Rundblick-Unna » Mit Namen und Adressen im Netz: AfD´ler aus dem Kreis Unna stellen Strafanzeigen – Staatsschutz eingeschaltet

Mit Namen und Adressen im Netz: AfD´ler aus dem Kreis Unna stellen Strafanzeigen – Staatsschutz eingeschaltet

Namen und Anschriften von über 2000 AfD-Bundesparteitagteilnehmern, darunter drei aus dem Kreis Unna, sind auf einem linken Blog vor dem AfD-Bundesparteitag am Samstag öffentlich gemacht worden. Die sensiblen Daten erschienen auf der Internetseite „linksunten.indymedia“. Sie standen dort bis heute Abend immer noch abrufbar.

Betroffen davon sind auch Michael Schild, Sprecher des AfD-Kreisverbandes Unna, und das Ehepaar Dinse, Initiatoren der „Anti-Merkel“-Minidemo mittwochs in der Schwerter Fußgängerzone. Anzeigen gegen Unbekannt sind gestellt. Die Kreispolizeibehörde gab den Fall an den Staatsschutz Dortmund weiter.

AfD 25

Michael Schild bei der AfD-Kundgebung am 22. 4. in Unna.

„Offensichtlich sind von Ihnen sensible und personenbezogene Daten auf einer linken Internetpräsenz veröffentlicht worden“, schreibt die Direktion Gefahrenabwehr/Einsatz an Michael Schild. „Veröffentlicht wurden hier Namen von AfD-Mitgliedern. Sie werden hier mit Namen, Vornamen und Wohnanschrift sowie der Emailadresse genannt. Ermittlungen diesbezüglich dauern an.“  

Die Polizei empfahl Schild, bei verdächtigen Feststellungen sofort den polizeilichen Notruf zu wählen. Er schätzt das so ein: „Die Behörden nehmen diese Bedrohungen jetzt ernster.“ Schild hat ein Posting auf der Seite gesichert. „Wenn wir diese 2000 Menschen beseitigt haben, dann können wir endlich in Ruhe und Frieden leben.“ Gemeint sind die Delegierten des AfD-Bundesparteitages.

AfD Bedrohungen

Dass sein Name mit vollständiger Anschrift, Telefonnummer bis sogar zum Geburtsdatum im Netz kursierte, erfuhr der Kreisverbandssprecher am Samstagabend auf dem Parteitag in Stuttgart. „Ich habe dann von Stuttgart aus Kontakt mit der Polizei aufgenommen und sie darüber informiert, dass mein Haus in der Zeit des Bundesparteitages leer steht und um Kontrolle gebeten, was mir auch zugesagt wurde.“

Montagmorgen stellte Schild Anzeige gegen Unbekannt wegen Verstoßes gegen datenrechtliche Vorschriften. „Mein Haus habe ich schon vor einiger Zeit zusätzlich gesichert. Unsere Forderung: Die Seite Linksunten.indymedia in Europa sperren, hier waren die Daten veröffentlicht worden.“

Auf linksunten.indymedia erschien nach einer Mittwochs-Kundgebung von Hans-Otto Dinse auch ein Aufruf gegen die „rassistische Fremdenhetze“ der Anti-Merkel-Senioren. Das Kennzeichen von Dinses Auto wurde veröffentlicht, ein Reifen seines Wagens zerstochen. Auch hier wurde der Staatsschutz aktiv, ohne konkrete Ergebnisse.

Der Parteitag war von Ausschreitungen Linksradikaler begleitet, die AfD-Mitgliedern den Weg zur Halle versperrten und auch gegen Polizisten handgreiflich wurden.


Die AfD legte sich auf ihrem Bundesparteitag auf einen (auch in der eigenen Partei umstrittenen) strikten  Anti-Islam-Kurs fest. Mit großer Mehrheit stimmten die Delegierten für den Entwurf des Vorstandes, der sich gegen Minarette, der Muezzinruf, jegliche Vollverschleierung und auch das Schächten von Tieren ausspricht (ob mit Betäubung oder ohne). Hier einige Punkte aus dem Programm (Quelle: zeit.de / AfD):

„Auf ihrem Bundesparteitag in Stuttgart verabschiedeten rund 2.000 Mitglieder der AfD ein Grundsatzprogramm, in dem sich Sätze finden wie: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland.“ und: „Deutsche Leitkultur statt Multikulturalismus.“ Vorangegangen waren heftige Debatten darüber, wie man genau mit dem Islam umgehen soll.“

Die anwesenden Mitglieder stimmten mit großer Mehrheit einem Antrag zu, der sagt, dass eine Aufklärung im Islam „nicht realistisch und nicht wünschenswert“ sei.

Zitat zeit.de: „Ausgepfiffen wurde während der Diskussion ein Delegierter, der zum Dialog mit muslimischen Gemeinden vor Ort aufrief. Ein weiterer Parteivertreter wies darauf hin, dass sich die AfD mit ihren Aussagen zum Islam gegen das Grundgesetz stelle.“

Zum Schutz der deutschen Außengrenzen sollten „gegebenenfalls Schutzzäune oder ähnliche Barrieren errichtet werden“ (Mehrheitsbeschluss). Zum Schutz der grünen Grenze sollten „nach österreichischem Vorbild Wehrpflichtige herangezogen werden können“.

Kultur soll staatliche Pflichtaufgabe werden. Bisher ist sie freiwillig, das heißt, Kommunen können sie am leichtesten „wegsparen“.

Thema Zuwanderung: „!Für den Arbeitsmarkt qualifizierte Einwanderer mit hoher Integrationsbereitschaft sind uns willkommen.“

Ausdrücklich wird Öl- und Gasförderung mittels Fracking befürwortet: „Fracking kann ebenso Risiko sein wie auch die Energiebasis der Erde beträchtlich erweitern. Es könnte, wenn erforscht und sicher, Streit und kriegerische Auseinandersetzungen um Erdöl und -gas verringern. Daher setzt sich die AfD dafür ein, das im April 2015 in den Bundestag eingebrachte restriktive „Fracking-Gesetz“ zurückzuziehen.“

Die Erbschaftssteuer soll abgeschafft, das Bankgeheimnis wieder eingeführt werden.

Ausdrücklich wird die Fortführung der Atomkraft befürwortet.

Zitat aus der faz.net: „Nach der Verabschiedung des Grundsatzprogramms  wächst (auch innerparteilich) die Kritik in der AfD. Der Hamburger Fraktionsvorsitzende Kruse findet Passagen albern, töricht und peinlich. Selbst Thilo Sarrazin will die pauschale Ablehnung des Islam so nicht teilen.“

Der umstrittene frühere Berliner SPD-Finanzsenator – immer noch SPD-Mitglied – liest am 24. Mai in der Kamener Stadthalle aus seinem neuen Buch ‚“Wunschdenken“ (…warum Politik so oft scheitert). Sein 2010 erschienenes Werk „Deutschland schafft sich ab“ wurde zum Bestseller.

Kommentare (44)

  • Robert Rohmert via Facebook

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    Ist das denn legal? Ach was solls, zählt ja dann wohl zu den Pfeifenbläsern und ist hip…

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  • Tanja Nolte via Facebook

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    Lief damals unter Adolf so ähnlich. Nur waren damals die Linken das Ziel… Gruselige Entwicklungen, in beide Richtungen.

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  • Helmut Brune via Facebook

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    Manche Leute wollen einfach nicht Berühmt werden.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Nein, das wünscht sich auf diese Weise vermutlich keiner, Helmut. Genau deswegen ist Derartiges auch strafbar.

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    • Helmut Brune via Facebook

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      Wenn man sich im Leben respektvoll verhält und nur gute Absichten hat, hat man ja nichts zu befürchten.

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      • Michael Schild

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        Ach? Und die Deutungshoheit, wer diese ‚Anforderungen‘ erfüllt, haben Leute wie Sie? Und natürlich die ‚anständige‘ Antifa…

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      • fürst

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        Sorry, Helmut Brune, aber den Satz halte ich für Blödsinn. Es sei denn, Sie meinten ihn ironisch.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      So etwas ist strafbar. Punkt. Völlig unabhängig davon, wem das passiert.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Michael Schild kommentiert via Rundblick-Unna: (an Helmut Brune)

      Ach? Und die Deutungshoheit, wer diese ‚Anforderungen‘ erfüllt, haben Leute wie Sie? Und natürlich die ‚anständige‘ Antifa…

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  • Edu Hart via Facebook

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    Kein Aufschrei der Aufrechten, kein Klagen der selbstgefälligen Besseren? Warum auch? Mobbing beinhaltet Mob. Und Mob habe ich erlebt.

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    • Michael Schild

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      Da können wir lange drauf warten! Diese ‚Aufrechten‘ und ihre Parteien, die Vorfeldorganisationen der Antifa sind, funden diese mittelalterlichen ‚Strafen‘ – vergleichbar einem Pranger – nämlich richtig gut!

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      • Andre Sander via Facebook

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        Alles ok bei Ihnen? Wollen Sie sich tatsächlich mit realen Opfern gleich stellen, obwohl Ihnen nichts passiert ist? Was soll dieses Theater und vor allem immer wieder diese feindlichen Unterstellungen?

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  • Regina Klose via Facebook

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    Nun ich hab vorhin eine Drohung von einem der AfD ler bekommen dass man mich wegen Kritik nicht vergessen wird wenn die Zeit gekommen ist.
    Der ist noch harmlos.
    Mir hat man auch schon versprochen mich als Volksverräterin hinzuziehen weil ich Pro Flüchtlinge bin.
    Ich denke extrem Links und extrem Rechts schenken sich gar nichts.
    Beides ist unakzeptabel.
    Und Adressen anderer ins Netz stellen nur weil mir deren Meinung nicht gefällt, ist absolut unakzeptabel.

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  • Andre Sander via Facebook

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    Nur am Rande.
    Jeder Kommunal Politiker, der in einem Ausschuss sitzt, steht mit Vor- und Zunamen, Anschrift u d Partei Zugehörigkeit im Internet. Wo ist das Problem, wenn man bekennendes Parteimitglied ist? Oder versucht man wieder nur das Opfer zu geben?

    Wie gesagt, nicht böse gemeint, aber anscheinend will die AFD immer eine Sonderbehandlung.

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  • Michael Schild

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    Herr Sanders, mal ganz langsam zum mitmeisseln: Uns wurden öffentlich von der Antifa ‚nächtliche Hausbesuche, blaue Augen und ein brennendes Dach‘ angedroht. Alleine deswegen ermittelt der Saatsschutz und wir konnten eine Auskunftssperre beim Einwohnermeldeamt erwirken. Nun stehen teilweise unsere Daten im Netz, nach einem weiteren gut organisierten Rechtsbruch! Auch hier ermittelt der Staatsschutz, übrigens in 3 Bundesländern. Hören Sie auf den Terror Ihrer Genossen zu verharmlosen! Auch Schönredner machen sich schuldig!
    PS: ‚Sonderbehandlung‘ ist übrigens Nazi-Diktion! Ein Zufall?

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  • Andre Sander via Facebook

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    Herr Schild. Ich verbiete mir diese Unterstellungen. Kommt von Ihnen auch mal ein Kommentar, wo man nicht beleidigt wird?

    Mir wurde im übrigen schon von militanten Tierschützern, Links extremen, NPD Anhängern, AFD Anhängern und sonstige verehrten ein Hausbesuche angekündigt. Ich sehe das ehr locker, über die Jahre war nicht einer hier. Ich verstehe ja, das man bei der Polizei Anzeige erstellt, keine Frage. Allerdings warum muss due AFD jedes Thema künstlich Hochtreiben? Das war meine Kern Aussage. Der AFD kann man es generell nicht recht machen. Die AFD sieht sich hakt gerne als Opfer und weil das noch nicht reicht, stellt man sich mit verfolgten der Nazi Zeit gleich und das ist der absolute Hohn. Grade weil die AFD oberen wie Herr Höcke, Herr Gauland, Herr Popenburg, Frau Storch usw. sich immer wieder an Herrn Göbels Retoriken und Taktiken bedienen.

    Im übrigen, haben ihre Besucher bei der AFD Demo zur Frühlingskirnes auch die Linken gefilmt und Fotografiert. Nur haben die die Daten nicht öffentlich gestellt. Das ist der einzige Unterschied. Drohungen gibt es wie gesagt auch von dort. Aber spielen sie ruhig ihr Schauspiel weiter, vielleicht fällt noch jemand auf die arme verfolgte AFD rein. Der Trend zeigt ja ehr wieder nach unten für die ein Themen Partei ohne Lösungen.

    Ach im übrigen stehe ich politisch in der Mitte. ?

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    • Peter Köhler via Facebook

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      Dass Sie keiner besuchen will auch keine durchgeknallten Linksautonome das kann ich verstehen. Aber Mitglieder der AFD haben Besuche von diesen Leuten bekommen. Sie können oder wollen sich wohl nicht vorstellen was das bedeutet. Auch ihr Geschreibe über die AFD bedient sich doch nur der Propagandasprüche der Lückenpresse. Und entspricht nicht der Realität. Sie informieren sich nur einseitig und können überhaupt kein Urteil über die AFD oder sonstwas abgeben. Der Trend der AFD liegt im Moment bei 15% und die AFD etabliert sich als drittstärkste politische Kraft in Deutschland.

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    • Andre Sander via Facebook

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      Och habe nicht behauptet das es das nicht gibt. Allerdings muss sich jeder Politiker damit rum schlagen. Wie ivh schon schrieb, würde ich auch Opfer von Hass und Drohmails aus einem sehr breiten Spektrum. Ich bin aber schon gross und kann damit umgehen. Ich habe zwar auch Anzeigen gestellt, aber ich habe es nicht in die Zeitung gestellt um mich als Opfer da zu stellen. Das ist meine Grundaussage.

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    • Andre Sander via Facebook

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      Wieso unterstellen sie mir eine einseitige Informationsfindung? Nur weil ich anderer Meinung bin? Ich bin sehr gut über das politische geschehen in Deutschland informiert.

      Im übrigen, wissen Sie woher der Ausdruck Lügenpresse kommt? Da braucht man dich nicht wundern. ?

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    • Peter Köhler via Facebook

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      Ich hab von Lückenpresse geschrieben. Bitte aufmerksam lesen und mich nicht falsch zitieren. Hier habe ich noch etwas für Sie als Mann der politischen Mitte. Das könnte Sie interessieren als gut informierter politischer Mensch wie Parteien der Mitte mit der Wahrheit umgehen. http://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/k%C3%B6lner-silvester-mob-rot-gr%C3%BCn-geht-gegen-enth%C3%BCllungen-vor/ar-BBsE1yk

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    • Andre Sander via Facebook

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      Naja, bewußt Veränderungen machen es auch nicht besser.

      Ich frage mich, wie sie dazu kommen mich als Lügner zu bezeichnen. Wie gesagt, ein wahrer Demokrat akzeptieren auch andere Meinungen oder versucht diese mit Argumenten und Tatsachen zu verändern ohne beleidigend zu werden. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag.

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    • Peter Köhler via Facebook

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      Wo habe ich Sie als Lügner bezeichnet? Ich denke Sie müssen noch lernen Texte richtig zu lesen und diese Texte dann auch richtig verstehen. Das ist ganz wichtig für einen wahren Demokraten. Ich bezweifele allerdings dass Sie überhaupt wissen was ein wahrer Demokrat ist. Aber anderen das abzusprechen das können sie schon sehr gut. Scheint wohl so eine Eigenart von Leuten wie ihnen zu sein.

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