Rundblick-Unna » Neujahr für Unnas SPD: In Königs Rede kam – ein Mal – auch „Streit“ vor

Neujahr für Unnas SPD: In Königs Rede kam – ein Mal – auch „Streit“ vor

Die Örtlichkeit dieses Neujahrsempfangs hat etwas mit der Krawatte des Massener Ortsvorstehers gemeinsam.

Beides ist auf den ersten Blick traditionell korrekt wie immer – bloß im Detail finden sich Abweichungen, und die auf Dr. Peter Krachts leuchtend genossenroter Kragenzierde entsetzten rechtschaffen seinen Massener Parteifreund Hartmut Ganzke: „Ein SPD-Freund aus Massen trägt eine Krawatte mit Dortmunder U-Emblem! Geht gar nicht! Bitte den Landtagsabgeordneten genau so zitieren!“ Hiermit gemacht.

Massens Ortsvorsteher Dr. Peter Kracht mit spd-roter....

Massens Ortsvorsteher Dr. Peter Kracht mit spd-roter….

 

... Dortmunder U-Krawatte! Kommentar des Genossen Hartmut Ganzke, ebenfalls aus Massen: "Geht ja GAR nicht!!"

… Dortmunder U-Krawatte! Kommentar des Genossen Hartmut Ganzke, ebenfalls aus Massen: „Geht ja GAR nicht!!“


Die Abweichung von der gewohnten Lokalität des Stadthallenfoyers lotste die Gästeschar diesmal die Treppe hinauf zum Veranstaltungssaal im 1. Obergeschoss, wo Gastgeber Volker König – in Personalunion als Stadtverbands- und Fraktionsvorsitzender – per Handschlag jeden Besucher an der Tür begrüßte.

Sein anschließendes Grußwort hielt König sehr ausführlich, vermied es dabei erwartungsgemäß, in irgendeiner Weise auf den schwelenden Parteistreit wegen der „Skandalkündigung Risadelli“ einzugehen. Nur zum Hintergrund kurz noch einmal: Die 60jährige Fraktionsgeschäftsführerin war im November von König fristlos und bisher ohne Nennung von Gründen hinausgeworfen worden. Für den 29. Januar ist der Gütetermin vor dem Dortmunder Arbeitsgericht angesetzt.

Impression aus dem vollen Saal.


Volker König legt in seiner Ansprache Schwerpunkte auf die aktuelle Flüchtlingsthematik, ebenso spricht er die frisch bekannt gewordenen sexuellen Übergriffe in Köln und anderen Großstädten durch Asylbewerber an. „Ich warne dringend vor Generalverdächtigungen.“

Die islamkritische Vereinigung Pegida bezeichnet König als „Synonym für dumm“. Dieser Dummheit gelte es entschlossen entgegen zu treten.

Nachdrückliches Lob richtet der SPD-Vorsitzende an die ehrenamtlichen Helfer in der großen Erstaufnahmeeinrichtung in Massen. „Die Spielstube der Diakonie wird ausschließlich ehrenamtlich betrieben.“

Breiten Raum widmet König der (guten) Haushaltsführung der Stadtverwaltung und unterstreicht die meist SPD-CDU-mehrheitlich getroffenen Entscheidungen der letzten Monate als „Politik mit Augenmaß“.

Gastgeber Volker König.

Gastgeber Volker König.


Anders als der CDU-Fraktionsvorsitzende Rudolf Fröhlich beim CDU-Empfang am Freitagabend nennt Volker König nicht explizit die CDU als derzeit bevorzugten Abstimmungspartner. Er relativiert auch seine im Vorjahr offen geäußerte Abneigung gegenüber den vielen kleinen Fraktionen im Rat, die er bei der Neujahrsrede 2015 noch als „demokratiegefährend“ ansah. Dies vermeidend, spricht er nun eine offene Einladung mit freilich anderweitiger Relativierung aus: „Wir laden alle Ratsfraktionen ein,  an der Gestaltung einer guten Unnaer Politik mitzuwirken. Von Selbstdarstellern werden wir uns als SPD aber nicht leiten lassen.“

Das Wort „Streit“ kommt letztlich auch aus Volker Königs Mund: im Zusammenhang mit der Abstimmungsgemeinschaft (König lehnt „GroKo“ ab) mit der CDU. Man sei sich häufig einig, ja. „Streit hemmt, bedeutet Stillstand.“

Blick in den vollen Saal.

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Kommentare (12)

  • Barbara Möller via Facebook

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    Ich hörte etwas wie kompetenten Fachleuten? Fand ich schon sehr merkwürdig. Aber aussitzen, ist wohl noch aktuell.

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  • Helmut Brune via Facebook

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    Wenn man als Redner bei einem solchen Empfang vorgemerkt ist, muß man ja irgend Etwas sagen. In diesem Falle kommt es dann zu solchen „leeren Worten“ . Von einem qualifizierten Politiker erwartet man jedoch positive Äußerungen, die Hoffnung machen auf gute Pläne für die Zukunft. Obwohl ich dies Alles nur aus der Ferne beobachten kann, bereitet diese Berichterstattung mir Sorgen. Ich habe keinen Zweifel, was die Aufrichtigkeit der Berichterstattung von Rundblick Unna betrifft. Meine Zweifel richten sich gegen die Kompetenz dieses Politikers.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Helmut Brune, die Rede liegt uns – anders als die des Landrates – leider nicht im Wortlaut vor, weshalb wir auch lediglich die grundlegenden Aussagen wiedergeben. Auf unsere Bitte um Zusendung der Rede wurde leider nicht reagiert.

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    • Helmut Brune via Facebook

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      Das zeigt dann doch genau das, was ich zu bemängeln habe. Die Kompetenz dieses Politikers. Wenn man nichts zu verheimlichen hat, gibt man der Presse doch einfach eine ehrliche Antwort. Zumal es hier lediglich „Nur“ um eine Neujahrsansprache geht.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Nun ja, es steht jedem Politiker frei, sich gegenüber Medien zu äußern oder eben nicht zu äußern. Meinungsfreiheit schließt auch die Freiheit ein, zu schweigen. So ist das.

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    • Helmut Brune via Facebook

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      Rundblick Unna Einverstanden. Ob das jedoch der beste Weg ist, bezweifele ich. Man kann sich auf seine Grundrechte berufen, das ist wahr.

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      • Mike

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        Hr. König hat gemerkt, daß der Rundblick keine Kuschelpresse ist :-)

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  • Hans Bergmann

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    Ist die Bezeichnung von Teilen der Bevölkerung, oder anders Denkenden oder anderer Parteimitglieder als DUMM, nun die neue Art sich über andere zu äußern ?!? Man sollte damit sehr vorsichtig sein, denn DAS ist demokratiefeindlich oder beleidigend !! Nicht andere Meinungen sind demokratiefeindlich, sondern das aufdiktieren meiner Meinung auf andere, ist demokratiefeindlich. Jeder, der nicht meiner Meinung ist, ist dumm ?!? Das spricht eher für eine Meinungsdiktatur.

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  • Mike

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    Wer von der SPD hat denn durch Fernbleiben Flagge gezeigt ? Oder alles nur Mitläufer die ihrem König hinterherdackeln ?

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      @Mike: Spontan können wir sagen, dass Mühlhausen dünn vertreten war.

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    • Margarethe Strathoff via Facebook

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      Einige! !! Aber es gibt wohl auch einen Respekt vor den Gästen. Liebe Grüße Margarethe Strathoff .. Michael Hoffmann hätte niemals zugelassen, dass wir uns Sozialdemokraten nicht sehen lassen. Natürlich kommt es immer auf die Position an. Ich stehe hinter meiner SPD und auch hinter Bärbel Risadelli, es sei denn, sie hätte Unverwerfliches gemacht!! Damit muß auch mein verehrter Vorsitzender leben müssen. Ansonsten reden wir am Thema vorbei und bin ab morgen „Biene Maya “ und lasse mir meine Wirbelsäule entnehmen. Auch das ist SPD vor Ort. Freundschaft

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