Rundblick-Unna » Paar aus Unna meldet Einbruch – ohne weitere Angaben: „Gefasst wird ja eh keiner“ – Polizei: Geben Sie uns bitte eine Chance!

Paar aus Unna meldet Einbruch – ohne weitere Angaben: „Gefasst wird ja eh keiner“ – Polizei: Geben Sie uns bitte eine Chance!

Kapitulation des Bürgers vor dem Verbrechen…? Dieses Erlebnis von gestern Abend machte die Diensthabenden der Wache Unna hörbar betroffen.

Gegen 21.40 Uhr betraten ein Mann und eine Frau die Wache an der Oberen Husemannstraße und meldeten einen Einbruch in ihre Wohnung. Doch zu ihren Personalien und zum Ort des Einbruchs sagten sie nichts weiter.

Sie verließen die Wache mit der resignierten Bemerkung: „Wir wollten nur der Statistik Genüge tun. Gefasst wird ja eh keiner.“

Die Polizei will diese ergebene Resignation nicht einfach hinnehmen. „Wir möchten uns auf diesem Wege nochmals an die geschädigten Wohnungsinhaber wenden: Melden Sie sich bitte noch einmal bei der Polizei! Wenn wir auch nicht alle Fälle aufklären können, so ergeben sich doch auch im Rahmen der Spurensuche und -sicherung oft Hinweise auf Täter. Nur mit Ihrer Anzeige können wir dazu beitragen, dass diese Täter aus dem Verkehr gezogen werden können.“ Der Aufruf endet mit dem dringlichen Appell: „Geben Sie uns eine Chance!“

Die Einbruchszahlen stagierten im ersten Halbjahr 2016 auf Vorhalbjahresniveau, jedoch konnte die Polizei nach ihren Auskünften die Aufklärungsquote von ca. 14 auf über 18 Prozent steigern.

 

 

 

 

Polizeiauto Einbrüche

Es gesellten sich am Abend noch einige weitere Einbruchsmeldungen hinzu – in Unna waren die Innenstadt und Königsborn betroffen. In 3 Fällen wurden die Täter überrascht.

Gegen 19.20 Uhr brachen derzeit noch unbekannte Täter in ein Einfamilienhaus an der Habichtstraße in Königsborn ein. Beim Einsteigen stießen sie eine Vase von der Fensterbank, die zu Boden stürzte und zerbrach. Hierdurch aufgeschreckt, betrat die 78jährige Bewohnerin das Zimmer und überraschte die Täter. Die Täter flüchteten sofort. Sie werden auf etwa 25 Jahre geschätzt, sie sind etwa 170 cm groß und dunkel bekleidet.

Ebenfalls in Königsborn an der Steigersraße hörte eine 75jährige Frau gegen 18.45 Uhr verdächtige Geräusche aus dem hinteren Bereich ihres Einfamilienhauses. Als sie nachsah, bemerkte sie Taschenlampenschein im Garten. Auf Ansprache verschwand der kriminelle Besuch sofort. Die Seniorin musste dann feststellen, dass die Außenleuchte der Terrasse abmontiert und beschädigt worden ist.

Bargeld und Schmuck erbeuteten Ganoven gestern  zwischen 16.35 und 18.10 Uhr aus einem Einfamilienhaus an der Mühlenstraße.

Und hohen Sachschaden richteten Einbrecher zwischen 17.45 und 21.10 Uhr in einem Haus an der Straße Schützenhof an. Vermutlich haben die heimkehrenden Bewohner die Täter gestört und so die Fortsetzung des Einbruchs beendet. Gestohlen wurde nichts. Allerdings beläuft sich die Höhe des Sachschadens nach gegenwärtigen Schätzungen auf 3500 Euro.

Kommentare (8)

  • Willy

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    Guten Morgen,

    wenn der Eindruck entsteht, diese Verbrecher würden ihre Raubzüge fast ungehindert durchführen, der Bürger kaum mal einen Streifenwagen, geschweige denn fußläufige Beamte sieht, gibt er irgendwann auf, der Ordnungsmacht und damit dem Staat zu vertrauen.

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    • Silvia Rinke

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      Ich finde das alarmierend! :-/

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  • Dagobert

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    Traurig, aber wahr: Ich hatte neulich einen Patienten, der verprügelt und ausgeraubt(Handy weg) wurde. Als ich zu einer Anzeige riet, bekam ich nur ein „Bringt doch eh nichts“ zur Antwort. Ich bin mir sicher, dass die Dunkelziffer extrem hoch ist.

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    • Dagobert

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      Nur zur Ergänzung: Wenn unsere Polizei eine Chance haben möchte, muss Vertrauen zurückgewonnen werden. Dies würde bedeuteten:
      Nennung der Nationalität bei Straftaten.
      Keine (Ver-) Fälschung der Statistik.
      Kein Verschweigen von Kriminalität, sobald ein Bezug zu einer Flüchtlingsunterkunft besteht, weil es ja „häusliche Gewalt“ ist.

      Solange wir belogen werden, kann ich ein „Bringt ja eh nichts“ absolut nachvollziehen.

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      • Cora

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        Und ein Überfall vor der Haustür- Garage wird „……….Eingriff im Straßenverkehr“ (bis zur Straße waren noch 20 Meter)

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  • Helmut Brune

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    Ich finde das sehr Sicher alarmierend. Wenn man jedoch immer wieder Berichte liest, von gefassten Tätern, steht meistens der abscheuliche Satz am Schluß: Nach der Aufnahme der polizeilichen Maßnahmen wurden die Täter wieder auf freien Fuß gestellt. Daß die meisten Betroffenen dadurch den Eindruck bekommen, daß die Polizei nicht genügend tut, erscheint mir dann auch sehr verständlich. Das Thema ist hier bei Rundblick Unna schon zigmal erklärt und durchgekaut aber es bleibt der Verdruß, daß die Polizei im Rahmen ihrer Befugtheit nichts tun kann was wirklich hilft gegen die Ganoven.

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  • Silvia Rinke

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    Zwei kritische Überlegungen dazu auf Facebook:

    Sven Arnt Verstehen kann ich die Bürger durchaus. Wir gehen unter in den Anzeigen. Zeit zum Ermitteln bleibt da kaum und wie lange es dauert, bis man zum Beispiel bei DNA Spuren eine Antwort bekommt, dazu schreib ich lieber nix. Vor allem fehlt es aber am Personal, um in diesem Bereich ordentlich Druck machen zu können. Und strafrechtlich ist des bes. Schwere Fall des Diebstahls leider so unterschwellig angesetzt, dass die Gerichte viel zu zaghaft urteilen. Zumindest in NRW. Ein Richter in Bayern soll dazu gesagt haben, sie brauchen garnicht so viel schreiben, wer einbricht, der geht in den Bau. Ohne Mithilfe der Bürger läuft allerdings nix…traurig, dass man über die Jahre dieses Vertrauensverhältnis zwischen Bürger und Polizei hat kaputt gehen lassen.

    Rundblick Unna „… gehen unter in Anzeigen“ – hier gerade aktuell wieder dokumentiert… :-/ – http://rundblick-unna.de/seit-gestern-14-einbrueche…/
    Seit gestern 14 Einbrüche kreisweit – von Frömern bis Werne
    rundblick-unna.de

    Paul Anakonda Zitat: Nur mit Ihrer Anzeige können wir dazu beitragen, dass diese Täter aus dem Verkehr gezogen werden können. Das soll wohl ein Witz sein ? Die marschieren nach der Personalüberprüfung lachend aus der Wache, und machen munter weiter !!!!!!

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  • Markus Antonius

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    Die Meldung beim Trachtenverein hat doch nur den Zweck, eine Bescheinigung für die Hausratversicherung.

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