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Pflegevater bewahrt kriminellen Ziehsohn mit 5700 Euro vor Haft

Das ist wahre Vaterliebe. Stolze 5700 Euro zahlte ein Pflegevater, um seinen mit zwei Haftbefehlen gesuchten Pflegesohn (34) vor der Gefängniszelle zu bewahren.

Der 34Jährige aus dem Rheinland lief heute Morgen im Dortmunder Hauptbahnhof zwei Bundespolizeibeamten in die Arme. Sie überprüften die Personalien des Mannes – und stellten fest, dass gleich zwei Haftbefehle gegen ihn vorlagen.

Das Amtsgericht in Kerpen hatte ihn schon im Mai vor zwei Jahren (!) wegen Gefährdung des Straßenverkehrs und Fahrens ohne Führerschein zu 1.500,- Euro Geldstrafe verurteilt – ersatzweise zu 60 Tagen Haft. Weder das eine noch das andere gedachte der Verurteilte zu befolgen.

Im vorigen Jahr stand der Verkehrssünder abermals vor demselben Amtsgericht, diesmal wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung. Die Strafe diesmal: 4.200,- Euro oder 168 Tage Haft. Wieder dachte sich der Verurteilte: Nö.

Heute Morgen erst konnten ihn Polizeibeamte festnehmen. Ihm wurde Gelegenheit gegeben, die offenen Rechnungen bei der Gerichtskasse zu begleichen – sofort und hier und jetzt. Einzige Alternative: 228 Tage Haft.

Der Festgenommene bat um ein Telefonat. Und eins-zwei-drei hatte der Pflegevater des 34-Jährigen den vollen Geldbetrag in Höhe von 5.700,- Euro bei der Polizei in Frechen hinterlegt.

Als die Einzahlungsquittung bei der Bundespolizei kurz danach vorlag, wurde die Löschung der Haftbefehle beantragt. Der 34-Jährige konnte die Wache verlassen.

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