Rundblick-Unna » Mutmaßlicher Mörder Uwe Hohm könnte ins Ausland geflüchtet sein – „Mulmiges Gefühl, dass so jemand der Nachbar war“

Mutmaßlicher Mörder Uwe Hohm könnte ins Ausland geflüchtet sein – „Mulmiges Gefühl, dass so jemand der Nachbar war“

Ein mutmaßlicher Mörder aus Fröndenberg auf der Flucht, verdächtigt, die eigene Freundin in deren Wohnung an der Morgenstraße in Unna umgebracht zu haben. Eine Woche nach Beginn der Öffentlichkeitsfahndung mit Bild und vollem Namen des Verdächtigen ist Uwe Hohm weiter auf der Flucht.

Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat bislang keine neuen Informationen in dem Fall. Allerdings, so Staatsanwalt Dr. Heiko Artkämper, gebe es Hinweise, dass sich Uwe Hohm tatsächlich ins Ausland abgesetzt hat.

„Wir prüfen derzeit diese Möglichkeit. Bei Ländern, die z.B. zum Schengen-Abkommen gehören, ist es verhältnismäßig unkompliziert an Informationen zu kommen, bei anderen Ländern muss aber eine Anfrage über das Justizministerium gestellt werden, da mahlen die Mühlen langsamer – aber sie mahlen!“, teilte Dr. Artkämper unserer Redaktion auf Anfrage mit.

Unsere Leser, besonders ehemalige Nachbarn aus Fröndenberg, beschäftigt dieses vermutliche Kapitalverbrechen „so nah“ vor der eigenen Haustür naheliegend sehr.

Eine ruhige Seitenstraße im Fröndenberger Stadtteil Westick, friedlich-verschlafen und und auf beruhigende Weise unspektakulär. An diesem schläfrigen Samstagnachmittag sieht man hier Nachbarn in ihren Gärten werkeln oder sich vor ihren Häusern unterhalten; ein Mann mittleren Alters sitzt mit nacktem Oberkörper auf einem Klappstuhl vor seinem Haus, liest Zeitung, stochert nebenbei den Holzkohlegrill an.
Zwei ältere Frauen brechen mit einem Hündchen an der Leine zu einem Spaziergang in Richtung Graf-Adolf-Straße auf. Alles atmet Ruhe und Frieden, ein unaufgeregtes Samstagnachmittags-Kleinstadtszneario. Hier hat Uwe Hohn zuletzt gewohnt; jener Mann, der seit Mittwoch mit Bild und Namen per Öffentlichkeitsfahndung weiträumig gesucht wird – weil er möglicherweise seine eigene Freundin umgebracht hat. In ihrer Wohnung an der Morgenstraße 2 in Unna wurde die 49 Jährige am 29. Juni leblos aufgefunden.
Am vergangenen Mittwoch, 6 Tage nach der schrecklichen Entdeckung, gab die Dortmunder Staatsanwaltschaft zusammen mit der Kripo eine Öffentlichkeitsfahndung heraus. In dieser wird, ungewöhnlich selbst bei einem möglichen Kapitalverbrechen, mit Bild und vollem Namen nach dem möglichen Täter gesucht. Nach Uwe Hohm, der zuletzt in dieser ruhigen Seitenstraße in Fröndenberg-Westick wohnte.
Ebenso wie viele andere Leserinnen und Leser, die Uwe Hohm von früher oder auch ganz aktuell persönlich kannten, schrieb uns auch eine Nachbarin des Flüchtigen ihre Gedanken angesichts dieser Fahndung, die sie und andere Nachbarn wie ein Schlag traf. „Es ist schon ein mulmiges Gefühl, wenn man sowas hört… dass jemand, der vielleicht so etwas Schlimmes getan hat, direkt gegenüber gewohnt hat.“

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Sie hält sich von dem Haus fern, bekam aber wie andere Nachbarn dieser kleinen Wohnstraße natürlich mit, als die Kripo eines Morgens in der Straße war und augenscheinlich auch die Wohnung des abetauchten Uwe Hohm durchsuchten.
Er soll dort schon eine ganze Weile gewohnt haben. Jetzt zu wissen, dass ein langjähriger Nachbar möglicherweise zu so einer schrecklichen Tat fähig war, beschäftigt die junge Frau sehr. „Es macht traurig und es ist verstörend… ja, es ist schon ein ziemlich mulmiges Gefühl.“

Tötungsdelikt Uwe Hohn

Der gesuchte Uwe Hohm (oben), das Haus an der Morgenstraße in Unna (unten), in dem die Freundin des Fröndenbergers zwischen dem 18. und 29. Juni 2017 getötet wurde.

Die Mitarbeiter vom Kriminaltechnischen Institut sind vor Ort.

Die Mitarbeiter vom Kriminaltechnischen Institut sind vor Ort.

Eine Öffentlichkeitsfahndung nicht nur mit Bild, sondern mit vollem Namen sowie exakter Angabe des Tatortes – Morgenstraße 2 – ist selten. Es müssen gewichtige und sehr konkrete Hinweise auf eine Täterschaft vorliegen.
Auf Rundblick Unna.de berichteten wir zuletzt über eine rasche Fahndung mit Bild nach einer Messerattacke auf der Fröndenberger Straße in Menden unweit von Fröndenberg: Dort wurde am Samstag, 17. Juni, ein 23jähriger Algerier lebensgefährlich von einem marokkanischen Kontrahenten mit einem Messer verletzt. Nur einen Tag später gab die zuständige Staatsanwaltschaft ein Bild des flüchtigen Tatverdächtigen frei, verzichtete aber auf die Nennung des Namens.

Namentlich gefahndet (noch dazu mit einem Phantombild) wurde zuletzt nach dem mutmaßlichen Haupttäter  eines schweren räuberischen Einbruchs im November 2016 in Menden/Platte Heide, wo ein Seniorenpaar von Einbrechern brutal misshandelt und geknebelt auf einem Stuhl gefesselt zurückgelassen wurde. Die beiden über 80 jährigen Opfer wären an Dehydrierung und Schock fast gestorben.


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