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Neuanfang in Pink – „Ja – geil!!“: Fröhliches Willkommen für Fröndenbergs peppige junge Pfarrerin

Ab sofort gilt für die Dienstkleidung der evangelischen Geistlichkeit in Fröndenberg die Farbe Pink. „Und zu meinem Dienst – zu diesem Abend hier – sag ich nur: Ja – geil!!“

Lautes Gelächter und heftiger Applaus folgten der übers ganze Gesicht strahlenden jungen Pfarrerin auf ihrem Weg zurück zu ihrem Platz, der – wie alle Tische am Sonntagabend im rappelvollen Gemeindehaus – mit einem leuchtend pinkfarbenen Platzdeckchen nebst passendem pinken Blümchen geschmückt war.

Stilvollendet dazu trug Janine Hühne selbst ein pinkes Strickjäckchen über ärmellosem schwarzen Spitzenkleid, und ähnlich todschick präsentierte sich Mopsdame „Bibi“ – im pinkfarbenen Hundegeschirr mit dem Aufdruck „Prinzessin“.

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Das knautschgesichtige Hundeprinzesschen durfte sich von Frauchen erst einmal herzig knuddeln lassen, bevor der nächste Redner für die festliche Pfarrerinnen-Einführung ans Pult trat. Hans-Martin Böcker, Synodalassessor und stellvertretender Superintendent, machte es kurz und schmerzlos. Denn Grußworte „sind die moderne Form der Christenverfolgung“, insofern wolle er sich auf ein herzliches Willkommen und Gottes Segen beschränken – gleichwohl wünsche ich mir dringend, „dass Sie nicht noch pinkfarbene Beffchen zur Pflicht machen.“ Beffchen sind die Halsbinden evangelischer Pfarrer.

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Ja, für einen Festakt ging es ausgesprochen lustig zu bei Janine Hühnes Einführung. Die 34Jährige mit dem leuchtend kupferroten Haarschopf, die neben ihrem Mops Bibi vor allem Pferde liebt (sie ist begeisterte Reiterin), wohnt mit ihrem Ehemann Holger derzeit in Ostbüren. Ein Umzug ins Pfarrhaus an der Körnerstraße ist Option, sagt sie, das Haus wird derzeit renoviert.

Die peppige, patente junge Frau und die Kirchengemeinde Fröndenberg und Bausenhagen haben sich jedenfalls gesucht und gefunden. Das konnte auch Personalkirchmeisterin Anneli Richwin Krause nur aus vollem Herzen bestätigen. Mit der jungen Pfarrerin ist sie längst per Du und wirkte bei ihrer herzlichen Begrüßung einfach nur glücklich: „Wir freuen uns auf die Arbeit mit dir. Wir freuen uns, dass du da bist!“

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Gekommen ist sie, um zu bleiben. Die 34jährige Theologin hat nun offiziell die Pfarrstelle für die Fröndenberger und Bausenhagener Gemeinde übernommen: Als Pfarrerin im Entsendungsdienst trat sie vor anderthalb Jahren zunächst die inoffizielle Nachfolge von Hartmut Görler an, der seine Kirchengemeinde nach 16 Jahren verließ – nur wenige Monate später gefolgt von Achim Heckel, zweitem im langjährigen Pfarrersbund.

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Dass beide, Heckel wie Görler, gestern zur Einführung der Nachfolgerin auf der Pfarrstelle gekommen waren, zeigte ihre Verbundenheit zur Gemeinde, die weiterhin besteht. Keiner der beiden bereut freilich seine Entscheidung, nach so vielen Jahren noch einmal einen Wechsel vollzogen und eine neue Aufgabe in einer anderen Gemeinde übernommen zu haben. Aber natürlich „vermisse ich das intensive Miteinander hier in der Gemeinde“, nickte Hartmut Görler, der  nach dem festlich von Kantorei und Bläserorchester mitgestalteten Gottesdienst noch einen Augenblick in „seiner“ Stiftskirche verweilte.

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Freilich wohnt der Vater von vier Jungs weiterhin näher denn je an der Stiftskirche, nur fünf Gehminuten entfernt. Sein neuer Wirkungskreis liegt in Schwerte, wo er eine Gemeinde im Umbruch begleitet, als Moderator fungiert in einem „äußerst schwierigen Wandlungsprozes“, wie er uns am Sonntag schilderte. „Eine völlig andere Aufgabe als zuvor in Fröndenberg“ sei das, „spannend, fordern, anstrengend, an Grenzen bringend.“

Der Verlust des beliebten Pfarrer-Doppelpacks „war für uns damals ein tiefer Schock“, erinnerte sich Presbyteriumsvorsitzende Anneli Richwin-Krause denn auch am Sonntag noch einmal an jenes trübe und schwierige Jahr des Umbruchs zurück.

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Doch die junge Pfarrerin „in Pink“ wurde mit der verwaisten Kirchengemeinde schnell warm und hat sie inzwischen ins Herz geschlossen; das beruht sichtlich auf Gegenseitigkeit. Und nicht erst, seit sie im Wahlgottesdienst Anfang Juli elf von elf Stimmen bekam.

Glücklich über diese Wahl ist übrigens auch Fröndenbergs Bürgermeister: Während er der jungen Pfarrerin als Willkommenspräsent „ein leckeres Tröpfchen“ überreichte, freute sich Friedrich-Wilhelm Rebbe wie ein kleiner Junge: „Das wird bestimmt toll – dann sitz´ ich auch nicht mehr so allein auf dem Schützenfest!“

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Für das Presbyterium überreichte Anneli Richwin Krause der neuen Pfarrerin zwei Geschenke von Symbolträchtigkeit: eine Stimmgabel – „um dezent die innovativen Töne anzustimmen und mit uns gemeinsam weiterzusingen“ – und kleine Stöpsel-Kopfhörer: „Für den Fall, dass der Satz ,Das haben wir doch schon immer so gemacht´, zu häufig fällt…“

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