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Mit Oberstadt-Wahlen setzt sich Schlammschlacht in SPD Unna fort

Causa Risadelli und weitere Nickeligkeiten. Die öffentlich ausgetragenen Streitereien in Unnas SPD setzen sich fort. Aktueller neuer Anlass: Die Neuwahlen des Ortsverein Unna-Oberstadt.
ingrid kroll
Am 15. November tritt die langjährige Vorsitzende Ingrid Kroll nicht wieder an – das hatte sie schon im Dezember vorigen Jahres in einem offenen Brief angekündigt, in dem sie bitter mit Fraktion und Ortsverein abrechnete.
Auch die stellv. Vorsitzende Margarethe Strathoff wird bei den Neuwahlen in der übernächsten Woche auf eine erneute Kandidatur verzichten; was sie vorher in der Öffentlichkeit nicht hatte breit treten wollen, doch ein Genosse aus dem eigenen Ortsverein kam ihr zuvor – ihr Vize-Amtskollege Ralph Bürger, der bei der Mitgliederversammlung im Februar auf den vakanten 2. Stellvertreterposten nachgerückt war.
Ralph Bürger
Bürger wurde in Nachfolge des zurückgetretenen Rolf Stöckel mit 23 Ja-, aber auch 11 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen gewählt. Seit den Stadtverbandsneuwahlen bekleidet Ralph Bürger, der auf eine kurze politische Vergangenheit bei der Linken zurückbringt, zusätzlich einen Parteivorstandsposten und ist außerdem Ratsvertreter.
Nun wurde im Vorfeld der Neuwahlen für den größten Ortsverein bekannt, dass sich der Vorstand komplett neu zusammensetzen soll: Kroll kandidiert ohnehin nicht wieder, Strathoff auch nicht, und auch Ralph Bürger soll in den Plänen für das neue Personaltableau keine Berücksichtigung mehr finden. Dagegen wehrte er sich am Freitag öffentlich und ging mit einer geharnischten Ansage an die Unnaer Tageszeitung, greift darin namentlich auch seine Noch-Mitvorsitzende Maggie Strathoff an. Diese reagierte entsetzt auf die Attacke und wehrt sich – ebenso öffentlich – mit einem Gegenstatement an den Ortsverein.
Hier Margarethe Strathoffs Erklärung an den OV (gekürzt).
Mit Entsetzen habe ich den unsäglichen Artikel seitens Herrn Bürger gelesen, worin er noch unverschämter Weise meinen Namen mit einbezieht. Er hätte diese Energie mal verwenden sollen, als ich den netten anonymen Brief erhalten habe.  Ich bin „schier“ entsetzt, wie Herr Bürger unseren Ortsverein mit Interna in die  Öffentlichkeit zieht und langjährige SPD-Oberstadt-Mitglieder diskreditieren will.
So ein Mensch will Stellvertreter oder gar mehr in Oberstadt werden? Ist ihm bewusst, dass wir ihm seinerzeit eine neue politische Bleibe gegeben haben?
Viele Mitglieder unseres Ortsvereines fanden diese Entscheidung nicht richtig. …  Leider hat sich dieses im Laufe der Zeit bestätigt.
Mein Rücktritt hat rein gar nichts mit Ingrid zu tun. Vielmehr hat Herr Bürger einiges dazu beigetragen.
Im Nachhinein war diese emotionale Entscheidung von mir nicht richtig. Leider kann ich dieses nicht mehr rückgängig machen. … Seinerzeit haben wir Herrn Bürger für den Stadtverband für die stellvertretende Position gemeldet.  Auch haben wir unsere damalige Vorschlagsliste bereits im November an unseren Fraktionsvorsitzenden weitergeleitet. Dieses stellte Herr Bürger in einer Diskussion im geschäftsführenden Vorstand in Abrede. ….
Herr Bürger handelt nicht im Sinne unseres Ortsvereines, sondern ist auf seine persönlichen Pfründe aus. Wie diese auch immer aussehen mögen.
Natürlich ist Herr Bürger im obigen Verteiler.  So kann er sich gleich wieder per E-Mail an den Stadtverband-Vorstand wenden und sich bitterlich über mich beschweren. Ich war 6 Jahre Schriftführerin im Stadtverband. In dieser Zeit habe ich ein derartiges Verhalten  so nicht erlebt, dass sich Personen über ihren eigenen Ortsverein beschweren. Das gehört dort nicht hin, sondern in den eigenen OV. Glaubt nun Herr Bürger, er stünde in der Postion als stellv. Stadtverbandsvorsitzender über den Ortsvereinen?  Habe ich da was verpasst oder falsch verstanden?
Ich gehe eher mal davon aus, daß seine Wechselspiele SPD Schwerte, Linke Unna, SPD Unna ihn etwas durcheinander gebracht hat und er jegliche LOYALITÄT zu seinem Ortsverein verloren hat. Und dieser Herr Bürger fordert ein, stellvertretender Vorsitzender in Oberstadt zu werden?
Heute vor 2 Jahren verstarb Michael.  Es macht mich sehr betroffen, dass Herr Bürger mit an dem Ziel arbeitet, Oberstadt zu diskreditieren.  Das Wort „Freundschaft“ bleibt mir daher im Halse stecken.“
maggie-strathoff

Kommentare (4)

  • Helmut Brune

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    Offensichtlich gibt es in der Unnaer Politik so einige Herren, die auf einen Posten scharf sind und womöglich von einer erfolgreichen politischen Karriere träumen. Zum Erreichen eines solchen Zieles gehört aber so Einiges an Ausbildung und Niveau. Von hier aus kann ich nicht beurteilen, in welchem Maße das Anwesend ist oder gar fehlt. Jedenfalls sollte man persönliche Probleme auch persönlich, privat lösen. Wo es um die Politik geht, muß man einfach als Partei geschlossen nach außen treten und die gemeinsamen Pläne verkünden, die man in Sitzungen beschlossen hat. Das Katz und Maus Spiel schadet allen.

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  • w.kaufmann

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    Es erweckt den Eindruck, daß seit dem Rauswurf der Geschäftsführung, der SPD Vorsitzende mit seinem nicht sozialen und demokratischen Verhalten allen Genossen einen Persilschen ausgestellt hat. Es ist auffällig, daß genau gegen die Genossen interveniert wird, die sich pro Causa und kontra König positionieren. Jetzt Herr Bürger. Sein politischer Weg zeigt ja, daß er sich wohl immer gerade da tummelt, wo ein Posten zu vergeben ist. Wenn es Widerstand gibt, scheint ihm jedes Mittel gut genug zu sein, um ans Ziel zu kommen. Gibt es tatsächlich in der gesamten Fraktion niemand der diesem bösen Spiel ein Ende setzten kann. Auch die andren Parteien sollten in Sachen Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit einmal im Rat der SPD ein klares Signal geben.

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  • Tobi

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    Ist doch egal, was die machen.

    Die wählt doch eh keiner mehr.
    Die haben fertig, nicht nur wegen ihres Personals. Von denen kommt doch eh nichts Vernünftiges mehr.

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  • Alexander Höfer

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    Scheint wirklich ein zerstrittener Haufen zu sein. Da hat die neue Parteivorsitzende ja jetzt gut was zu schlichten.
    Man hört so wenig von den prominenten Vertretern der SPD, wie sie gedenken, die Stimmung zu einen. Obwohl, Kolter kann sich ja raushalten, der will ja nicht wiedergewählt werden.

    Da kann man schon jetzt diejenigen bedauern, die sich in ein paar Monaten für die Wahlen auf den Marktplatz stellen müssen.

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