Rundblick-Unna » „Mit Schlafwagenpolitik zur Parallelgesellschaft?“ Klartext eines „Problembezirks“-Bürgermeisters – „Sofort Zuströme kanalisieren“

„Mit Schlafwagenpolitik zur Parallelgesellschaft?“ Klartext eines „Problembezirks“-Bürgermeisters – „Sofort Zuströme kanalisieren“

Der Titel des Vortrags zeigte schon, wohin es lang ging. „Mit Schlafwagenpolitik zur Parallelgesellschaft?“ stellte Heinz Buschkowsky alarmierend kritisch die Frage in den Raum und sprach vor dem Unternehmerverband östliches Ruhrgebiet Klartext zur Flüchtlingskrise. 

Der frühere Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, ein bekanntes Gesicht in zahlreichen Fernseh-Talkshows (und übrigens Sozialdemokrat), tauschte sich beim Herbstvortrag des Verbandes persönlich mit dem Unnaer Unternehmer Andreas Tracz aus, der bei der IHK Dortmund einen der Vizepräsidentenposten bekleidet und als Fraktionsvize der FDP im Stadtrat sitzt.

„Die Flüchtlingsströme müssen begrenzt werden“, forderte Buschkowsky eindringlich. Ungeschminkt stellte der streitbare Redner die derzeitige Lage Deutschlands dar, die sich innerhalb der vergangenen 6 Monate schlagartig verändert habe.

„Diese Herausforderung wird Deutschland dauerhaft veränderten“, sagte der frühere Bezirksbürgermeister eines Berliner „Problembrennpunktes“ voraus. „Die Integration dieser Menschen kann nur gelingen, wenn sie zum Teil unserer Gesellschaft gemacht werden. Dazu müssen sie dazu bewegt werden, am eigenen Wohlstand zu arbeiten.“ Wesentliche Voraussetzungen dafür seien Wohnung, Arbeit – und Sprache, allem voran und alles entscheidend.

Seine Thesen, die jenseits von „Wir schaffen das“-Parolen von nüchternem Realititätssinn gespeist wurden,  untermauerte der Sozialdemokrat mit handfesten Beispielen aus seinem Bezirk Neukölln. Die Entwicklung riesiger Parallelgesellschaften, warnte er, müsse unbedingt verhindert werden. Für möglich hält er das freilich nur dann, wenn unverzüglich die Zuströme kanalisiert würden.

Tracz und Buschkowsky

Heinz Buschkowsky, li., mit Andreas Tracz aus Unna.


Aktuell kommen über die Balkanroute täglich bis zu 10 000 Menschen nach Deutschland an. Österreich lud (und lädt) Busse voller zu Tode erschöpfter Flüchtlinge tage- und nächtelang einfach vor der bayrischen Grenze ab, die Grenzstadt Passau meldete am Donnerstag Land unter. 

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat Bundeskanzlerin Merkel ultimativ aufgefordert, bis Sonntag (1. 11.) ein klares Signal zur Eindämmung der Flüchtingsströme zu geben. Was passiert, wenn Merkel das Ultimatum tatenlos verstreichen lässt, sagte Seehofer nicht. 

Kommentare (5)

  • Fürst

    |

    Wenn Buschkowsky spricht, höre ich zu. Für einen Gesprächsabend mit ihm (obschon Verräterpartei SPD), würde ich mir Zeit nehmen. Der spricht Klartext! Der ist „im Leben“.

    Antworten

  • Hanno

    |

    Das kann er aber erst so richtig, als er Privatmann wurde und nicht mehr in Amt und Würden war. Was sagt uns das ?!? Solange man in Politik noch auf seinen Posten angewiesen ist, schwimmt man mit dem Strom und muckt nicht auf. Spült alles nach Parteimeunung weich, spielt die Probleme runter. Als Rentner darf man dann alles äußern, was auf der Seele brennt, ohne dass Parteichefs die Leute im Griff haben und über deren Karrieren entscheidet.

    Antworten

    • Svense Kennze via Facebook

      |

      Das stimmt nicht. Der Herr Buschkowsky hat auch während seiner Amtszeit sehr deutlich gesagt was Sache ist. Ein Realpolitiker. Der Palmer als OB spricht ja auch Tacheles und ist aktiv im Amt. Leider wird er jetzt von den Jung Grünen dafür massiv angegriffen.

      Antworten

  • Stefan Werner

    |

    Ja, als einer der Wenigen derzeit….

    Antworten

Kommentieren