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Müll, Scherben, Bauschutt: Spazierwege an Campus und Landesstelle verdrecken immer mehr

Scherben, Müllhaufen, Bauschutt am Wegesrand oder mitten auf dem Weg  – das kann einem den Spaziergang im Bereich der Hochschule und der Landesstelle  inzwischen richtiggehend vermiesen.

„Also, ich gehe mit meinem Hund gerne Richtung Hochschulcampus“, schreibt uns eine junge Frau aus Massen. „Aber es macht so langsam echt kein Spaß mehr. Überall liegen Scherben und Müll rum.“

Das Schlimmste, findet die Massenerin, ist der Zustand des alten Parkplatzes am ehemaligen Sportplatz, nahe der Dortmunder Straße. „Er wird regelrecht als Müllhalde benutzt“, schreibt sie uns und schickt einige entsprechende Fotos dazu. „Ich finde das nicht mehr schön. Sogar Bauschutt wird dort abgekippt.“

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Die Verschandelung der Spazierwege rund um das Landesstellengelände findet die junge Mutter nicht nur schäbig anzusehen, sondern auch gefährlich. „Hunde können sich an den scharfen Bauschuttkanten die Pfoten verletzen; es geht hier aber nicht nur um die Tiere, sondern auch um die Menschen“, kritisiert sie. „Wenn ich dort mit meiner kleinen Tochter hergehe und sie fällt, landet sie direkt in den Scherben. Aber anscheinend ist keiner dafür verantwortlich, es wird immer mehr Müll.“ Bekannte, die ebenfalls regelmäßig im Campusbereich spazieren gehen, sehen das genauso, schrieb uns die junge Mutter gestern: „Erst heute ist neuer Bauschutt dazu gekommen.“

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Wer eine illegale Abfallentsorgung melden möchte, kann sich an den Kreis Unna wenden, Tel. 0 23 03 / 27-19 72 oder 27-29 72.

Das Bußgeld bei Verschmutzung der Umwelt durch einen Gegenstand von gewisser Bedeutung oder mehrerer unbedeutender Gegenstände beläuft sich, abhängig vom Bundesland, auf 20 bis 35 Euro. Laut Abfallgesetz und Kreislaufwirtschaftsgesetz erhöht sich das Bußgeld weiterhin, wenn beispielsweise 2 kg überschritten werden oder es sich um scharfkantige oder schneidende Gegenstände handelt.

Auch die illegale Abfallentsorgung von Bauschutt ist strafbar. Rechtmäßig findet die Beseitigung von Bauschutt auf Deponien statt, wo er gelagert wird. Findet die Entsorgung anderweitig statt, wird ein Bußgeld von bis zu 2500 Euro fällig. Die Höhe variiert je nach Menge des abgelagerten Bauschutts.

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Immer mehr Zeitgenossen schmeißen leider ihren Müll einfach in die Landschaft – seit mehreren Jahren steigt die Zahl illegaler Abfallkippen deutlich an. Der Kreis Unna als Untere Abfallwirtschaftsbehörde hat im vorigen Jahr 226  ordnungsbehördliche Verfahren eingeleitet. Im Vorjahr waren es 193.

Die Ermittlung der Täter ist aber meist schwierig.

Gartenabfälle, Haus- und Sperrmüll, metallische Abfälle, Bauschutt, Altfahrzeuge, Elektronikschrott, Verpackungsabfälle und sogar Sondermüll wie Fahrzeugbatterien und Altöle werden immer noch in großer Zahl auf Privatgrundstücken oder in der freien Landschaft entsorgt. Das verschandelt die Umwelt nicht nur, sondern belastet sie auch. Ein weiteres Problem: Wird der Müll nicht in kürzester Zeit beseitigt, werfen weitere Schmutzfinken noch mehr Abfall dazu. Trotz aller Bemühungen ist die Zahl der eingeleiteten Bußgeldverfahren im vergangenen Jahr auf 115 gesunken (2013 waren es noch 130). Den Tätern auf die Schliche zu kommen, ist nämlich sehr aufwändig. „Häufig mangelt es an Zeugen, um die Verursacher ausfindig zu machen und diese zur Kostenerstattung heranziehen zu können“, berichtet Andreas Schneider vom Fachbereich Natur und Umwelt.

Die Mitarbeiter des Kreises verlassen sich aber nicht allein auf Augenzeugen, sondern recherchieren, ob der Abfall selbst Rückschlüsse auf den Verursacher zulässt.

Auf einem großen Teil des wilden Mülls bleibt die Allgemeinheit aber sitzen. „Das Entsorgen kostet viel Einsatz und Geld“, betont Andreas Schneider. „Und am Ende müssen alle Bürger die Zeche zahlen, weil diese Ausgaben in die Abfallgebühren einfließen.“

 

Kommentare (1)

  • Helmut Brune via Facebook

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    Es ist ein Skandal, daß manche Leute so egoistisch sind, nur an sichselbst denken und denen die Mitbürger und die Umwelt völlig Gleichgültig ist.

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