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Nach Verzicht auf Tiefgarage: Prünte-Investor muss Parkplätze nachweisen, fordern Piraten

Eine Tiefgarage wird es unter dem künftigen Prünte-Neubaukomplex – wann auch immer dieser gebaut wird und fertig ist – nicht geben. Die Investoren verzichten darauf. Wohin aber dann mit den ganzen Autos? Schließlich wird an der Bahnhofstraße /Ecke Klostersraße ein mehrstöckiger Wohn- und Geschäftskomplex hochgezogen. Über diese Parkplatzfrage hat sich die Piratenfraktion Gedanken gemacht und gestern einen entsprechenden Antrag im Rathaus eingereicht.

Still ruht die Prünte-Baustelle, wann es weitergeht – wann es in welcher Form losgeht mit der Hohlraum-Verfüllung unterhalb der Brache an der Bahnhof-/Klosterstraße – ist weiter offen. Am 24. Juni waren riesige Kellerräume unter dem abgerissenen Prünte-Komplex entdeckt worden, eine kurzfristige Evakuierung des Nachbarhauses folgte wegen möglicher Einsturzgefahren; wir berichteten über diesen misslichen Zwischenfall.

Da die beiden Schwerter Investoren nunmehr auf die zuvor geplante Tiefgarage für den neu geplanten Wohn- und Geschäftskomplex verzichten, müssen sie gleichwohl für ausreichend oberirdische Parkplätze sorgen. Dies fordern Christoph Tetzner und Christian Ross, die die zweiköpfige Piratenfraktion im Rat bilden. Ihr Antrag, gestern beim Bürgermeister abgegeben: Der Bauherr soll „gemäß §51 Bauordnung NRW verpflichtet werden, an dem Objekt oder in der näheren Umgebung geeignete Stellplätze im Bauantrag nachzuweisen.“

Prünte Brache

Zum Hintergrund erinnern die Piraten an die letzten Informationen des technischen Beigeordneten Ralf Kampmann. Die Investoren nehmen von einer Tiefgarage Abstand. Offiziell nicht, weil überraschend riesige Hohlräume unter dem Gelände entdeckt wurden an jenem hektischen Abend des 24. Juni. Wobei auch der Bürgermeister selbst nicht ausschließt, dass diese unterirdischen Kellergewölbe mit dem Verzicht auf unterirdische Parkplätze eventuell schon zusammenhängen könnten.

Bleibt die Frage, wo die künftigen Mieter und Nutzer des Gebäudes ihre Fahrzeuge abstellen sollen. Als Hauptmieter ist weiterhin die Drogerie Müller gesetzt, schon allein ihre Mitarbeiter müssen irgendwo mit ihren Autos hin. An Parkbedürfnisse möglicher Kundschaft ist bisher noch gar nicht gedacht, kritisieren die Piraten.

Rund um Kloster- und Schäferstraße geht es aber jetzt schon drubbelig zu, insbesondere ist durch die Baustelle selbst der frühere Parkplatz für immerhin 15 Fahrzeuge weggefallen. „Anlieger haben mir mitgeteilt, dass bereits vermehrt im Anwohnerparkbereich ,Klosterstraße´ geparkt wird“, schreibt Piraten-Fraktionschef Christoph Tetzner in seinem Antrag. „Die Parkplätze, die weggefallen sind, wurden von der BAG genutzt. Diese Halter weichen nun auf den Parkplatzbereich der Volksbank aus, und dort stehen damit auch weniger kostenpflichtige Parkmöglichkeiten für Bürger zur Verfügung.“

Des Weiteren sehen die Piraten auch die bisherigen Pläne kritisch, wonach die Mieter der künftigen Wohnanlage im Innenhof genügend Stellplätze finden. Die Kundschaft der Drogerie sei mit eventuellen Parkbedürfnissen bisher gar nicht in den Planungen berücksichtigt.

Um gegen Falschparker in den Anwohnerzonen rigoros Knöllchen zu verteilen, fehlt der Stadt das Personal, schließen die Piraten: „Zumindest verweist die Verwaltung bei Anfragen aus dem Rat regelmäßig auf einen Personalnotstand.“

Die Piraten beantragen eine Diskussion und Beschließung ihres Antrags m Rat.

Öffentliche, fußläufig erreichbare Parkmöglichkeiten bieten die Tiefgarage am Bahnhof (städtisch) und die Fläche Mühle Bremme hinter der Post (privat), beide kostenpflichtig.

Prünte Baustelle Bahnhofstr (1)

Kommentare (6)

  • Helmut Brune via Facebook

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    Nach der bösen Überraschung im Juni, wird der Investor wohl keinen Plan B auf die Schnelle zur Verfügung haben. Wenn da ein Wohncomplex entstehen soll, müssen Parkplätze halt sein. Ich bin ja gespannt, wie das weitergehen soll.

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  • Stoffl Hapunkt via Facebook

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    Jaja wohin mit den armen neuen Mietern, Mitarbeitern und Kunden…
    Das den ganzen alten Anwohnern der Schäferstraße & Co die Parkmöglichkeiten genommen wurden, das ist wieder uninteressant?

    Alle die neu kommen, wissen was auf sie zu kommt. Stadtbesucher können überall parken und andere Angestellte haben es in den Geschäften der Stadt auch nicht leichter. Also bitte nicht immer nur an die Neuen denken..

    Als Anwohner ist es echt nicht schön seinen Wocheneinkauf durch die ganze Stadt zu schleppen und nach der Arbeit erstmal nen Spaziergang durch die Stadt zu machen, nachdem man Stunden einen Parkplatz gesucht hat, (wenn man den einen findet, wo man mit Ausweis stehen darf) weil es fast allen egal ist, dass die gewohnten Parkplätze auf Nimmerwiedersehen gesperrt wurden und Anwohner sich immer die Plätze mit Stadtbsuchern teilen müssen, obwohl für die nunmal Parkhäuser da sind.

    Aber ja Hauptsache an die Neuen wird gedacht.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Nein, Steffi Hapunkt, im Antrag der Piraten ist explizit der jetzt schon hohe Parkdruck in den Anliegerstraßen aufgeführt. Mit dem Antrag wird also gerade (auch) an die Anwohner gedacht, die jetzt schon nicht wissen, wohin mit ihren Fahrzeugen. Beim aufmerksamen Lesen des Artikels dürfte dies hoffentlich deutlich werden. VG von der Redaktion.

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    • Sven Jensen via Facebook

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      Stoffl, dieses Problem gibt es in jeder Stadt. Überall auf der Welt. Das weiß auch jeder. Ich frage mich dann vielmehr, wie man so blöd sein kann, direkt in die Innenstadt/Einkaufsstraße zu ziehen, wenn man das Auto nutzen will/muss?!

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  • Fürst

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    Ohne Parkflächennachweis dürfte DA gar nichts laufen und auch kein Freikaufen möglich sein. Ein Hinweis auf genannte vorhandene Parkflächen sollte fehlgehen.

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  • Tu Le via Facebook

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    Dana Be

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