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Nachbarstadt Hamm verliert Klinik im Westen – 400 Mitarbeiter vor Umzug nach Heessen

Rund 400 Klinikmitarbeiter sitzen buchstäblich auf gepackten Koffern. Betroffenheit in der Nachbarstadt Hamm: Das St. Josef-Krankenhaus in Bockum-Hövel schließt – und das gesamte Personal soll mit umziehen.

Über das überraschende Klinik-Aus hatte  zuerst der WA (Onlineausgabe) berichtet. Die Klinik in Bockum-Hövel wird an die Barbara-Klinik in Hamm-Heessen angeschlossen, teilte die Franziskus-Stiftung aus Münster als Eigentümerin gestern Abend mit. Bedeutet: Rund 400 Mitarbeiter und sämtliche Fachabteilungen sollen mit umziehen. Die Barbara-Klinik wird im Umkehrschluss für 20 Mio. Euro erweitert (ein neuer OP-Trakt und ein neues Bettenhaus sind geplant).

Die Stiftung führt als Begründung für den „Fusionsbeschluss“ die (zu) niedrigen Landeszusschüsse an. Für die Instandhaltung von St. Josef wären in den kommenden Jahren mehrere Mio. Euro notwendig gewesen. Mit der Zusammenlegung der Krankenhäuser an einem Ort soll die medizinische Versorgung konzentriert und so verbessert werden.

Hamms Westen hat somit jetzt in absehbarer Zeit kein Krankenhaus mehr. Allein Bockum-Hövel hat über 35.000 Einwohner.

Klinikfusionen inzwischen nicht mehr ungewöhnlich. Der Katholische Hospitalverbund Hellweg (mit dem Katharinen-Hospital Unna) vereint z. B. drei Krankenhäuser, zwei Wohn- und Pflegeheime, Servicegesellschaften für Logistik und zentrale Dienste unter seinem Dach, im Klinikum Westfalen (mit dem Kamener Hellmig-Krankenhaus) sind vier Krankenhäuser vereinigt.

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