Rundblick-Unna » Moderne Grundschule mit neuer Kita auf altem Sportplatz: Stadt stellt Konzept für Hertinger Tor vor

Moderne Grundschule mit neuer Kita auf altem Sportplatz: Stadt stellt Konzept für Hertinger Tor vor

Neuer Bildungsstandort auf altem Sportplatz mit „Modellcharakter“ – ein ehrgeiziges Unterfangen hat die Stadtverwaltung heute Mittag in einer Pressekonferenz vorgestellt und direkt im Anschluss die entsprechenden Unterlagen ins Netz gestellt. Der Piraten-Fraktionschef hatte am Donnerstag eine offene Beschwerde an Bürgermeister Kolter geschickt, dass die Politik zu kurzfristig über das Vorhaben informiert werde.

Bis 2020/2021 soll Unna im Süden der Stadt eine moderne neue Grundschule und eine direkt daran angedockte Kindertagesstätte bekommen; zusätzlich Wohnbebauung, und zwar öffentlich geförderte – also Sozialwohnungen. Die umfangreichen Vorschläge der Stadtverwaltung werden jetzt in die politischen Beratungen gegeben. Am übernächsten Montag (13.6.) sollen drei Fachausschüsse in einer gemeinsamen Sondersitzung den Startschuss dafür geben, dass die intensiv notwendigen Abstimmungsgespräche beginnen können. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Falkschule, die in den Neubau am Hertinger Tor umsiedeln soll.

1. Die neue Grundschule:

– Zwei- bis dreizügig, mit Frei-, Sport- und Erschließungsflächen auf bis zu 14.000 m² auf dem östlichen Teilstück des früheren Sportplatzes

Vorinformation zum Raumprogramm, Erörterung mit der Schule und der nutzerbezogenen Öffentlichkeit im Frühsommer 2016

 Einschaltung eines Schulbauberatungsteams (Tandem aus Pädagoge und Schulbauarchitekt)

 Raumprogramm: Erarbeitung eines pädagogischen Konzepts / Raumprogramms für die Grundschule mit folgenden Themenschwerpunkten:

– Konzeption bedarfsgerechter und zukunftsfähiger Raumorganisationsmodelle inklusive Ganztagsbedarfe

– inklusionsgerechte Planung

– Synergieeffekte / gemeinsame Nutzungen mit der Kita

– Schulsport (auf eigenem Gelände oder auf Brockhausplatz)

2. Die neue Kita:

– Sechs Gruppen, Grundstücksgröße  ca. 3.200 m²; davon 1.300-1.800 m² Außenspielfläche sowie je nach Konzept auch eigene Stellplätze

– Standort eng mit der Grundschule verknüpft: z. B. Höhe Kreuzung Brockhausstraße / Karweg


 

3. Gemeinsame Realisierung und integriertes Konzept:

Auf der Grundlage des zuvor erarbeiteten Raumprogramms ist ein Architektenwettbewerb gemeinsam für Schule und Kita vorgesehen. Das Wettbewerbsverfahren soll als beschränkter Wettbewerb mit sowohl gesetzten, für den Bereich Schule und Kita besonders qualifizierten Architekturbüros als auch zugelosten Büros durchgeführt werden

Der geplant modellhafte Charakter der Grundschul- und Kita-Nutzungen erfordert ein pädagogisch innovatives und integrierten Baukonzept. Es muss die Anforderungen an Inklusion, neue Lernformen etc. entsprechen und Synergien zwischen den Einrichtungen fördern.

Die Sanierung der kontaminierten Flächen im westlichen Bereich des Sportplatzes sollte spätestens vor der Übergabe von Flächen an externe Partner abgeschlossen sein.

Sobald die planungsrechtlichen Voraussetzungen vorliegen, kann der Wettbewerbssieger in die vertiefende Planung einsteigen (9-10 Monate). Das anschließende Vergabeverfahren für die Bauleistungen kann innerhalb von 3 Monaten durchgeführt werden, schreibt die Stadt. Nach einer Bauzeit von 15-18 Monaten könnten die neue Grundschule und die neue Kita 2020/2021 bezugsfertig sein.

Zum integrativen Konzept schreibt die Stadt:

„Ein räumliches Neben- und Miteinander ermöglicht eine multiprofessionelle Zusammenarbeit von Fachkräften der Schule, der Kindertageseinrichtung und dem offenen Ganztag.

So ist zum Beispiel eine durchgängige Sprachbildung und Sprachförderung im Elementar- und Primarbereich möglich, gemeinsam können Entwicklungsziele für Kinder festgelegt werden, eine gemeinsame Qualifizierung von Pädagogen in Kindertageseinrichtungen, offenem Ganztag und Grundschule ist denkbar.

Bestimmte Kinder aus der Kindertageseinrichtung können an Aktivitäten des Primarbereiches teilnehmen, umgekehrt können bereits eingeschulte Kinder im Elementarbereich weiterhin optimal gefördert werden.“


4. Wohnbebauung:

– Die Flächen am westlichen Rand des Sportplatzgeländes in einer Größenordnung von 3.500 – 4.200 m² sollen ebenso wie die privaten Flächen im Rückbereich der Gebäude Ziegelstraße 42 und 44 zusammenhängend für eine Wohnbebauung entwickelt werden. Als mögliche Nutzergruppe stehen Senioren oder junge Familien (Mieteinfamilienhäuser) im Vordergrund. Benötigt werden aber auch kleine Wohnungen.

Aufgrund aktueller Erfordernisse ist die Fläche als ein potentieller Standort für öffentlich geförderten Wohnungsbau dargestellt. Neben der direkten Verfügbarkeit der städtischen Grundstücke stellt auch die innenstadtnahe Lage einen großen Standortvorteil dar.

brockhausplatz


5.  Bebauungsplan:

Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehrsplanung hat am 11.02.2015 bereits die Aufstellung des Bebauungsplans Unna Nr. 122 „Hertingerstraße / Brockhausstraße“ beschlossen. Zielsetzung war damals überwiegend Wohnen und untergeordnet eine Kita. Das hat sich jetzt grundlegend geändert.

Deswegen muss der Aufstellungsbeschluss erneut gefasst werden.

Die Grenzen des ca. 5,6 ha großen Bebauungsplangebietes sind so gewählt, dass sie neben dem heutigen Sportplatz und den Erschließungsstraßen auch angrenzende private Flächen umfassen, die in engem räumlichen Zusammenhang zum Sportplatz stehen (Baustoffhandel, Grün, Wohnen). Dies ist insbesondere im Hinblick auf die zukünftige Erschließung des Planbereichs und ggf. erforderliche Lärmschutzmaßnahmen an der B1 erforderlich.

Der Baumbestand an der Brockhausstraße ist weitgehend zu erhalten. Zu diesem Zweck ist ein für den Erhalt der Bäume ausreichend breiter Grünstreifen von jeglicher Bebauung und Versiegelung freizuhalten und ist die vorhandene Höhenlage in der Planung zu berücksichtigen.

6. Verkehr:

 Im Bereich des großen ehemaligen Spielfeldes ist die Brockhausstraße sehr schmal und muss erweitert werden. Das größere Verkehrsaufkommen macht außerdem u.U. den Ausbau des Knotens Hertingerstraße / Brockhausstraße erforderlich.

  Angedacht ist außerdem eine neuer Fuß-/ Radweg über den Brockhausplatz, durch die insbesondere die Wohngebiete südlich der B1 angebunden werden.

hertinger tor 2

 

 

 

 

 

Kommentare (11)

  • Helmut Brune via Facebook

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    Na ja, wenn das so ist, wie die Mehrheit es sich wünscht, kann ich nur zustimmen.

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  • Rundblick Unna via Facebook

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    Die umfangreichen Originalvorlagen der Stadt findet ihr bei Interesse im elektronischen Ratsinformationssystem – unter den Vorlagen für den großen Kombi-Ausschuss am 13. 6.: https://sessionnet.krz.de/unna/bi/infobi.asp

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  • Martina Tsatsoulis via Facebook

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    Habe noch keine Ahnung was ich davon halten soll…

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  • Martina Tsatsoulis via Facebook

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    Habe noch keine Ahnung was ich davon halten soll…

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  • Mike

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    Ich denke vielen ist nicht klar wie problematische diese Ecke ist, Hülpert erzeugt durch Testfahrten nach der Werkstatt dort ein hohes Verkehrsaufkommen, schon jetzt ist die Hertingerstr. deutlich überlastet, dazu dann noch der Schul und Kitaverkehr, dazu die Helikoptereletern, die neuen Anwohner…. Das wird wohl nur mit einem Durchbruch zur Falkstr. abfangbar sein.

    Was sagen die Anwohner die da jetzt wohnen ?

    Was ist mit Lärmschutz ? Die B1 direkt nebenan.

    Und der Brockhausplatz ist nicht ohne, das ist eine alte Mülldeponie, so mal eben ist da nichts dekontaminiert !

    Wie soll die alte Falkschule und Areal weiter genutzt werden ?

    Ich hoffe da wird auf Fachleute gehört und nicht der Wille der Politiker durchgesetzt sondern sinnvoll entschieden.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Die Verkehrsfragen sind in den Vorschlägen der Stadt angeschnitten, Mike. Das steht auch im Bericht. Für so intensiven Informationsbedarf empfehlen wir dir die Lektüre der umfangreichen städtischen Vorlagen.

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  • Mike

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    Und es bleibt das massive Problem, daß es z.B. am PWG, einer Ganztagesschule, weniger Unterricht stattfindet als an einer normalen Schule und ohne Ende noch ausfällt, wie wäre es, dieses Problem erstmal zu lösen als sich wieder mal ein Vorzeigeobjekt hinzustellen und zu leisten ? Auch andere Schulen haben einen deutlichen Stau und Personalprobleme.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Für das Personal ist nicht die Stadt zuständig, Mike, sondern die Landesregierung. Damit ist die Kritik bzgl. Unterrichtsausfall an Schulministerin Löhrmann zu richten. Dasselbe gilt für die Gelder für die Inklusion. Richtig ist, das wiederum die Stadt für die bauliche Instandhaltung ihrer Schulgebäude verantwortlich ist.

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  • Charly Hrabe Fantipptv via Facebook

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    schade, dass es nicht jeder Kommentar schafft hier veröffentlicht zu werden, hatte bereits gestern meine Meinung dazu beigetragen…, stimmte damit etwas nicht – oder wie soll ich das verstehen?

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