht sofort wieder aufgerissen werden. Und bei unvermeidbaren Aktionen muss die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands erzwungen werden. In der Vergangenheit entstand der Eindruck, dass die Stadt da nicht so genau hingesehen hat, wohl um Investoren zu schonen, siehe Massener Straße nach Bau der Nr. 20.
      Frisches Geld sehe ich da aber anders als der verstorbene Michael Hoffmann nicht. Diese Stadt hat keins und lebt auf Kosten zukünftiger Generationen. Bei den kommunalen Abgaben ist Unna ebenso Spitze wie bei den Nichtwählern. Ein Schelm, wer da Zusammenhänge herstellen will.

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  • Jama To via Facebook

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    Und wäre das was neues? Ist ständig, wird fertiggestellt und nach einer Woche wieder neue aufgefressen Straße, Fußgängerweg, Fahrradweg. ….
    Da sind wir doch daran gewöhnt! Oder?
    Das nennt man, Arbeit Beschaffung Maßnahmen!
    Sonst wäre es noch mehr Arbeitslosen!

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Genau das soll ja aufhören, Jama To. :-)

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    • Jama To via Facebook

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      Das sagen Wir!
      Aber gerade das ist Arbeitsbeschaffung!
      Vor allem, es arbeitet Heute keine so zu sagen, Hand ins Hand!
      Es fällt an Kommunikation!
      (Es weiß nicht das linke Hand was die rechte Hand tut! )

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  • Mon Enneper via Facebook

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    gibts eigentlich noch die beethovenstraße?

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  • Rolf Sablotny

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    Lieber Christoph- Einheitlichkeit, wenn sie denn Klarheit ausdrückt und Erlebnisbereiche, also künstlerische Elemente! Gab es da nicht ein paar Künstler, die in der Hertingerstr Straße begonnen haben diese grauen Pömpel farbig zu machen! Das ließe sich noch ausbauen, mit Figuren für die Innenstadt! Es gibt dort im Kunstraum Künstler, die mit günstigeren Kostenstrukturen arbeiten als die städtischen Betriebe! Figuren müssen auch nicht immer aus Bronze sein, da gibt es anderes. Und das Montieren muss auch nicht gleich teurer sein wie die Figuren. Wir müssen in manchen Bereichen kleiner Denken lernen, damit uns das Totschlagargument – „es ist kein Geld da“ nicht immer zwischen die Beine haut. Usw.
    Viele Grüße – Rolf Sablotny

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  • Herbert M.

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    Egal welches Thema: Der Pirat marschiert vorne weg und verbreitet seine persönliche Heißluft. Das erinnert mehr und mehr an Helmut Scherer mit seinem Bollereagen. Jeden Tag eine tolle Idee (egal was) oder ein Skandal. Man könnte glauben, alle guten Ideen in dieser Stadt stammten vom einsamen Piraten der einfach nur sofort überall seine Flagge hißt und sein Kanönchen Donnern läßt.

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  • Christoph Tetzner

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    Ahoi und Hallo,
    für Informationen und Anregungen sind wir im interfraktionellen AK immer offen. In dem Rahmen kann jeder sich im öffentlichen Teil melden und Sich dazu äußern. Infos von Rolf sind da genauso willkommen, wie von jedem anderen auch.
    Das dieses Projekt nur vorangetrieben wird, wenn das nötige Geld da ist, ist verständlich. Klar muss man sagen, das ich dabei auch auf 2 Dinge baue: 1. wird diese Maßnahme normal mit 70 bis 80 % aus Landesmitteln gefördert. Und 2. plant die Bundesregierung ein weiteres Infrastrukturpaket auf den Weg zu bringen für das Jahr 2016 oder 2017 wo es nur um Straßen gehen soll.
    Es wäre doch fatal, wenn wir dann wieder gezwungen wären einen „Schnellschuss“ zu machen, der wieder in die Hose geht, wie die letzte Sanierung der FuZo(die war übrigens sehr teuer). Vorbereitung ist manchmal recht gut. Man braucht einfach nur die Schublade zu öffnen und ist vorbereitet und baut dann was mit Sinn und Verstand und nach Plan.

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  • Stefan Werner

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    Wer auch immer Herbert M. ist, es scheint ihn ja schwer zu wurmen, das seine Parteigenossen nix gebacken kriegen und der kleine Pirat zeigen muss, wie es gehen sollte. Ach so, nein, ich bin kein Mitglied oder Wähler der Piraten. Trotzdem sehe ich sehr genau, wer was tut für Unna und wer nicht!!!

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  • Achim Rüssel via Facebook

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    Die Innenstadt ist eine Schande für Unna, das wird sich auch, trotz großmundiger Versprechungen nicht ändern! Einfach deshalb, weil das Geld in andere „Projekte“ fließen muß, welche den Unnaern Bürgern nicht zuträglich sind, aber absoluten Vorrang zu genießen haben. Die Zukunft wird es zeigen!

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