Rundblick-Unna » Mobile Sichtschutzwände gegen Gaffer vor Ort in Unna vorgestellt

Mobile Sichtschutzwände gegen Gaffer vor Ort in Unna vorgestellt

Sie sollen Gaffer vom Gaffen (und Filmchendrehen) abhalten und die Retter auf der Autobahn ungestört ihre lebenswichtige Arbeit machen lassen: die neuen mobilen Sichtschutzwände des Landesbetriebs Straßen.NRW. Einige davon waren jetzt im Feuerwehr-Servicezentrum Unna aufgestellt, damit sich die Ordnungspartnerschaft Autobahnsicherheit im Kreis Unna bei ihrer Herbsttagung buchstäblich ein Bild darüber machen konnten.

Schaulustige erschweren die Arbeit der Einsatz- und Rettungskräfte mitunter ganz erheblich“, weiß Kreisbrandmeister Ulrich Peukmann aus Erfahrung. Gerade auf Autobahnen könnten Neugier und damit verbundene Abbremsmanöver fatale Folgen haben und zu weiteren Unfällen führen. Ganz davon abgesehen, dass es ohnehin unsäglich ist, sich am Leid anderer Menschen zu weiden.

Seit dem Frühjahr beteiligt sich Straßen.NRW deshalb mit Sichtschutzsystemen am Kampf gegen Gaffer. Die Handhabung schauten sich die Mitglieder der Ordnungspartnerschaft Autobahnsicherheit jetzt in Unna an.

In NRW gibt es derzeit zwölf Sichtschutzsysteme. Sie bestehen aus einem Anhänger mit 40 einzelnen Stahlrahmen bestehen, aufgestellt jeweils 2,5 Meter lang und 2,1 Meter hoch. In den Rahmen ist eine blickdichte grüne Folie verspannt. Die für den Kreis Unna nächsten Wände stehen bei den Autobahnmeistereien Werl, Dortmund, Münster und Recklinghausen.  Ob und wann die zuständige Autobahnmeisterei nach einem Unfall eine Sichtschutzwand aufbaut, entscheidet die Polizei am Ort des Geschehens.

Die Ordnungspartnerschaft Autobahnsicherheit besteht neben der Autobahnpolizei aus den Feuerwehren im Kreis, die für bestimmte Autobahnabschnitte zuständig sind: Bergkamen, Bönen, Kamen, Lünen, Schwerte, Unna und Werne. Die Vertreter kommen dreimal im Jahr zusammen, um sich über aktuelle Themen auszutauschen.

Mobile Sichtschutzwände Polizei Autobahn

Kommentare (4)

  • Helmut Brune via Facebook

    |

    Es ist zwar Schade, daß zu solchen Maßnahmen gegriffen werden muß aber wenn auf der Autobahn etwas passiert, werden wir Alle ja schnell zu gaffern, was wirklich zu gefährlichen Situationen führen kann.

    Antworten

  • Mike

    |

    Da die Einsatzzeiten für die Wände bei deutlich über 1 Stunde liegen bis diese überhaupt vor Ort sind und dann auch noch aufgestellt werden müssen, kamen sie bisher so gut wie garnicht zum Einsatz. Sie mache nur bei Unfällen Sinn wo die Straße für mehrere Stunden gesperrt werden muss um z.B. einen LKW zu bergen. Davon mal ab haben die Feuerwehren zur Bergung von Unfallopfern bereits mobile in Minuten aufstellbare Faltwände zum Sichtschutz.
    Die Wände verhindern zwar die Sicht, der Gegenverkehr bremst aber trotzdem ab auf Grund der ganzen Feuerwehrautos und Blaulichter etc. die über die Wände hinausragen.
    Viel effektiver ist das was andere Polizeidienststellen machen, der Gegenverkehr wird mit einer Videokamera überwacht, wer filmt oder Fotos macht wird so erfasst und dann belangt. Anders lerne es die Deutschen scheinbar nicht mehr, echt traurig die neue Handykultur.
    Hier muss man nicht die Probleme bekämpfen sondern die Ursachen, unsere Regiserung muss da Gesetze schaffen die effektiv sind und es muss Aufklärung betrieben werden, Vorbild ist da Österreich, jeder kennt dort die Rettungsgasse, da gab es vorbildliche Werbeaktionen, in Deutschland bekommt es die Politik nicht hin sinnvolle Projekte zu machen, echt traurig und das zu Kosten von Menschenleben :-( In Österreich kostet es über 2000€ wenn man keine Rettungsgasse vorrausschauend bildet und dadurch Rettungskräfte behindert, behindert man diese nicht kostet es immernoch über 700€.

    Antworten

  • Jannis Metzidakis via Facebook

    |

    Hmmmm…. Okay…. Aber wie kommt das System zur Unfallstelle nachdem die Polizei sich dafür entschieden hat. Und warum entscheidet die Polizei das dass System gebraucht wird, wenn dann muss diese Entscheidung so früh wie möglich getroffen werden.

    Weil….

    Wenn die Feuerwehr und auch der Rettungsdienst vor Ort sind und sich auf Grund der Unfallsituation / den Einsatzfahrzeugen ein Stau bildet wie kommt das System da hin? Unfall kurz vor dem Kreuz Dortmund/Unna, mal als Beispiel, bedeutet, dass der LKW mit dem System erst frühestens über die Autobahnraststätte Lichtendorf auffahren kann. Wenn nun Stau bis dort ist, dann sind das schonmal 5 od. 6 km. Geht der Stau bis Westhofen haben wir 10 km. Über das nichtfunktionieren der Rettungsgasse denken wir jetzt mal nicht nach, schon gar nicht darüber, das Sonderfahrzeuge ohne Blaulicht generell eher noch aktiv am befahren der Rettungsgasse behindert werden anstatt das diese auch dafür freigehalten wird.

    Ergo…. Bis das System vor Ort und aufgebaut ist, ist in 90% der Fälle die Rettung abgeschlossen und in den, sagen wir mal 30 Minuten, ist im Gegenverkehr genug Zeit gewesen um zu gaffen und zu filmen….

    Antworten

    • Rundblick Unna via Facebook

      |

      Ja, du hast absolut Recht, Jannis Metzidakis. Es dauert bis zu 100 Minuten, bis das System an der Einsatzstelle ist. Dies ist ein gravierender Nachteil, wie du ganz richtig bemerkst. Es ist auch ein Hauptgrund dafür, wieso das System laut Straßen.NRW bisher auf den umliegenden Autobahnen (Kreuz Unna-DO) noch kein einziges Mal eingesetzt wurde.

      Antworten

Kommentieren