Rundblick-Unna » Neuer Kämmerer, neue Beigeordnete – Wechsel an Unnas Stadtspitze

Neuer Kämmerer, neue Beigeordnete – Wechsel an Unnas Stadtspitze

Unnas Stadtrat tritt am Donnerstag (7. 7.) zu seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause zusammen – und auf der Tagesordnung steht vor allem Umstrukturierungen in der Verwaltungsspitze.

Kerstin Heidler

Kerstin Heidler, Juristin und SPD-Ratsfrau aus Kamen, soll in der öffentlichen Sitzung (ab 17 Uhr, Ratssaal) wie berichtet zur neuen 4. Beigeordneten gewählt werden. Die politische Zustimmung ist sicher, alle Fraktionen tragen ihre Bewerbung mit (nur die Linke hat sich offiziell noch nicht geäußert).

Karl-Gustav Mölle

Eine zweite wichtige Personalie betrifft die  Stadtkämmmerei. Karl-Gustav Mölle, 1. Beigeordneter der Kreisstadt, wird das Amt des obersten Kassenwartes zum 1. August an Achim Thomae abgeben.

Mölles Abberufung mit gleichzeitiger Neuberufung des neuen Kämmerers wird in der Vorlage der Verwaltung ohne finanzielle Auswirkungen notiert.

Sparschwein

Der Chefwechsel in der Stadtkämmerei ist dem Neuzuschnitt der Aufgaben von Unnas Beigeordneten geschuldet. Achim Thomae wird als derzeitiger Leiter des Finanzmanagements für Mölles Nachfolge berufen, weil er, so schreibt die Stadt, „die für das Amt erforderlichen fachlichen Voraussetzungen“ erfüllt und „ausreichende Erfahrung für dieses Amt nachweisen kann“.

An der Rathausspitze gerät in den kommenden Jahren noch Anderes in Bewegung. Die CDU Oberstadt warf dazu Mitte März bereits kritische Fragen auf:

Der 1. Beigeordnete Karl-Gustav Mölle und der Technische Beigeordnete Ralf Kampmann möchten beide vorzeitig aus ihrem Dienst ausscheiden – zusammen mit ihrem Chef, dem Bürgermeister, der 2020 in den Ruhestand geht. Das hieße für Mölle wie für Kampmann Vorruhestand (2 bzw. 1 Jahr vor dem regulären Ende ihrer Wahlzeit). „Das wirft Fragen auf“, erklärte die CDU Oberstadt. Fragen finanzieller Natur. Und mehr.

 „Wenn zusammen mit Kolter sowohl Mölle als auch Kampmann gehen, würden neben dem Bürgermeister insgesamt drei erfahrene Wahlbeamte auf einen Schlag nicht mehr zur Verfügung stehen. Dahinter setzen wir viele Fragezeichen – sowohl in rechtlicher und finanzieller Hinsicht wie auch im Hinblick auf die praktische Durchführbarkeit“, unterstrich Ortsunionsvorsitzender Carsten Morgenthal.

Denn schon 2019 endet außerdem regulär die Amtszeit von Uwe Kutter – und damit scheidet noch ein weiterer erfahrener Verwaltungskopf aus.

Kommentare (9)

  • S. Maritz

    |

    Da hat Unna aber nochmal Glück gehabt, dass die Sozialdemokraten an der Verwaltungsspitze doch nicht aussterben.

    Antworten

  • S. Maritz

    |

    Das „E“ in SPD steht ja bekanntlich für „Expertise“.

    Antworten

  • Helmut Schön

    |

    Es wirft Fragen auf ?!?
    Na, die CDU hat ein Problem, weil sie bisher keinen CDU Mann/Frau ins Spiel bringen konnten, oder was ?! Die CDU kritisiert sowieso ständig alles. Und das als Teil der Groko Mehrheit im Stadtrat ! Wo die doch sonst alles mit der SPD zusammen bestimmen….Und am Donnerstag werden sie auch alle brav die Hand heben.
    Für mich sind das unschlagbare Chancen 2020 mal frischen Wind ins Rathaus zu bringen.

    Antworten

  • Helmut Brune via Facebook

    |

    An sich ja nicht Falsch, wenn da mal frischer Wind durchs Rathaus weht.

    Antworten

    • Friedhelm Böhmer

      |

      besser wäre ein Sturm der Entrüstung, weil sich Beamte offensichtlich selbst in den Ruhestand versetzen lassen können….

      Antworten

  • Friedhelm Böhmer

    |

    Es wird über einen Antrag der Herren Mölle und Kampmann berichtet, in denen der Rat der Stadt Unna in einer Ratssitzung in dieser Woche deren Ruhestandspläne genehmigen soll. Eine für die beiden Herren positive Vorentscheidung sei bereits gefallen und wird demnach auch wohl „durchgenickt“ werden.

    Entweder kann ich nicht rechnen – oder aber die Verwaltung hat es nicht hingekriegt, die Zahlen so öffentlich zu machen, dass es jeder versteht. Es wird berichtet, dass die Herren Mölle und Kampmann „auf einen Teil ihrer Bezüge verzichtet“…. Was für den Leser – zunächst – wie eine Großzügigkeit klingt, entpuppt sich aber einige Zeilen später – für mich – als Mogelpackung. Aus den „eingesparten“ Teilen der Bezüge sollen „Rücklagen“ gebildet werden, die sich besagte Herren dann ab 2020 auszahlen lassen. Das alles basiert „aus einem persönlichen Antrag“ beider Beteiligten!!! Und es wird „uns normalen Bürgern“ noch als kostenneutral propagiert!!! Für mich klingt das wie ein Sparbuch, wo Lohnteile „ohne Leistung“ angelegt werden – und halt nur mit einer Verzögerung später in einer Summe „nachgezahlt“ wird. Oder kann ich nicht rechnen und verstehe das alles nur falsch? Kostenneutral ist das nicht. Es kann doch nicht sein, dass sich Beamte quasi selbst und ohne Abzüge vorzeitig in den Ruhestand versetzen. Wenn das Schule macht….

    An die Stelle der Herren Mölle und Kampmann werden doch sicher neue Beigeordnete treten – und die werden nicht zum Nulltarif antreten!!! Und somit ist doch die ganze Sache nicht nur nicht mehr kostenneutral, sondern kostet uns, den Steuerzahler, das doppelte!!!! Die nächste Erhöhung der Grundsteuer lässt grüßen?

    Auch möchte ich das Thema „Versorgung“ vs. Rente ins Spiel bringen. Wir „Normalos“ müssen mit erheblichen Abstrichen rechnen, die Zukunft sieht immer mehr Bürger, für die Altersarmut eine „sichere“ Zukunft bedeutet – und auf der anderen Seite gehen „Bedienstete“ sehr gut versorgt in – ja, jungen Jahren – in den Vorruhestand. Uns und auch die Politik wird genau dieses Thema in den nächsten Jahren beschäftigen. Auch im Alter wird die Schere immer weiter auseinanderklaffen.

    Herr Mölle und Herr Kampmann, ziehen Sie Ihren Antrag zurück. Und wenn nicht, meine Bitte an den Rat: lehnen Sie die Anträge ab! Denn der Vorteil liegt NICHT in der Allgemeinheit „zum Wohle unserer Stadt“ – er liegt nur bei den beiden Herren selbst. Und das zu unseren Lasten!

    Antworten

  • S. Maritz

    |

    Wer sich als Ratsmitglied offen gegen das anscheinend übliche Prinzip des „Selbstbedienungsladens Stadtverwaltung“ stellt, hat höchsten Respekt verdient.

    Antworten

  • Frieda W.

    |

    Ich habe da mal eine Frage: werden denn dann die neuen Beigeordneten vor oder nach der Kommunalwahl 2020 gewählt? Bestimmt das also der neue Rat samt neuem Bürgermeister oder sichert sich der alte noch rechtzeitig den Zugriff auf die Verwaltungsspitze? Geht es vielleicht eher um Machterhalt der Mehrheitsfraktionen als um bezahltes Nichtstun der Verwaltungsspitze…? Ok, sind jetzt mehrere Fragen geworden, die hoffentlich noch so manche aufwerfen …

    Antworten

  • Friedhelm Böhmer

    |

    Ich wundere mich eh, warum sooooo wenige Bürger überhaupt Fragen stellen oder sich nicht trauen, Ihre Meinung öffentlich kundzutun. Ihre Fragen, Frau Frieda W., finde ich angebracht – und die Bezeichnung „bezahltes Nichtstun der Verwaltungsspitze“ sehr treffend. UNsere Zeitung schreibt heute …“von Regeln, die nun einmal so sind“… und man könne es den Beteiligten nicht verübeln, wenn sie in Anspruch genommen werden. Wenn mein Leserbrief im HA von gestern lediglich die Presseabteilung der Verwaltung bzw. „beteiligter“ Ratsfraktionen aufgerüttelt hat, um über die Legitimität des Ansinnens zu berichten, ist mir das zu wenig. Es ist einfach ungerecht all denen gegenüber, die SELBST in die Rentenkasse einzahlen und mit erheblichen Abzügen ihrer eh immer kleiner werdenden Renten rechnen müssen. Beamtete gehen da eher mit einem lächeln…..
    Ihr Aspekt des Machterhaltes, Frieda W., ist sicher auch ein Kalkül, denn wer weiss denn heute schon, wie sich der Rat nach den nächsten Wahlen zusammensetzen wird??? Das wir, die Wähler, unzufrieden sind mit „den Mächtigen“, sehen wir bei jeder Wahl, wo bisherige Randparteien immer mehr Zulauf finden. Die Mächtigen sägen sich so ihren eigenen Ast ab, auf dem sie sitzen – und nehmen es wohl auch noch in Kauf. Sieht so aus, als denken sie, „gibt ja immer noch genug, die uns wählen…“ Und nach der Wahl gibt es ja eh nur Gewinner. Irgendwie werden wir doch für dumm verkauft, oder?????

    Antworten

Kommentieren