Rundblick-Unna » Parteichef Meyer (CDU): Mit Wiese kein glückliches personelles Händchen gehabt – „Kein guter Politikstil“

Parteichef Meyer (CDU): Mit Wiese kein glückliches personelles Händchen gehabt – „Kein guter Politikstil“

Abrupt warf Holger Wiese (CDU) gestern Abend sein Ratsmandat hin – ohne Gründe zu nennen, diese nannte er heute ausführlich öffentlich. (Ssiehe unser aktueller Bericht vom Mittag: http://rundblick-unna.de/kein-buergermeisterkandidat-zuviel-groko-schmusekurs-cdu-ratsherr-holger-wiese-wirft-hin/)

Für Parteichef Gerhard Meyer ein „fragwürdiger politischer Stil; nicht mein Stil!“

In einem Gespräch am heutigen Nachmittag zeigte sich der CDU-Vorsitzende sehr verärgert über die Art und Weise, wie sich Holger Wiese aus der CDU-Fraktion und von seinem Vizebürgermeisterposten verabschiedet hat. Ohne vorherige Information seiner Partei, der er gleichwohl „kritisch begleitend verbunden bleiben“ möchte, und ohne Nennung von Gründen, die Meyer nun statt dessen über unsere Redaktion erfuhr.

Der selbstständige Dachdeckermeister zeigte sich in seiner Presseerklärung mit dem politischen Stil von Fraktions- wie Stadtverbandsführung unzufrieden und bezeichnete den Verzicht auf einen CDU-Bürgermeisterkandidaten als „würdelos“. Für Meyer ist beides nicht nachvollziehbar.

„Über die Frage des Bürgermeisterkandidaten habe ich alle Ortsunionen im Vorfeld diskutieren und sich ein Meinungsbild machen lassen. Bei der Abstimmung im Stadtverband habe ich alle Mitglieder ausdrücklich noch einmal zu Wortbeiträgen ermuntert. Herr Wiese hat es vorgezogen, vor der Abstimmung den Saal zu verlassen. Ich mag diesen Stil nicht“, unterstreicht Gerhard Meyer. „In einer Partei unterschiedlicher Auffassung zu sein ist völlig in Ordnung, aber dann sollte man das offen sagen statt plötzlich hinzuwerfen und zu gehen.“

Gehard Meyer CDU

Dass Holger Wiese die Art der Meinungsbildung innerhalb der CDU kritisiert, ist für den Vorsitzenden ebenso unverständlich.

„Wer in eine Partei eintritt und dort Ämter übernimmt, verpflichtet sich der demokratischen Willensbildung. Der Mehrheitswille entscheidet, und dem hat man sich zu fügen, wenngleich manchmal mit knirschenden Zähnen. Ich bekomme doch auch nicht alles durch, was ich vorschlage. Das ist Demokratie. Es geht doch nicht um Herrn Wiese allein. Er kann sein Unternehmen allein führen, aber in einer Partei mitzuarbeiten funktioniert so nicht. Was ich dann gar nicht mache“, Meyer erhebt seine Stimme, „ist, dass ich wie ein kleines Kind hinschmeiße und gehe. Das macht Herr Wiese aber ja auch nicht zum ersten Mal.“

Meyer erinnert an die Ära nach CDU-Bürgermeister Volker Weidner, als Holger Wiese schon einmal sein Ratsmandat zurückgegeben habe. „Ich habe ihn zurückgeholt“, unterstreicht Gerhard Meyer. „Bei der Personalauswahl hatte ich offenbar nicht das glückliche Händchen.“

Holger Wiese

Ratsmandat und Vizebürgermeisterposten überraschend niedergelegt: Holger Wiese.

Kommentare (5)

  • Jessy

    |

    Vielleicht hat Herr Meyer ja in einer Art „diskutiert“, dass sein Gesprächspartner festgestellt hat, dass es keinen Sinn mehr macht, zu „diskutieren“……und man Taten sprechen lassen muss…

    Antworten

  • Wolfgang

    |

    Seht ihn Euch an! Hört was er sagt! Als ob es irgendeinen Sinn hätte, in der CDU Unna eine zu Meyer gegenteilige Meinung zu vertreten. Nein, gegen diese „Sprung auf Marsch Marsch“ Kasernenhofmenthalität ist symphtomatisch für die Meyer Partei.

    Antworten

  • Christoph Tetzner

    |

    Nunja, die Würfel sind gefallen!
    Persönlich ist es kein guter Stil, wenn man selbstherrlich und arrogant auch noch sowas als “ unglückliches Händchen“ verkaufen will. War also der Ehemalige Bruch dann die „Hand“? Hier spricht mal jemand tacheles und das soll selbstherrlich abgetan werden? Billige Nummer…. Aber nun wissen die Unnaer ja, dass wir eine GroKo haben…. nur weiss augenscheinlich niemand bei den „Roten“ (nicht Bordeauxrot, damit spricht man ja nicht, zumindest nicht offiziell) etwas davon!

    Antworten

  • Christoph Tetzner

    |

    Habe da noch etwas nicht gesagt:
    Diese Partei hat Ihn in folgenden Ämter gewählt….. Ratsherr über die Liste…. 2. Stellv. Bügermeister der Kreisstadt Unna…. Mitglied in unzähligen Ausschüssen….
    Hallo? Und der Parteisoldat und Hauptmann haut sowas raus????? Schämen solltet Ihr euch!

    Antworten

  • Christel

    |

    Ich denke, als erwachsener Mensch muss man sich nicht FÜGEN, wie Herr Meyer das so „nett“ beschreibt. Wir leben doch nicht in einer Meinungsdiktatur ! Wenn so eine Art Politik nicht der persönlichen entspricht, ist doch jeder frei zu entscheiden, ob er da mitmacht oder nicht.
    Das Herr Wieses Entscheidung jetzt so dargestellt wird, als wenn er eine Fehlbesetzung gewesen wäre, soll wohl davon ablenken, dass Herr Meyer es nicht erträgt, wenn Parteimitglieder eigene Entscheidungen treffen. Warum akzeptiert er es nicht stillschweigend, sondern tritt nach und stellt seinen eigenen stellvertretenden Bürgermeister als Fehlbesetzung dar ?!? Hatte nicht die CDU ihn selbst in das Amt gewählt ?!? Und nun spurt er nicht und wird vom Parteichef durch den Kakao gezogen ?!?

    Auch Parteizugehörigkeit ist keine Pflicht bis ans Lebensende.
    Erstaunlich ist doch, wieviele sich unter der Führerschaft von Herrn Meyer nicht mehr wohlfühlen und ihm die Gefolgschaft kündigen. Wie ist denn das Verhältnis von Parteiaustritt zu Parteieintritt bei der CDU in den letzten Jahren ?

    Antworten

Kommentieren