Rundblick-Unna » „Pilgernde Nazis“ ohne Ziel: „Grenzzaun von Schwerte“ ist weg

„Pilgernde Nazis“ ohne Ziel: „Grenzzaun von Schwerte“ ist weg

Dank des „Zaun-Gates“ in Schwertes Osten ist die Schwerter Stahlbaufirma Hesse zum Pilgerort geworden. Angeblich für Nazis von nah und fern, schreibt die Tageszeitung taz: „Die Polizei fährt im Industriegebiet jetzt Streife, denn aus der ganzen Region pilgern Nazis und AfD-Anhänger zum Nato-Draht.“
Solche Berichte überregionaler etablierter Zeitungen lassen Anlieger der Firma an der Binnerheide am Fundament medialer Glaubwürdigkeit zweifeln. „… also pilgernde Nazis, AfDler oder sonstwas gibt es da nun wirklich nicht!! Die einzigen, die pilgern, sind verwirrte Rentner, die waghalsig mitten zwischen den Lkw rumrennen und verzweifelt den Zaun suchen, der nicht direkt auf den ersten Blick zu sehen ist…“ Seit Samstagmittag sieht man ihn erst recht nicht mehr, denn der Zaun ist weg.

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Nun, nicht ganz; die Reiter stehen noch. „Die sind so schwer, dass sie sie mit schwerem Gerät entfernt werden müssen. Nur der Draht ist raus.“
Jener NATO-Draht, der als „Grenzabsicherung“ zu einer Flüchtlingsunterkunft wie ein Brandfanal gewirkt und einen bundesweiten medialen Aufschrei ausgelöst hatte. Auch wir berichteten zwei Mal über diesen „Zaun-Gate“, der sich nunmehr auf einige Reiter plus einen eilig errichteten Bauzaun der Stadt Schwerte beschränkt. Siehe unser Foto oben.
Ein Anwohner, der uns seine Vor Ort-Eindrücke dieser grotesk wirkenden Zaun-Affäre berichtet, möchte aus persönlichen Gründen anonym bleiben. „Schon verrückt, wie ein paar Meter Zaun ganz Deutschland beschäftigen…“, sinniert er. „Nachdem wir uns hier, die wir ja vor Ort sind, zwei Tage angeguckt haben, wie gestellt da manche Presse arbeitet… dass da Fotos konstruiert wurden, damit dieser hüfthohe Zaun ganz schlimm aussieht und solche Sachen, das lässt einem wirklich zweifeln…“
Er erzählt, wie das mit dem Zaunbau, so wie sie vor Ort es mitbekommen haben, gelaufen ist. „Der Eigentümer habe sich monatelang beschwert über die Zustände… auch dass wiederholt einige Bewohner der Unterkunft sich unerlaubt in die Produktionshallen begeben haben und zwischen Maschinen standen. Was nicht wirklich sinnvoll ist! Sie bringen sich damit in Lebensgefahr.“
Die Stadt habe nicht reagiert, Gespräche des Asylkreises mit den jungen Asylbewerbern –  ca. zwei Dutzend Männer um die 20-25 Jahre – fruchteten offenbar nicht. „Jetzt wollen die, die tatenlos zugesehen haben, zur Ablenkung von ihrem eigenen Versagen den Firmenchef an die Wand nageln.“
Solche Dinge, dass Flüchtlinge in der Werkhalle herumgelaufen seien, „das wurde ja vorsichtshalber auch erst gar nicht geschrieben… dann wäre der Skandal ja nicht so groß ausgefallen!“, regt sich der Anwohner über die nach seiner Überzeugung größtenteils verzerrte Darstellung dieses Grenzzaun-Skandals auf. „Oder dass die Angestellten von den Bewohnern ausgelacht wurden,  weil sie brav zur Arbeit kommen…“
Wieso der Unternehmenschef ein solch überdeutliches (und ganz gewiss wissentlich provokantes) Zeichen gesetzt hat? Die Vermutungen unter Nachbarn gehen dahin, „dass er, überspitzt gesehen, seinen ,Spaß´ gehabt hat und der Stadt mal aufgezeigt hat, wie unprofessionell sie mit der Situation umgeht.“ Nebenbei bekam unsere Redaktion bereits Leseranfragen, ob man denn so ein Stück Zaun – sozusagen als Gedenkzaun – käuflich erworben könne.
UPDATE Montagmittag: Die Stadt Schwerte teilte am Mittag Folgendes mit:

Die Stadt Schwerte und der Geschäftsführer der H. Hesse Kaltprofile + Bearbeitungs GmbH & Co. KG haben eine einvernehmliche Lösung bezüglich der Umzäunung des Firmengeländes gefunden. Die Firma hatte ihr Gelände zu einer angrenzenden Flüchtlingsunterkunft mit Natodraht und sogenannten Spanischen Reitern gesichert, was zu einer bundesweiten Medienresonanz führte. Die Stadtverwaltung errichtete davor einen Bauzaun, um Verletzungen von in der Unterkunft lebenden Menschen zu vermeiden.Vor einem von ihm initiierten Ortstermin am Montagmittag mit Ulrike Schulte, Fachdienstleiterin Stadtplanung und Bauen der Stadt Schwerte, hatte Geschäftsführer Rolf Siegel den Nato-Draht bereits entfernen lassen. Er kündigte zudem die Demontage der Spanischen Reiter für den Nachmittag an. Stadtverwaltung und Firmenvertreter einigten sich auf einen dem Nachbarschaftsrecht entsprechenden Doppelstabzaun. Der durch die Stadt Schwerte aufgestellte knapp acht Meter lange Bauzaun bleibt so lange stehen, bis die Bauarbeiten abgeschlossen sind.

„Ich bin sehr erfreut, dass wir diese einvernehmliche Lösung gefunden haben“, betont Ulrike Schulte.

Vorherige Berichte zum Zaun-Gate:
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Die hüfthohe „Grenzabsicherung“ bis zum Wochenende. Den Draht hat der Unternehmer entfernt.

Kommentare (10)

  • Dagobert

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    Danke, Rundblick Unna ! Danke für das Widerlegen der gefälschten und bewusst lügnerischen Berichterstattung. Danke für die Befragung eines Menschen, der Ahnung hat. Und ein ganz großes „Danke“ dafür, dass die Hetze des Pro-Asyl-Aktivisten aus Schwerte in der „taz“ als das gezeigt wird, was es ist: Eine riesengroße Lüge, die nur dafür da war, Menschen aufzuhetzen und zu verunsichern.
    1000 Dank. Ich bin wirklich froh, dass es Euch gibt.

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    • Silvia Rinke

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      … die Aussagen derer, die hier zu Wort kommen, können wir natürlich ebenfalls nicht im Einzelnen nachprüfen, aber zum Nazi-Pilgerort ist die Binnerheide an diesem Wochenende definitiv nicht verkommen – zumindest sah das vor Ort nicht danach aus. Letztlich bleibt diese groteske Geschichte als Fanal stehen.

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  • Helmut Brune

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    Irgendwie kann ich dem Unternehmer kein Unrecht geben. Wenn monatelange Bemühungen, diese Sache auf eine normale und zivilisierte Art zu klären, sowohl von der Stadt als auch des Asylkreises, überhaupt nichts bringen, daß er dann zu solchen drastischen Maßnahmen greift, die obendrein auch noch Legal sind.

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  • Silvia Rinke

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    Die bis zum Abend (ca. 20.45 Uhr) eingegangenen Kommentare auf unserer Facebookseite seien hier gesammelt wiedergegeben:


    Markus Berghoff
    Na dann bin ich mal gespannt was für Skandale jetzt so passieren und womit uns die großen Medienanstalten so verarschen… mal gucken wo der nächste Pilgerort entsteht 😂😂
    Rundblick Unna Nee lass mal, Markus Berghoff, das brauchen wir echt nicht jede Woche.

    Markus Berghoff Nicht??? Aber womit sollen sich denn sonst die ganzen gelangweilten Beschäftigten…??

    Rundblick Unna
    Mit… GRUSELCLOWNS…??!!!

    Markus Berghoff Na da freu ich mich drauf…

    Peter Köhler
    Da muss man einfach mal Danke sagen für guten Journalismus.

    Rundblick Unna
    Ich sage danke an die Informanten vor Ort. Ich denke, es ist vertretbar und verständlich, ihre Namen nicht offen preiszugeben.

    Peter Köhler
    Schade dass der Mann wegen seiner Aussagen berufliche Nachteile befürchtet. Aber wir leben ja in so einer tollen und demokratischen Gesellschaft wo freie Meinungsäußerung erwünscht ist.

    Christiane Kramer Herrlich würde man sagen was die Medien aus dieser Geschichte gebastelt haben, wäre es nicht so traurig- die Feststellung, das man wirklich kaum noch glauben darf was diese Medien den Lesern und TV- Sehern an Märchen verkaufen… Hiermit nochmal ein dickes Lob an den RUNDBLICK UNNA, für realistische Berichterstattung!

    Rundblick Unna
    Wir können natürlich auch die hier geschilderten Gegebenheiten nicht im Einzelnen nachprüfen, Christiane Kramer, aber zum Nazi-Versammlungsort ist die Binnerheide am Wochenende defintiv nicht verkommen – davon haben wir uns eben mal selbst überzeugt. Letztlich bleibt diese groteske Geschichte als Fanal stehen.

    Christiane Kramer Rundblick Unna – man fragt sich doch auch wenn man liest, Nazis und AfD-ler pilgerten…. Woran erkennt man einen Nazi oder AfD-ler???

    Rundblick Unna Bei Neonazidemos und Gegendemos lässt sich schon erkennen, wer zu welchem Lager gehört, bei den Zaunpilgerern hingegen… echt keine Ahnung, das kann aber bestimmt die Taz beantworten.

    Freddy Vogt Rundblick Unna Was habt ihr denn erwartet wenn sowas von der TAZ kommt. Linke Propaganda für linke Idioten. Nicht mehr und nicht weniger. Da lieb ich mir doch echt die neutrale Berichterstattung des Rundblick.Leute weiter so, ihr macht vielen der sogenannten Systemmedien echt was vor

    Freddy Vogt Christiane Kramer Bei vielen schwirt doch immer noch Glatzen, Bomberjacken und Springerstiefel im Kopf rum.

    Christiane Kramer Freddy Vogt – ok Neonazis tragen vielleicht sowas, aber woran erkennt z.B. die Taz pilgernde Nazis und AfD-ler ??? Haben die nen Stempel auf der Stirn oder wehende Fahnen oder Ringelsocken???

    Freddy Vogt Christiane Kramer Das wird das Geheimnis der linken TAZ bleiben

    Rundblick Unna Nochmal – wieso nicht ein Anfrage an die Redaktion stellen?

    Christiane Kramer Rundblick Unna – werde ich dann mal machen… Und selbstverständlich euch über eine evtl Antwort informieren.

    Freddy Vogt Rundblick Unna Mhh die Idee hat was. Ich werd es mal versuchen. Wenn ich Antwort bekomme sag ich sofort bescheid

    Rundblick Unna Macht das bitte mal. Vielleicht ergeben sich so weiterführende Informationen. Danke im Voraus.

    Rundblick Unna Freddy Vogt , danke, mach uns nicht verlegen. Zur taz – persönlich hätte ich (die Admine) das nicht erwartet von dieser Zeitung, unabhängig von Ausrichtungen fand ich sie glaubwürdig. Das ist schon auch frustrierend.

    Helmut Brune Irgendwie kann ich dem Unternehmer kein Unrecht geben. Wenn monatelange Bemühungen, diese Sache auf eine normale und zivilisierte Art zu klären, sowohl von der Stadt als auch des Asylkreises, überhaupt nichts bringen, daß er dann zu solchen drastischen Maßnahmen greift, die obendrein auch noch Legal sind.

    Rundblick Unna Ja, auch NATO-Draht darf außerhalb von Wohngebieten verbaut werden – das war mir selbst allerdings auch neu.

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  • Brigitte Dinse

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    Wie lange will die Schwerter Stadtverwaltung sich noch von der Asyllobby am Nasenring durch die Arena ziehen lassen? Sie, Herr Bürgermeister, lassen dieses unsägliche Spiel mit sich machen! Geldhahn zu!!
    Die Mainstreammedien singen fleißig im Gleichklang mit der Asyllobby!
    Mein Lob an den Unternehmer für seine Standhaftigkeit und Rundblick Unna für unabhängige Berichterstattung!

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  • fürst

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    Vielleicht kann sich jetzt der Eine oder Andere vorstellen, wie es zu den die AfD oder deren Anhänger verunglimpfenden Meldungen kommt. Ich erhoffe Besinnung bei den Wunderlichen.
    Im Übrigen siehe besonders die Komm. von Brigitte Dinse, Dagober, Freddy Vogt …

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  • Koch

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    Gerade diejenigen die Hetze so anprangern sind doch die grössten Hetzer weit fern der Wahrheit. So sind sie, unsere lieben Linksrotrünen….

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  • luenne

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    also der Bauzaun ist ja nur zum Schutz gegen den Natodraht aufgestellt worden.
    Auf den Bildern sieht es so aus das wenn der Unternehmer die Sperre entfernt die Leute einfach drum herum laufen werden oder seh ich das falsch ?
    „zwei Dutzend Männer um die 20-25 Jahre“ wie man dann von Verletzungsgefahr für Kinder reden kann .-)
    Habe im Radio einen Bericht darüber gehört und finde es echt witzig wie sich die Angestellte der Stadt um Kopf und Kragen redet wenn man die Bilder kennt :-)

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    • Silvia Rinke

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      Die Kluft zwischen Fikton und Fakten… tja…

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  • Silvia Rinke

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    Zur Info: Ich habe gerade ein Update eingefügt, die Stadt Schwerte schickte eine Stellungnahme und begrüßt die „einvernehmliche Lösung“.

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