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Motorradfahrer rettet Kind vor heranbrausendem Zug – Mutter sucht unbekannten Retter

Haarscharf – in letzter Sekunde – sprang der Retter herbei und riss das kleine Mädchen vor dem heranbrausenden Güterzug weg. Dem beherzten Eingreifen des (noch unbekannten) Bikers am Freitagnachmittag an einem geschlossenen Bahnübergang verdankt eine Achtjährige vermutlich ihr Leben.

Jetzt sucht ihre endlos erleichterte Mutter, eine Lünerin (ihr Name ist der Redaktion bekannt), nach dem behelmten Lebensretter – um sich herzlich und persönlich bei ihm (oder ihr) zu bedanken.

Es ist der Horror für jede Mutter und jeden Vater – vor deinen Augen rennt dein Kind auf eine brandend befahrene Straße oder – wie in diesem Fall – auf eine geschlossene Bahnschranke zu. Den Alptraum erlebte am Freitagnachmittag die Mutter eines achtjährigen Mädchens bei einem Spaziergang zwischen Lünen und Bergkamen. Mit dabei, schwanzwedelnd, munter aufgelegt: der Hund der Familie.

Der Vierbeiner riss sich an einem geschlossenen Bahnübergang (Oberaden) plötzlich los – und rannte schnurstracks auf die Schienen los. „Trotz aller Rufe hörte er nicht“, beschreibt die junge Mutter die nächsten Augenblicke – und ihr blieb fast das Herz stehen, als sie sah, dass ihre kleine Tochter dem vierbeinigen Familienmitglied hinterherrannte. Gleichfalls direkt auf die Gleise zu.

Die Schranke war bereits geschlossen, die Signalampel leuchtete warnend Rot – jede Sekunde musste der Zug kommen.

„Ich kann leider selbst nicht rennen, da ich erst vor zwei Wochen eine Operation an der Hüfte hat“, beschreibt die Mutter des kleinen Mädchens ihre Qual in diesen horrenden Sekunden. Da stieg – wie als Schutzengel vom Himmel gesandt – der Retter von seinem Zweirad: ein Motorradfahrer, der ebenfalls vor der geschlossenen Schranke gewartet hatte.

„Er rannte zu meiner Tochter“, beschreibt die Mutter die folgenden Sekunden, „und bekam sie gerade noch fünf bis höchstens zehn Meter vor dem Bahnübergang zu fassen. Er drückte sie gegen seinen Bauch, so dass sie – im Gegensatz zu ihm – nicht in Richtung des Übergangs sah.“ So bewahrte der Retter die Kleine zugleich vor dem Alptraum, mit anzusehen zu müssen, wie ihr geliebter Hund vor ihren Augen überfahren wurde. Denn der Güterzug erfasste den auf die Gleise gerannten Vierbeiner und schleuderte ihn weg.

Für die Mutter des Kindes spielte sich in diesem schrecklichen Moment ein grauenhaftes Sszenario ab: „Nicht vorzustellen, was passiert wäre, wenn der Motorradfahrer nicht gewesen wäre…“

Es kann im Übrigen auch eine MotorradfahrerIN gewesen sein. Die – oder der – Unbekannte stieg jedenfalls, nachdem der Zug durchgebraust war und sich die Schranken gehoben hatten,  auf die schwere Maschine und fuhr davon, als ob nichts gewesen wäre.

Dass der unbekannte Retter trotz der Hektik des Augenblicks noch so fürsorglich die Kleine davor bewahrte, den Tod ihres Hundes mit ansehen zu müssen, findet die endlos dankbare Mutter besonders beeindruckend. „So konnte ich der Kleinen einreden, dass der Hund weggelaufen ist. Wer so gut mitdenkt in so einem Moment… ich denke, dass er oder sie selbst Kinder hat oder zumindest ein super Vater oder Mutter sein wird.“

Zu ihrem Bedauern konnte sich die Mutter der Achtjährigen nicht viel von dem Aussehen ihres „Schutzengels“ merken. „Ich weiß nur noch, dass die Kleidung dunkel war und der Helm eine blaue Aufschrift mit silbernen Reflektoren hatte. Das Motorrad sah sehr schnell aus, war blau/schwarz, hinten ein roter Schriftzug und möglicherweise MS-Kennzeichen.“

„Wenn ihn irgendjemand kennt oder Sie das sogar selbst lesen, melden Sie sich bitte!“, stellte die junge Frau ihr Gesuch auf Facebook ein. „Ich möchte Ihnen gern persönlich danken!“

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