Rundblick-Unna » „Lünen geht auf die Straße“: NRW-Patrioten rufen zu Demo an Allerheiligen auf – Gegendemo angemeldet

„Lünen geht auf die Straße“: NRW-Patrioten rufen zu Demo an Allerheiligen auf – Gegendemo angemeldet

„Lünen geht auf die Straße“. Für einen Spaziergang nach Pegida-Vorbild ruft ein Flyer auf, der seit einigen Tagen in den sozialen Netzwerken verbreitet wird.  Aufgerufen wird dazu, „auf die Straße zu gehen“, an Allerheiligen, also am  Sonntag, 1. November. Treffpunkt soll der Hauptbahnhof in Lünen sein, Sonntag um 14 Uhr.

Wörtlich heißt es in dem Aufruf (Quelle: Polizeipressestelle Dortmund):

„Lünen geht zum zweiten Mal auf die Straße – am 1. 11. 2015. Treffpunkt 14 Uhr, Hauptbahnhof. Gewaltfrei gegen Islamisierung, Asylwahnsinn und Extremismus.“ Der Flyer ist in Gelb und Rot gehalten, mit Lünens Stadtwappen verziert.

Stadtwappen Lünen

Die Polizeidirektion Dortmund, für Lünen mit zuständig, bestätigte die Anmeldung der Demonstration für den Feiertag. Veranstalter sind die „NRW-Patrioten“, eine Organisation, der auch in der kundigen Polizeipressestelle Dortmund bislang unbekannt war. „Ich musste googlen“, gestand Polizeisprecherin Weigandt auf unsere Anfrage ein.

Das macht es für die Polizei schwierig, den Verlauf der Kundgebung einzuschätzen. Denn ein Blick auf die Homepage der „Patrioten“ lässt zwar ihre Zugehörigkeit zum rechten Spektrum erkennen, doch wie sich die Veranstalter und Teilnehmer dann vor Ort gebärden, ob sie evtl. Hetzparolen brüllen, könne man mangels Erfahrung mit dieser Gruppierung derzeit nicht einschätzen, sagt die Polizeisprecherin. Dass die Demonstration grundsätzlich zulässig sei, stehe grundsätzlich fest, dem steht auch der „stille Feiertag“ Allerheiligen nicht entgegen: Die Kundgebung für eine Zeit angemeldet, in der kein Hauptgottesdienst stattfindet.

Jürgen Kleine Frauns

Lünens neuer Bürgermeister Jürgen Kleine Frauns.

Gegendemonstranten bereiten sich bereits vor; eine wurde bis zum Mittag bei der Polizei angemeldet, bestätigt Sprecherin Weigandt. Bereits zuvor erklärte auch Lünens neuer Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns schon öffentlich, dass sich die Lüner das gute Klima von Mitmenschlichkeit und Hilfsbereitschaft in der Stadt nicht kaputt machen lassen würden. Deswegen ruft er seinerseits die Bürger auf, für eine weltoffene und soziale Stadt auf die Straße zu gehen.

 

Kommentare (12)

  • Marc Weber via Facebook

    |

    Dann soll er sich schon mal drauf vorbereiten, dass er bei der nächsten Wahl nicht mehr dabei ist. Der einzige Wahnsinn, ist was unsere Bundesregierung abzieht. Es werden immer mehr deutsche wach , es dauert nicht mehr lange , dann knallt es in Deutschland gewaltig.

    Antworten

  • Michael Beier via Facebook

    |

    Haha, ist ja als ob der Bürgermeister zu Krawallen an Allerheiligen aufruft…

    Antworten

  • Merit Forkel

    |

    Mich würde der tatsächliche Inhalt des Flyers interessieren.
    Wo ist dieser konkret zu finden?

    Antworten

    • Rundblick Unna via Facebook

      |

      Wir versuchen das Original gerade bei der Polizei Dortmund zu bekommen, Merit Forkel. Der Link im Internet, über den wir auf den Aufruf aufmerksam worden, ist inzwischen gelöscht worden.

      Antworten

  • Fürst

    |

    Ich begrüße es, wenn es „heiß“ wird – denn anders kapieren es viele noch nicht.

    Antworten

  • Helmut Brune via Facebook

    |

    Demos, Gegendemos, was bringt das? Provokationen, unerwünschte Reaktionen. Ein Bürgermeister sollte, meiner Meinung nach, lieber 3 Mal nachdenken, bevor er solche Schritte geht. Ich finde es jedenfalls nicht Gut.

    Antworten

    • Mike

      |

      Eines bringt es auf jeden Fall, einen grossen Polizeieinsatz mit jeder Menge Überstunden und genau die Polizisten fehlen dann u.a. wieder für Schwerpunktkontrollen z.B. zur Bekämpfung von Einbruchsdiebstählen :-(

      Antworten

    • Heike

      |

      Ich finde es genau richtig, was der Bürgermeister tut. Herr Kolter in Unna würde genau das Gleiche tun. Mit einer Gegendemonstration bezieht man Stellung und zwar völlig friedlich. Einfach um zu zeigen: „Ihr seid nicht das Volk, ihr seid eine Minderheit mit eurer Meinung“.

      Antworten

  • Rundblick Unna via Facebook

    |

    Update 14.40 Uhr: Bericht wurde aktualisiert.

    Antworten

  • Wolfgang

    |

    Ist Herr Seehofer und Herr Mosbach sowie viele andere auch Nazis ? Auch die Zwei und viele andere sind nicht mit der Flüchtlingspolitik einverstanden !
    War auch nicht anders zu erwarten, das alle sofort Braunes Pack und Nazis genannt werden . Ein Armutszeugnis !

    Antworten

Kommentieren