Rundblick-Unna » Nein zu autofreiem Fröndenberger Marktplatz: Über 700 haben unterschrieben

Nein zu autofreiem Fröndenberger Marktplatz: Über 700 haben unterschrieben

Fröndenbergs Marktplatz für Autos komplett sperren? Über 700 Kunden und Händler sagen dazu strikt Nein und haben das mit ihren Namen bekräftigt. Die Unterschriftenlisten des Werberings in den umliegenden Gschäften in der Innenstadt füllten sich in den Sommerferien emsig, stellte der Vorsitzende Wolfgang Hüttner recht zufrieden fest.  Bis zum Ende der Ferien lagen die Listen in den Läden aus, jetzt sollen sie dem Bürgermeister übergeben werden.

Die Werbegemeinschaft will zeitnah verhindern, dass der Marktplatz mitsamt seinen dortigen Geschäften künftig für motorisierte Fahrzeuge gesperrt wird. Dies ist eine Variante von mehreren Neugestaltungsideen, die vor den Sommerferien in der Gesamtschule vorgestellt wurden und die nun in die Beratungen gehen.

Frö Marktplatz

Den Marktplatz komplett zur autofreien Verweilzone rückzubauen, mit Sitzgelegenheiten und Verweiloasen, dieser Variante kann und wird der Rat nicht zustimmen, zeigt sich Wolfgang Hüttner für die Werbegemeinschaft zuversichtlich. „Die Frequenz von Passanten ist sehr gering. Um da was lukrativ zu gestalten, müsste man sehr viel Geld in die Hand nehmen.“

Marktplatz Frö

Der Marktplatz am Markttag, Donnerstag. Gegen die Gestaltungsvariante, die Zufahrt von der Allee aus künftig zu sperren, gibt es Widerstand von Händlern wie Kunden.

Marktplatz Frö seitlich

Kontraproduktiv wäre eine Komplettverbannung von Autoverkehr aus Fröndenbergs „guter Stube“ ohnehin aus Sicht der Geschäftsleute. Deren Kunden können bisher buchstäblich bis vor die Ladentür fahren. Das müsse auch weiterhin möglich sein, beharrt Wolfgang Hüttner für sein Gremium.

„Wer bei Rafalczik z. B. Fleischplatten bestellt hat, will sie nicht zu Fuß quer durch die Stadt zu seinem Auto schleppen, das irgendwo weiter weg geparkt ist. Dasselbe gilt für Paketablieferung in Susannes Laden. Es muss möglich sein, für solche Zwecke weiterhin kurz vor dem Geschäft vorzufahren.“

Wobei die Betonung auf „kurz“ liegt, weshalb der Werbering einer anderen Variante der Marktneugestaltung zustimmt: „Die vier Parkplätze auf dem Marktplatz sollten als Kurzzeitparkplätze ausgewiesen werden. Parkdauer 15 bis 30 Minuten.“ Zudem ist der Werbering mit dem Vorschlag einverstanden, dass der Markt an den Einfahrten Schwellen zur Temporeduzierung bekommt, so dass klar wird: Langsam fahren. Im Schritttempo rollen. Auch die Paketdienste sollen weiterhin „von oben“ auf kurzem Weg auf den Marktplatz fahren dürfen. „Mit diesen Kompromissen könnten wir uns anfreunden“, macht Wolfgang Hüttner deutlich.

 

Zur Parkplatzfrage schlägt das Händler- und Gewerbetreibendengremium noch eine weitere Alternative vor: Statt auf dem Karl-Wildschütz-Platz (befristet) Parkgebüren zu kassieren (der Platz wird zeitnah ohnehin überplant und neu bebaut, erinnert Hüttner), solle die Stadt lieber in intensive Verhandlungen mit der Bahn eintreten: Entlang der Bahnlinie bis hinauf zur Brücke wäre theoretisch Platz für ca. 200 weitere Stellplätze, sagt Wolfgang Hüttner.

Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe wird jedenfalls erst einmal einen dicken Packen Unterschriftenlisten gegen eine Vollsperrung des Marktplatzes in Empfang nehmen.

Kommentare (3)

  • Helmut Brune

    |

    Ich kenne die Situation nicht aber aus dem, was ich hier lese, erscheint mir der Vorschlag des Werberings, als die bessere Lösung.

    Antworten

  • luenne

    |

    also 700 Unterschrift bei über 22000 Einwohner …

    intensive Verhandlungen mit der Bahn kommen doch eh wegen der „unterführung“ .-)

    was ist eigentlich mit der Park & Ride anlage am Bahnhof sollte die nicht auch kostenpflichtig werden?

    Statt auf dem Karl-Wildschütz-Platz (befristet) Parkgebüren zu kassieren (der Platz wird zeitnah ohnehin überplant und neu bebaut, erinnert Hüttner),
    was zeitnah bei Politkern bedeutet ist fraglich, das können auch noch 10 Jahre sein …

    Antworten

    • silke Krüger

      |

      Unterschriften sammeln in der Urlaubszeit ist lächerlich, die hätten jetzt erst anfangen sollen zu sammeln oder schon vor dem Urlaub. Meine Unterschrift hat der Werbering.

      Antworten

Kommentieren