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Nach Angriff auf Unnaer Familie: Verdacht gegen 2 syrische Asylbewerber ausgeräumt

Nach dem Angriff auf eine Familie am 27. Januar mittags auf dem Unnaer Markt (wir berichteten) ist der Verdacht gegen zwei syrische Asylbewerber ausgeräumt. Diese Information gab uns heute Mittag auf Anfrage der Leiter der Kreispolizei-Pressestelle,  Thomas Röwekamp. „Die beiden Männer wurden bei der Wahlgegenüberstellung nicht als Täter wiedererkannt„, erklärte Röwekamp.

Wahlgegenüberstellung bedeute: Die Opfer des Angriffs bekamen Fotos von den beiden Tatverdächtigen sowie noch von einigen anderen Männern vorgelegt, die (nachweisbar und nachgewiesen) absolut nichts mit dem Vorfall zu tun hatten. Die Familie habe dabei eindeutig sagen können: Nein, von denen hier auf den Bildern war keiner an dem Angriff beteiligt.

Damit ist nun klar, dass diese beiden überprüften syrischen Flüchtlinge die Attacke auf die Familie an jenem Mittag nicht verübt haben. Auf die beiden Männer, Bewohner der Landesstelle Massen, war die Polizei nach der Tat am Busbahnhof aufmerksam geworden, weil sie der Beschreibung durch die Zeugen ähnelten.


Hier noch einmal der Vorfall vom Mittwoch, 27. 1., sowie ein evtl. damit zusammenhängender versuchter Raub kurz darauf:

Gegen 12. 30 Uhr provozierten zwei Männer zunächst einen 43-jährigen Handwerker, der mit seiner Familie – seiner Frau und einem kleinen Kind – in der Stadt unterwegs war. Die verbalen Attacken wurden immer heftiger, dann plötzlich schlug einer der beiden Verdächtigen auf den Familienvater ein, der sich zur Wehr setzte – sofort fing auch der zweite Tatverdächtige an, auf den 43Jährigen einzuprügeln.

Bei der Schlägerei verlor der Familienvater ein Dachdeckermesser aus seiner Arbeitskleidung – und das packte sich einer der Täter und bedrohte die Familie damit. Das alles spielte sich in kürzester Zeit ab. Beide Männer flüchteten danach mitsamt Messer in Richtung Gürtelstraße. Der 43-jährige wurde nach eigenen Angaben zum Glück nicht verletzt. Zeugen informierten die Polizei.

Täterbeschreibung:  beide etwa 25 – 30 Jahre, der erste 175 cm, schlank, schwarze Haare, Vollbart, buschige Augenbrauen. Bekleidet war er mit einer schwarzen Jacke mit Fellkragen, dunkler Hose und schwarzen Nike Turnschuhen. Er sprach gebrochen deutsch.  Der zweite Mann hatte eine kräftigere Figur, hellere Haare, er sprach arabisch. Bekleidet war er mit einer helleren Kapuzenjacke.

Wenig später in der Fußgängerzone/Bahnhofstraße: Laut schreiend und mit ihrem Regenschirm nach den Angreifern schlagend verjagte eine Seniorin zwei Männer, die ihr ihre Tasche wegreißen wollten. Die alte Dame hatte ihre Tasche am Riemen quer über die Brust gehängt. Plötzlich wurde sie von zwei Männern angegangen, die heftig an der Tasche zogen und zerrten. Die völlig überraschte und erschreckte Frau schrie die Täter an, schlug mit ihrem Regenschirm nach ihnen, worauf die Kriminellen davonrannten. Die Seniorin begab sich sofort zum Markt, wo gerade der andere Polizeieinsatz lief, und meldete den versuchten Raub. Die Täter konnte sie lediglich als dunkel gekleidet beschreiben. Die Seniorin war – so sagte uns die Polizei – zu aufgeregt und schockiert, um sich in diesem Moment mehr zu den Tätern zu merken.

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