Rundblick-Unna » Pathologisch! Doktor Stratmann kehrt als Untoter auf Unnas Bühne zurück

Pathologisch! Doktor Stratmann kehrt als Untoter auf Unnas Bühne zurück

Vor diversen Jahren gab der Doktor seinen offiziellen Bühnenabschied, jetzt stand er doch wieder in Unna auf der Bühne. Bzw. er lag.

Sozusagen als lebender Toter auf einer Bahre in der Pathologie, und diese Bahre stand wiederum auf der Bühne der Unnaer Stadthalle, wo Doktor Stratmann am sommerlich warmen Samstagabend sein neues Programm „Pathologisch“ vorstellte.

Vor einem Publikum, das mehrheitlich gemeinsam mit dem gemütlich-wohlbeleibten Kabarettisten gealtert ist (Ludger Stratmann ist inzwischen 67) und das sich lächelnd und häufig lauthals lachend über das bewährte Stratmann-Programm amüsierte.

„Pathologisch“ spielt sich also in der Pathologie eines Krankenhauses ab, Doktor Stratmann sitzt bzw. steht uns als Untoter gegenüber und plaudert heiter über sein unwürdiges Ableben (ein Bierlaster hat ihn niedergemäht) sowie in Rückschau über sein Leben.

Da kommen Evergreens wie „Wir im Ruhrgebiet sprechen keinen Dialekt, wir sprechen einfach falsch“, „Gibt´s hier heute Leute, die nicht aus dem Ruhrgebiet sind?“ – ja, ein ahnungsloser Iserlohner zeigt auf: „Hömma, wenn ich in Iserlohn zum Arzt in eine Praxis komm´ und sag: Herr Doktor, heut komm ich mal mit meinem Bein. Der denkt doch, ich wär sonst ohne gekommen.“

Zur Pathologie selbst: „Es gibt keine unbekannten Todesursachen, es gibt nur faule Pathologen“, und dass bei der Deutschen Gesellschaft für Pathologie im Leitbild steht „Dem Leben verpflichtet“ sei so, als würde Fleischfabrikant Tönnies zum Ehrenpräsidenten des Veganerverbandes ernannt. Aber immerhin ist der Pathologe der einzige Facharzt, bei dem man ohne Wartezeit einen Termin bekommt – auch als Kassenpatient oder besser gesagt als Kassenleiche.

Stratmann 2

Inge, die Göttergattin des Doktors, wird natürlich auch im neuen pathologischen Programm gewürdigt: „Inge macht jetzt Bauch, Beine, Po“, verrät der sichtlich verständnislose Gemahl, denn wie derart unterschiedlich geformte weibliche Hinterteile wie in diesem BOP-Kurs von der Inge zu einem homogenen Gesamtbild geformt werden sollen, ist dem Ludger schleierhaft. „Die Inge hat ja einen klassischen Breitarsch“, sagt er gänzlich uncharmant, unter Inges Freundinnen kursiert z. B. den Birnenarsch oder den Apfelstrudelarsch – „Apfelarsch mit Dellen.“

Ins prustende Gelächter hinein schließt der Doktor mit der gnadenlosen Diagnose, dass sich manche Eigenwilligkeiten der Natur eben höchstens mit chirurgischen Eingriff ändern lassen. Jedenfalls bestimmt nicht mit BOP. Doch besänftigt der charmante Doktor Stratmann die versammelte holde Weiblichkeit direkt mit dem entwaffnenden Bekanntnis, dass er nicht nur Frauenversteher ist, sondern FEMINIST. Jawohl. „Frauen sind klüger als wir Männer…“ – Applaus…, „Frauen sind schöner als wir Männer…“ noch mehr Applaus, „Frauen haben mehr Gefühle als wir Männer“ und noch mehr Applaus. – Kunstpause: „Aber davon wird die Küche auch nicht sauber.“

Kommentare (11)

Kommentieren