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Neutralitätsfrage: „Kampf gegen rechte Gewalt“-Autor Olaf Sundermeyer sprach an seiner Ex-Schule mit Schülern

Autor und Journalist Olaf Sundermeyer ist im Kreis Unna kein Unbekannter. Mit seinem Buch „Rechter Terror in Deutschland“ gab er vor 3 Jahren während der internationalen Woche gegen Rassismus  Lesungen in Unna, Bergkamen, Schwerte und  Lünen; und dies tat er in Schulen.
Gestern war Sundermeyer erneut in einer Schule zu Gast, am Clara-Schumann-Gymnasium in Holzwickede, wo er selbst zur Schule ging und nun am Vormittag mit den Schülern der Oberstufe über Rechtsextremimus diskutierte.
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Autor Olaf Sundermeyer. (Fotorechte beim Autor)

Heute Morgen erreichten uns zwei Nachfragen von Eltern – die eine irritiert, die andere verärgert: Ob bzw. wie eine solche Veranstaltung denn mit der Neutralität von Schule zu vereinbaren sei?
CSG-Leiter Stefan Bieke, mit dem wir am Mittag darüber sprachen, weiß um die Sensibilität politisch gelagerter Veranstaltungen in einer staatlichen Schule. Die Diskussion mit diesem politischen Journalisten und Autor, der sich sehr entschieden dem Kampf gegen Rechts verschrieben hat, war laut Bieke in das Projekt „Schule ohne Rassismus“ eingebettet. Das Holzwickeder Gymnasium trägt dieses Zertifikat wie mehrere andere weiterführenden Schulen im Kreis Unna auch: In Unna z. B. ist das Pestalozzi-Gymnasium „Schule ohne Rassismus“, an diesem Freitag wird dem Werkstatt-Berufskolleg Unna das Siegel verliehen.
In diesem Rahmen habe Olaf Sundemeyer, ehemaliger GSG-Schüler ist (wodurch auch der Kontakt zustande kam), mit Oberstufenschülern ab der Q1 über rechte Gewalt und rechten Extremismus gesprochen. Es ist Schulleiter Stefan Bieke dabei wichtig, dass der Autor keine „Lesung“ veranstaltet habe. „Er hat lediglich auf Schülerfragen reagiert.“.
Eine Veranstaltung wie diese, fasst der GSG-Leiter zusammen, sei  nicht isoliert zu sehen. Sie sei „eine Säule“ der gesellschaftlichen und politischen Bildung der Schüler, ein Angebot von zahlreichen weiteren.
Zu Olaf Sundermeyer:
 
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In seinem Buch „Rechter Terror in Deutschland“ befasst sich Olaf Sundermeyer mit der Chronologie und den Strukturen des Rechtsextremismus.


Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage:
Eine Schule bekommt den Titel Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, wenn mindestens 70 Prozent aller Menschen an einer Schule diese Selbstverpflichtung unterschrieben haben.

Wer sich zu den Zielen einer Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage bekennt, unterschreibt folgende Selbstverpflichtung:

  1. Ich werde mich dafür einsetzen, dass es zu einer zentralen Aufgabe meiner Schule wird, nachhaltige und langfristige Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, zu überwinden.
  2. Wenn an meiner Schule Gewalt, diskriminierende Äußerungen oder Handlungen ausgeübt werden, wende ich mich dagegen und setze mich dafür ein, dass wir in einer offenen Auseinandersetzung mit diesem Problem gemeinsam Wege finden, uns zukünftig zu achten.
  3. Ich setze mich dafür ein, dass an meiner Schule ein Mal pro Jahr ein Projekt zum Thema Diskriminierungen durchgeführt wird, um langfristig gegen jegliche Form von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, vorzugehen.

 

 

Kommentare (5)

  • Dagobert

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    Ich kann die Fragen der Eltern sehr gut verstehen und würde genauso reagieren. Herr Sundermeyer und Herr Bieke müssen sich politische Einseitigkeit vorwerfen lassen, wenn nur über Rechtsextremismus geredet wird und linksextreme Gewalt verschwiegen wird. Man hat das Gefühl der politischen Indoktrination.

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  • fürst

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    Das Unterschreiben einer solchen „Selbstverpflichtung“ ist m.E. eine Unterwerfung zur Umerziehung und dient dem Abbau dem Menschen von der Natur gegebener Instinkte.
    M.E. politische Indoktrination mit Mitteln der soziologischen Sozialpsychologie bei noch ungefestigten Kindern und Jugendlichen/Heranwachsenden unter Ausnutzung des „Gruppenzwangs“ und der Schulpflicht. Couragierte Eltern widersetzen sich der Indoktrination ihrer Kinder. Ihnen zolle ich meinen Respekt. Auch den nicht unterschreibenden Kindern, die m.W. in den Schulen gemobbt werden

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    • Silvia Rinke

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      Letzters kann ich, selbst an einer „Schule ohne Rassismus“ tätig, absolut nicht bestätigen, Fürst. Schüler brauchen zwar „Courage“, sich einer solchen Selbstverpflichtung zu verweigern, doch im Unterricht begleitet und zu selbstständigem Denken ermuntert tun sie das durchaus selbstbewusst und auch begründet und erfahren für ihren Mut, einen klaren Standpunkt zu vertreten, eher Anerkennung denn Mobbing. Die Ansicht wird akzeptiert und gut.

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  • Helmut Brune

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    Da habe ich so meine Bedenken. Wenn man an Schulen solche Dinge verkündet wie „Kampf gegen die rechte Gewalt“ , finde ich das Unschön und Unvollständig. Wenn schon gegen Gewalt, dann gegen Gewalt in jeglicher Form. Was den Rassismus angeht, folgen Schulkinder meistens den Meinungen der Eltern. Die Bildung einer wirklich eigenen Meinung erfolgt erst viel Später.( In diesem Fall ging es ja schon um die Oberstufe.) Schulen können da durchaus einen Beitrag liefern, indem sie aufzeigen, wie schlecht Rassismus ist und sie können Kinder davor warnen. Begriffe wie Rassismus, Diskriminierung u.s.w. werden in unserer Multi-Kulti-Gesellschaft nicht von Heute auf Morgen gelöscht werden.

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  • Silvia Rinke

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    Kommentare auf Facebook:

    Peter Köhler Ich musste heute leider den grossen und unkritischen Artikel im Hellweger Anzeiger über diese Veranstaltung lesen. In diesem Artikel wurde aber auch beschrieben, dass dieser „Journalist“ in seinem Vortrag viel über die AfD berichtet hat. Er bezeichnete diese Partei als Gefahr für die Demokratie und unterstellte Teilen der AfD, Zigeuner in Lager stecken zu wollen. Also sehr objektiv und neutral. Diesen grossen Teil des Vortrages hat der Schulleiter wohl unterschlagen. Dieser „Journalist“ der sich wohl dem Kampf gegen Rechts verschrieben hat und daraus auch einen Broterwerb gemacht hat kann nicht als neutraler Berichterstatter zu diesem Thema angesehen werden. Also kann man diese Veranstaltung sehr wohl als Anti-AfD-Veranstaltung ansehen. In einer staatlichen Einrichtung sollte sowas tabu sein. Hier sollen Schüler politisch manipuliert werden und eine Stimmung gegen die AfD erzeugt werden. Alles unter dem Deckmantel „Kampf gegen Rechts und gegen Rassismus“.


    Rundblick Unna
    (sia) Wir waren bei dem Vortrag nicht da und können zu den Inhalten daher leider nichts beitragen.

    Stefanus Maxus Würde dieser „Autor“ (wer bezahlt den eigentlich???) sich auch mit linker, islamischer oder ähnlichen Gewaltspektren beschäftigen, könnte man ihn evtl. ernstnehmen. So bleibt er ein Sektierer, ein Instrument linksgrüner Indoktrination.

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