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NRW-weite Razzia in Flüchtlingsunterkünften – auch in Bergkamen

Zielgruppe sind Algerier und Marokkaner: Seit heute früh um 6 Uhr läuft eine landesweite Razzia in Flüchtlingsunterkünften in NRW – die zweite in diesem Jahr. Auch die Zeltstadt in Bergkamen ist betroffen.

Ziel der konzertierten Aktion, an der Polizei, Ausländerbehörde und das Migrationsbundesamt mitwirken, ist die Klärung des Aufenthaltsstatus von Menschen aus Nordafrika: Halten sie sich illegal hier auf, läuft ihr Asylantrag noch, sind sie mit mehr als einer Identität hier gemeldet etc.

Dazu werden von allen angetroffenen Personen aus Marokko und Algerien (die laut aktuellen Kriminalstatistiken überdurchschnittlich oft kriminell werden) die biometrischen Daten erfasst, um sie später einwandfrei identifizieren zu können. Die Datenerfassung dient außerdem der Abgleichmöglichkeit mit Fahndungslisten. Bisher kommt es – leider nicht selten – vor, dass Straftäter unerkannt bleiben, auch wenn sie wiederholt kriminell werden (hier greift dann häufig das Problem der Mehrfachidentitäten).

NRW-weit läuft die Razzia in 33 Asylunterkünften.

UPDATE vom frühen Nachmittag:

Bis zum Mittag waren bereits mehrere hundert Personen mit ungeklärtem Asylstatus auf dem Weg zum Bundesmigrationsamt (BAMF). Die Asylanträge werden nun geprüft. Wer keinen Asylantrag gestellt hat, soll wegen Verdachts des illegalen Aufenthalts dem sogenannten Fast-ID Verfahren unterzogen werden. „Im Anschluss werden sie dann von den örtlichen Ausländerbehörden über die … Ausreiseverpflichtung aufgeklärt“,  wird die Bezirksregierung Arnsberg im WDR zitiert. Mehrere Asylbewerber seien gefesselt zur Polizei gebracht worden.

Die Überprüfung hat nach Angaben der Bezirksregierung Arnsberg in Landeseinrichtungen der folgenden Kommunen stattgefunden: Ahlen, Arnsberg, Bad Berleburg, Bergkamen, Bergisch-Gladbach, Castrop-Rauxel, Duisburg, Eschweiler, Essen, Geilenkirchen, Geldern, Hamm, Hagen, Hennef, Ibbenbüren, Kerken, Leverkusen, Lippstadt, Lünen, Möhnesee, Monschau, Neuss, Oberhausen, Rees, Reken, Rheinberg, Rüthen, Siegburg, Soest, Stolberg, Voerde, Wermelskirchen, Wickede.

Nochmaliges UDDATE – Schlussbilanz:

Für NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) war die Aktion ein Erfolg.

Kein Interesse an einem Asylantrag

Insgesamt wurden 491 Marokkaner und Algerier kontrolliert. Fast alle – 471 – wurden mit Bussen in verschiedene BAMF-Außenstellen gebracht, wo sie einen Asylantrag stellen konnten. „Wir haben ihnen die Chance gegeben, einen Asylantrag zu stellen“, wird Jäger im WDR zitiert. Der Sender fährt fort: „Die Worte sind ironisch gemeint, denn überprüft wurden nur solche Flüchtlinge, die aus eigenem Antrieb keinen Asylantrag gestellt hatten und entsprechende Termine hatten verstreichen lassen. Auf diese Weise wollten sie ihren Aufenthalt in Deutschland verlängern, mutmaßt Jäger.“ Denn für Asylbegehrende aus Algerien und Marokko besteht nur eine sehr geringe Chance auf Anerkennung.  Sie haben deshalb, so Jäger, kein Interesse daran, ins Asyl-Verfahren einzutreten.

Fünf Personen tauchten unter

Die Asylverfahren gegen die 471 Algerier und Marokkaner sollen sehr zügig in den nächsten Tagen abgeschlossen sein und die Personen dann ausgewiesen werden. 15 weigerten, einen Antrag zu stellen. Sie wurden biometrisch erfasst und müssen Deutschland wohl verlassen. Gegen vier dieser Männer lagen offene Haftbefehle vor, fünf weitere tauchten noch auf dem Weg zur Antragstellung ab.

Kommentare (21)

  • Mike

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    Absolut überfällig, es kann und darf nicht sein, daß einige wenige krimiminelle Flüchtlinge den anderen Flüchtlingen und ihrem Ruf schaden, diese Kriminellen sind auch keine Flüchtlinge sondern schlicht Kriminelle, wer hier wirklich Schutz und Zuflucht sucht, wird nicht kriminell, denn er will ja hier bleiben.

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  • Andy Fischer via Facebook

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    Zu spät

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  • Helmut Brune via Facebook

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    Ich hoffe, sie finden viele, die dann des Landes verwiesen werden können.

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  • Jama To via Facebook

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    Und wenn noch das Kommunikation zwischen den Behörden klappen sollte…….
    Ich kannte ein aus Kosovo! Jahrelang hat Er für sich selbst, Frau und zwei Kinder kassiert! Dabei; Er hat gar keine Familie gehabt! Kurz vor dem Ausweisung hat Er eine Deutsche Frau geheiratet! Ganz legal! Und keine stellte Ihn Frage nach seiner ,,Frau/Kinder“!!!
    Heute ist Er von seiner deutsche Frau geschieden, kastriert weiterhin Grundsicherung und arbeitet schwarz!!!
    Sollte ich oder jemand andere denn anzeigen, bekommt man nur Probleme! Wir müssen das nachweisen! Anbei, Behörden brauchen nur ins Akten zu schauen! ……

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  • Rundblick Unna via Facebook

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    UPDATE vom Nachmittag: Wir haben ein Zwischenergebnis eingefügt.

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  • Marcus Stadel via Facebook

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    Dortmund nicht dabei. Na dann fehlen ja noch 5000

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Dass Dortmund ausgespart wurde, überrascht in der Tat, Marcus Stadel. Laut Radio 91,2 waren Durchsuchungen auch in Dortmunder Unterkünften zunächst geplant, dann aber tauchte die Metropole plötzlich doch nicht auf der Liste auf.

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    • Marcus Stadel via Facebook

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      Weil in Do zu viele Treffer zu erwarten sind… das wuerde verunsichern ;-(

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      • fürst

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        jaaaaaaa, geile Schlußfolgerung, leider wohl zutreffend.

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    • Slin Kner via Facebook

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      Alles Pseudo-Maßnahmen! Dem Bürger soll Sicherheit suggeriert werden, weshalb ja auch vermehrt Polizei durch die Straßen fahren. Hoffentlich haben die eine eigene Tankstelle…. =D

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      fürst kommentiert via Rundblick-Unna:
      jaaaaaaa, geile Schlußfolgerung, leider wohl zutreffend.

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  • Rundblick Unna via Facebook

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    Nochmaliges Update: Wir haben die Schlussbilanz des Innenministers eingefügt.

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  • Max EN via Facebook

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    na endlich!

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  • Dennis Hilker via Facebook

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    Wenn ich jetzt schreiben würde…. Richtig so ( dann bin bin ich Nazi) schreibe ich nach Merkel, wir schaffen das… werde ich ausgelacht… mhhh… Würde / Habe ein paar mal meine Meinung „versucht“ darzustellen, aber die „Gut-Menschen“………..

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  • fürst

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    Du wirst wissen, wer Du bist und wo Du stehst.
    Also nimm doch keine Rücksicht darauf, ob Du als „Nazi“ oder „Gutmensch“ verstanden wirst.
    Nur raus mit Deiner Meinung. Das macht frei. Viel zu viele schweigen schon viel zu lange!
    „Sind so kleine Münder
    sprechen alles aus.
    Darf man nie verbieten
    kommt sonst nichts mehr raus.
    …Grade, klare Menschen
    wär´n ein schönes Ziel.
    Leute ohne Rückgrat
    hab´n wir schon zuviel. “
    Text aus einem Lied -„Sind so kleine Hände …“- von Bettina Wegner

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