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Pfandsuchern helfen und Stadt sauber halten: Testlauf für „Pfandringe“

Öffentliche Pfandkästen in der Unnaer Innenstadt anbringen, um Pfandsuchern das unwürdige Herumwühlen im Müll zu ersparen. Diese Idee der Grünen adaptiert die Stadtverwaltung jetzt abgewandelt für sich. In Zusammenarbeit mit dem City-Werbering Unna (CWU) will die Stadtverwaltung z. B. am Bahnhof einen Testlauf mit sogenannten „Pfandringen“ machen. Ein solcher Lochring, der um einen Mülleimer geschlungen wird, kostet ca. 50 Euro. Pfandringe gibt es bisher  in einigen Großstädten wie Köln, Bielefeld und Magdeburg.

Die Grünen waren im Sommer vorgeprescht und hatten ohne Absprache mit dem Rathaus kurzerhand einen Wasserkasten an einem Laternenmast an der Wasserstraße angebracht (wir berichteten). Dies fand die Verwaltung nicht wirklich prickelnd. man hätte doch zumindest vorher gefragt werden wollen. Der Pfandkasten ist inzwischen wieder abmontiert. Nun soll also der Pfandring getestet werden. „Schöner und teurer als Lochring um einen der schmucken Mülleimer“, moniert die Ökopartei auf ihrer Homepage. Und stichelt süffisant: „Gern schenkt Grün der Verwaltung nach der Idee auch die eigene Pfandkiste, inkl. einer gemeinsamen Auswertung der Wirksamkeit der unterschiedlichen Modelle. Arten-Vielfalt der Pfandkisten macht Unnas Leben lebendiger, sauberer und sozialer.

Pfandsammeln Hermanski

Bedürftige Mitmenschen vor unwürdigem Herumwühlen in Mülleimern zu bewahren war die Ausgangsüberlegung der Grünen dafür gewesen, im Sommer einen Pfandkasten für Pfandflaschen öffentlich an einen Laternenmast an der Wasserstraße zu befestigen. Direkt gegenüber dem „Grünen Bürgertreff“ (SpontUN).

Das leuchtend grüngelbe Behältnis (Bild oben) gesellte sich zum städtischen Abfalleimer und diente insofern als Wink mit dem Zaunpfahl, sprich Laternenpfahl: Wer auf dem Weg in und oder aus der City eine Pfandflasche loswerden möchte, möge sie doch bitte nicht in den Mülleimer stopfen, sondern – plopp – in den Kasten plumpsen lassen. Damit sie der nächste Bedürftige – Unna hat ja verschiedene regelmäßige Pfandsammler – bequem und sauber herausgreifen und eben nicht umständlich und unhygienisch den Müll durchwühlen muss.

Bei unseren Lesern stieß die Pfandkistenaktion im Sommer auf sehr geteilte Reaktionen. Zustimmung bis Begeisterung („klasse Idee, hilft Bedürftigen und hält die Stadt sauber“), Spott („haben die Grünen keine anderen Sorgen“), genervtes Kopfschütteln („typische Sommerlochaktion, und die Presse macht mit“) und auch geharnischter Widerspruch: Solche Pfandkisten könnten Missbrauch Tor und Tür öffnen – sei es, dass sich auch gut Betuchte im Vorbeigehen daraus bedienten, oder sei es umgekehrt, dass insbesondere bei Wochenend-Festivitäten diese Kisten mit allem möglichen vollgestopft würden, nur nicht mit Pfandflaschen. Mit Müll, halbvollen Biergläsern bis hin zu toten Ratten.

Eine Rundblickleserin aus Hamm warb wiederum sehr begeistert für das Pfandsammelsystem in ihrer Stadt: blauweiße Pfandkisten sowie die entsprechenden „Gebrauchsanweisungen“ per Info-Zettel dazu.

Pfandkiste Hamm

Pfandkisten Hamm Infos

 

 

Kommentare (7)

  • Sascha Krieg

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    Also ich finde die Idee der Grünen mit der „Pfandkiste“ gar nicht mal so schlecht!Ob das jetzt allerdings eine Rolle spielt, ob es nun so ein Teurer Ring für 50,- Euro das Stück, oder eine Billigere Kiste ist, ist meiner Meinung nach von der Stadt völlig Falsch bedacht, wo sie doch soooo wenig Geld haben!Jedenfalls muss sich KEIN Pfandsammler mehr die Finger schmutzig machen, und nur das zählt!

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  • Siri Kabo via Facebook

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    Der Pfandring ist ne super Idee … Kann man bestimmt auch in günstig herstellen … Für andere weniger sinnige Dinge wird ja auch viel Geld ausgegeben ( schwarze Liste der Steuersünden …!) alles was mal ne gute Sache ist wird sofort wieder nieder gemacht …
    Das ist ärgerlich …

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  • Jama To via Facebook

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    Es gibt’s mehrere Städte mit Kisten für Pfand Flaschen! Leider ist es immer wieder zum beobachten das ganz wenige diese Kisten benutzen! Genau wie mit dem Rauchverbot! Trotzdem sind überall Zigarettenkippen und keine Platz für Nichtraucher! Die aufgestellten Aschenbecher werden so gut wie nichts benützt!
    Und ich bin der Meinung, dass die Menschen die schon so wenig zum leben haben, und unsere Umwelt sauber halten, dass kleine Belohnung verdienen!!!

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  • Hans Kammler via Facebook

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    Schon traurig das es in unserem reichen Deutschland die alles und jeden Schmarotzer aufnehmen kann Menschen gibt die pfandflaschen sammeln müssen.

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