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„Mein liebes Leben – Hier stehe ich“: Drei Unnaer Künstlerinnen stellen auch Männer auf Sockel

„Mein liebes Leben – Hier stehe ich!“ Hier stehen sie, mitten im Leben, die drei Unnaer Künstlerinnen Jutta Hellweg, Ilona Hetmann und Sabine Hannah Johr.

Gemeinsam haben die kreativen Frauen eine Ausstellung vorbereitet, die selbstverständlich nicht nur für Frauen gedacht ist, gleichwohl in der Wahl der Motive recht frauenlastig daherkommt – was logisch ist, wenn drei Frauen aus weiblicher Ich-Perspektive künstlerisch tätig werden. Das Ergebnis trägt, ebenso naheliegend, sehr persönliche, autobiografische Züge.

Bitte eintreten in die Evangelische Stadtkirche und genießen, was da im hinteren Kirchenschiff bis zum 30. Oktober die steinernen Wände schmückt und leuchtend farbig Blicke auf sich zieht. In Form bunter, meist großformatiger Gemälde und Plastiken. Köpfe und Büsten.

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„Mein liebes Leben – Hier stehe ich“. Ein liebevoller, sensibler Rückblick auf vergangene Jahre und Jahrzehnte bieten uns ab diesem Sonntag die drei Künstlerinnen, und manche Werke lassen von ihren Namen her sehr persönlicher Hintergründe erahnen.

So widmet sich Jutta Hellweg der „Poesie der Städte“, stellt auf Gemälden mit Frauenmotiven „Die Häutung“ dar oder „Das Drunter und Drüber“ – drunter und drüber geht´s im Leben ja so mancher Frau, und häuten möchte frau (und man) sich oftmals, schier gar aus der Haut fahren… Doch bei Jutta Hellweg streift sich die Dame auf dem Bild lediglich ihr Kleid von der nackten Schulter…

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Ilona Hetmann steuert für die Ausstellung Gemälde wie Objekte bei. „Die stumme Begleiterin“ I, II und III – Lebensertappen lassen sich ahnen -, „Raumteilend“, „Wegweisend“ oder „Helfer im Hintergrund“ heißen ihre Werke, durchgehend farbenfroh ganz ähnlich wie bei Jutta Hellweg gestaltet.

Sabine Hannah Johr stellt ihrerseits in philosopischer, nachdenklich machender Betrachtung „Mehr Zeit als Leben“ dar; oder sie gibt bildlich dem sehnlichen Wunsch kleiner Mädchen Ausdruck: „Morgen bin ich groß“. Ein anderes Bild von ihr heißt schlicht „Stadtstreicher“.

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Johrs Plastiken wirken als besondere Hingucker im steinernen Kirchenschiff. Köpfe sind´s, die scheint´s zufällig in der Kirche herumstehen und gleichgültig in die Gegend blicken. Manchmal schauen sie aber auch, je nach Perspektive, den Betrachter direkt an, durchbohren ihn geradewegs mit ihren starren Blicken, und das wirkt fast unheimlich, so menschlich hat die Künstlerin ihre Köpfe gestaltet.

Sie heißen, wie es schlichter kaum geht: „Kopf blonde Haare“, „Kopf rote Haare“, „Kopf rote Kappe“, „Büste blaues Kleid“. Aber Sabine Hannah Johr stellt auch „Männer auf Sockel“: Geradewegs als ob sie darauf warteten, von irgendeiner vorwitzigen, kecken Besucherin heimlich von ihrem Sockel herunterschubst zu werden…

Was sinnbildlich – möglicherweise – sogar ganz im Sinne der Künstlerin ist… 😉

„Mein liebes Leben – Hier stehe ich“: Die offizielle Eröffnung der Ausstellung wird am Sonntag, 20. September, in den 11-Uhr-Gottesdienst in der Stadtkirche gekleidet. Die drei Künstlerinnen und die Evangelische Kirchengemeinde freuen sich über vielzählige Besucherinnen – und Besucher natürlich.

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