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Neue Griffigkeit für „Schleuderkurve“ auf Ostbürener Straße

Die „Schleuderkurve“ auf der Ostbürener Straße/In den Telgen ist binnen anderthalb Tagen Bauzeit entschärft worden. Gestern rückten Bagger und Bauarbeiter an, heute am frühen Nachmittag war das kurvenreiche Straßenteilstück bereits wieder frei gegeben. Die Stadt Fröndenberg hat die angekündigte Fahrbahnsanierung vorgenommen. Damit haben die temporären 30er-Schilder in der unfallträchtigen Kurve erst mal wieder ausgedient – wenn die Kreisstraßenbehörde zusammen mit der Stadt Fröndenberg denn so entscheidet wie angekündigt.

Nach dem -zigsten schweren Unfall in der Kurve der Ostbürener Straße/In den Telgen zog die Straßenverkehrsbehörde des Kreises Mitte März wie berichtet die Notbremse – indem sie die Verkehrsteilnehmer auf dieser offenbar hochbrisanten Strecke maximal möglich auf die Bremse zwang. Seither gilt ab Querweg durchgehend 50 und im Kurvenbereich In den Telgen nur noch 30. Dort rückten aber nun am Dienstag schwere Baumaschinen an.

Der ungriffige Straßenbelag ist bis heute Mittag erneuert worden. Die Umleitungsschilder (via Schwarzer Weg/Hohenheide und Im Schelk/Eulenstraße) waren noch vor der Kaffeezeit bereits wieder eingesammelt. Nach Mitteilung des Fröndenberger Bauamtes fehlen jetzt nur Restarbeiten – die Herrichtung der Banketten und evtl. Fahrbahnmarkierungen (in Absprache mit dem Kreis).

Unfallkreuz Ostbürener Str

Rückblende: Bereits im April 2011 war beim bisher schwersten Unfall an dieser Stelle ein 19Jähriger tragisch ums Leben gekommen. ls im Frühling und Sommer vorigen Jahres mehrfach erneut Verkehrsteilnehmer in der Telgen-Kurve aus derselbe flogen (und immer vor denselben Baum krachten), führte die Straßenverkehrsbehörde zunächst eine limitierte Tempobeschränkung ein: bei Nässe 50 statt 70 km/h. Diese neue Regelung galt für die gesamte Teilstrecke, von der Einmündung Querweg / Im Schelk bis zum Ortseingangsschild Fröndenberg (wo sowieso „innerorts 50″ beginnt).

Ostbürener Straße In den Telgen Kurve

Ganz offensichtlich schien das aber nicht auszureichen, denn im ersten Quartal dieses Jahres verunglückten erneut Pkw-Fahrer in dieser (inzwischen schon berüchtigten) scharfen Kurve: am 22. Februar eine 24jährige Mendenerin mit Kleinkind im Wagen – die junge Mutter musste mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden, das 2jährige Söhnchen hatte einen hellwachen Schutzengel – es blieb unverletzt. Am Renault der Mendenerin entstand jedoch Totalschaden. Und Mitte März prallte ein 65jähriger Fröndenberger, der in Richtung Stadtmitte unterwegs war, ohne Beteiligung anderer Verkehrsteilnehmer im Kurvenbereich vor einen Baum. Er musste schwer verletzt mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden.

Die (erst ein Jahr alten) Schilder „regulär 70 – 50 bei Nässe“ wurden in Konsequenz ausgetauscht gegen 50er-Beschilderung sowie Tempo 30-Schilder für den Unfallhäufungsbereich „In den Telgen“. Und zudem wurde dort ein zusätzliches Kurven-Warnschild angebracht. „Sobald die Stadt Fröndenberg die Fahrbahn saniert hat, kommt die 30er-Beschilderung aber wieder weg“, versprach damals Günter Sparbrodt, Leiter der Unfallkommission bei der Straßenverkehrsbehörde des Kreises. Dies geschieht also nun.

Denn auf diesem Teilstück der Ostbürener Straße gibt es laut Kreis ein offensichtliches Griffigkeitsproblem – ganz offensichtlich auch bei trockener Fahrbahn. Dem versucht man nun mit einer Erneuerung der Fahrbahn abzuhelfen. Das Tempo 30-Schild in der Kurve komme dann wieder weg, signalisierte Sparbrodt im März.

Ob im Anschluss daran aber auch für die gesamte Strecke wieder wie ehemals 70 km/h eingeführt werden kann, „darüber müssen wir dann die Köpfe wieder neu zusammenstecken“, so der erfahrene Straßenverkehrsfachmann. Er sagt zu alldem deutlich dazu: „Schilder können nur zusätzlich warnen und Hinweise geben. Es kommt letztlich darauf an, dass der Kraftfahrer eigenverantwortlich seine Fahrweise anpasst.“

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